Berlin

Was ist Zivilcourage?

Otto Otto Schily und Michael Wolffsohn (r.) Foto: Rolf Walter

Zivilcourage ist letzten Endes der Aufruf zum Bürgerkrieg» – diese wohl überspitzte, aber dennoch interessante These stellt der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn in seinem neuen Buch Zivilcourage. Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt auf.

Am Dienstagabend hat Wolffsohn die Thesen seines provokativen wie brisanten neuen Buches gemeinsam mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Otto Schily diskutiert.

Gewaltmonopol Der Begriff Zivilcourage werde laut Wolffsohn inflationär benutzt und habe wenig mit dem eigentlichen Sinn des Wortes zu tun. Vielmehr setzte der Staat darauf, dass Bürger für ihn in die Bresche springen, wenn er seine grundlegenden Schutzfunktionen nicht mehr erfüllen kann – in der Konsequenz bröckelt das Gewaltmonopol des Staates. Ein empörender Zustand, gegen den die Bürger aufbegehren müssten, findet Wolffsohn.

Otto Schily bezeichnete den Autor als einen «sehr intelligenten Mann, der schnell ins Galoppieren gerät und dabei in Sackgassen endet». Er kritisierte Wolffsohns Thesen als zu einseitig und argumentierte, dass man sich eher mit den Veränderungen des Denkens auseinandersetzen sollte, die den Staat untergraben.

Einig waren sich die beiden jedoch darin, dass die Polizei personell vergrößert werden muss, um ihren Aufgaben nachkommen zu können – und dass der Staat mit der massenhaften Zuwanderung von Flüchtlingen heillos überfordert ist.

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobt in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

»Man will Jüdinnen und Juden aus dieser Gesellschaft verdrängen und ihnen zugleich den global einzigen Zufluchtsort absprechen, den sie haben«, sagt der Zentralratspräsident bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises an Dieter Nuhr

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Programm

Fast ohne Fußball: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 11. Juni bis zum 18. Juni

 10.06.2026

Tirana

Israelisches Kulturfestival in Albanien gestartet

Die israelische Botschaft holt jedes Jahr Künstler, Musiker, Köche und Tänzer in die albanische Hauptstadt, um die Vielfalt der israelischen Kultur vorzustellen

 10.06.2026

Kinostart

Die Hoffnung aus den Sternen

Steven Spielbergs »Disclosure Day« verbindet UFO-Mythos, Weltpolitik und spirituelle Sinnsuche zu einem bildgewaltigen Kinoereignis

von Christoph Schinke  10.06.2026

Bad Kissingen

Mazel tov in Unterfranken

Der »Kissinger Sommer« rückt zu seinem 40-jährigen Jubiläum jüdische Musik und Kultur in den Mittelpunkt. Intendant Alexander Steinbeis erklärt die Idee dahinter

von Maria Ossowski  10.06.2026

Schwäbisch Hall

Wenn Elefanten Synagogen tragen

In der kleinen Stadt sind die beiden einzigen erhaltenen Werke des Synagogenmalers Elieser Sussmann zu sehen – Paneele aus der Betstube von Unterlimpurg und der Frauenschul von Steinbach

von Michael Schleicher  09.06.2026

Interview

»Selbst ernannte progressive Linke haben offenbar das völkische Denken gelernt. Das ist alles so absurd«

Der Kabarettist Dieter Nuhr über den Erhalt des Leo-Baeck-Preises, Solidarität mit Israel und Kritik an seiner Person

von Detlef David Kauschke  09.06.2026