Berlin

Was ist Zivilcourage?

Otto Otto Schily und Michael Wolffsohn (r.) Foto: Rolf Walter

Zivilcourage ist letzten Endes der Aufruf zum Bürgerkrieg» – diese wohl überspitzte, aber dennoch interessante These stellt der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn in seinem neuen Buch Zivilcourage. Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt auf.

Am Dienstagabend hat Wolffsohn die Thesen seines provokativen wie brisanten neuen Buches gemeinsam mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Otto Schily diskutiert.

Gewaltmonopol Der Begriff Zivilcourage werde laut Wolffsohn inflationär benutzt und habe wenig mit dem eigentlichen Sinn des Wortes zu tun. Vielmehr setzte der Staat darauf, dass Bürger für ihn in die Bresche springen, wenn er seine grundlegenden Schutzfunktionen nicht mehr erfüllen kann – in der Konsequenz bröckelt das Gewaltmonopol des Staates. Ein empörender Zustand, gegen den die Bürger aufbegehren müssten, findet Wolffsohn.

Otto Schily bezeichnete den Autor als einen «sehr intelligenten Mann, der schnell ins Galoppieren gerät und dabei in Sackgassen endet». Er kritisierte Wolffsohns Thesen als zu einseitig und argumentierte, dass man sich eher mit den Veränderungen des Denkens auseinandersetzen sollte, die den Staat untergraben.

Einig waren sich die beiden jedoch darin, dass die Polizei personell vergrößert werden muss, um ihren Aufgaben nachkommen zu können – und dass der Staat mit der massenhaften Zuwanderung von Flüchtlingen heillos überfordert ist.

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