Sprachgeschichten

Von Chonten, Gaunern und Pleiten

Foto: be.bra

Sprachgeschichten

Von Chonten, Gaunern und Pleiten

Christoph Gutknecht erklärt, dass viele deutsche Begriffe ursprünglich aus dem Jiddischen stammen

von Michael Wuliger  25.07.2016 19:59 Uhr

September 2008. Bankenkrise. Das internationale Finanzsystem droht zusammenzubrechen. In der Redaktion der Jüdischen Allgemeinen diskutieren wir, ob es jüdische Aspekte gibt, die man im Blatt behandeln könnte. Einer, der uns einfällt, ist »Pleite«. Das Wort kommt schließlich aus dem Jiddischen.

Tuches Wer darüber schreiben kann, ist klar: Christoph Gutknecht, Hamburger Anglistikprofessor und Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher Bücher über die Herkunft gängiger Begriffe. Das war der Beginn einer beliebten Kolumne in dieser Zeitung: »Sprachgeschichte(n)«. Über 70 deutsche Wörter mit hebräischen Wurzeln hat Gutknecht dort bisher präsentiert, von »acheln« bis »Zores«. Auch die Chonte und der Tuches kamen zu Ehren.

Jetzt sind diese kleinen Texte, einige von ihnen erweitert, als Buch erschienen. Gauner, Großkotz, kesse Lola erzählt wissenschaftlich fundiert, dabei locker und verständlich dargestellt, wie geläufige deutsche Begriffe aus dem Hebräischen über das Jiddische und das Rotwelsch in unsere Alltagssprache kamen. Eine kleine Geschichte der deutsch-jüdischen Sprachbeziehungen und eine umfangreiche Bibliografie ergänzen dieses Kompendium, das nicht nur klüger macht, sondern auch und vor allem gut unterhält.

Christoph Gutknecht: »Gauner, Großkotz, kesse Lola. Deutsch-jiddische Wortgeschichten«. be.bra, Berlin 2016, 256 S., 14 €

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Gesellschaft

Filmproduzentin Brauner: Erinnerungskultur ist gescheitert

Symbolpolitik statt echter Auseinandersetzung - Alice Brauner hält die deutsche Erinnerungskultur für gescheitert. Ihr neuer Film über Menschenversuche in Auschwitz soll die Vergangenheit schonungslos sichtbar machen

von Hannah Krewer  03.07.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Auf dem Weg zum »Mustard Belt«: Am 4. Juli gehtʼs um die Wurst

von Katrin Richter  03.07.2026

Interview

»Es fehlte am fußballerischen Können, nicht am Glück«

Sportreporter-Legende Marcel Reif über das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klopp und die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer

von Michael Thaidigsmann  02.07.2026 Aktualisiert

Fußball

Länderspiel verlegt: Irland verzichtet auf Israel-Boykott

Irlands Fußballverband FAI will das UEFA-Nations-League-Spiel gegen Israel nun in Serbien austragen - auch, um einen Abstieg zu vermeiden

 02.07.2026

Großbritannien

London ehrt Stefan Zweig

84 Jahre nach seinem Tod wird der berühmte österreichische Schriftsteller Stefan Zweig in London geehrt. Dorthin war er 1936 vor den Nazis geflohen

 02.07.2026

Augsburg

Neue »Initiative Antisemitismuskritik & Theater« gegründet

Rund 60 Theaterschaffende haben in Augsburg ein neues Netzwerk gegen Judenfeindlichkeit ins Leben gerufen. Ihnen geht es etwa darum, antisemitismuskritische künstlerische Werke zu entwickeln. Und sie wollen expandieren

von Christopher Beschnitt  02.07.2026

Kulturkolumne

In der Hitze des Sommers

Zwischen Deutschland und Israel: Wenn die Luft sich nicht bewegt und die Zeit stillsteht

von Laura Cazés  02.07.2026

Thüringen

Achava-Festspiele: Dialog zwischen Religionen und Kulturen

Die Achava-Festspiele gehen mit mehr als 80 Veranstaltungen in ihre zwölfte Ausgabe. Neben Konzerten umfasst das Programm Ausstellungen, Filme, Vorträge, interreligiöse Begegnungen sowie Angebote für Familien und Schulen

 02.07.2026