Wissen

Topographie, Pädagogik, Sozialarbeit

Topographie

Die Stiftung Topographie des Terrors bekommt eine neue Leitung. Die bisherige Vize-Chefin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Andrea Riedle, wird zum 1. Januar 2020 neue Direktorin der Stiftung, wie die Senatskulturverwaltung in Berlin mitteilte. Riedle tritt damit die Nachfolge des langjährigen Stiftungsdirektors Andreas Nachama an, der Ende November in den Ruhestand geht. Andrea Riedle studierte Neuere Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen und legte ihre Dissertation an der Freien Universität Berlin zum Thema »Die Angehörigen des Kommandanturstabs im KZ Sachsenhausen. Sozialstruktur, Dienstwege und biografische Studien« vor. Von 2009 bis 2011 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der »Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkstätten im Berliner Raum« tätig, bevor sie 2012 in die KZ-Gedenkstätte Dachau der Stiftung Bayerische Gedenkstätten wechselte. Auf dem Gelände der Topographie des Terrors befanden sich von 1933 bis 1945 die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors: die Gestapo-Zentrale, die Reichsführung-SS, der Sicherheitsdienst (SD) der SS und während des Zweiten Weltkriegs das Reichssicherheitshauptamt. epd

Pädagogik

Die Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden lädt zu der Konferenz »Antisemitismus-Studien und ihre pädagogischen Konsequenzen. Impulse zur Veränderung der deutschen Bildungslandschaft« vom 4. bis 6. September in Frankfurt am Main ein. Die Veranstaltung richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus der formellen und informellen Bildung sowie an Mitarbeiter der politischen Bildung. Auch wenn die meisten der in Deutschland lebenden Juden in der Bundesrepublik bleiben wollen und nicht ernsthaft mit dem Gedanken spielen, das Land zu verlassen, werden dennoch Risse in der Fassade des gemeinsamen deutsch-jüdischen Gebäudes erkennbar. Mit dem zunehmenden zeitlichen Abstand zum Nationalsozialismus und dem Verblassen der Erinnerung nehmen Geschichtskonstruktionen, Verzerrungen oder Leugnungen der historischen Geschehnisse zu. Diese Entwicklung wird in einer Reihe von Antisemitismus-Studien belegt. Auf der Konferenz werden die pädagogischen Konsequenzen der vorliegenden Erkenntnisse diskutiert und Konzepte ihrer Umsetzung in unterschiedliche Bereiche der Bildungslandschaft erörtert. Anmelden kann man sich bis zum 16. August. ja

Sozialarbeit

Der Zentralrat der Juden in Deutschland bietet in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg ab dem Wintersemester 2019/20 einen Bachelor-Studiengang »Jüdische Soziale Arbeit« an. Das sieben Semester umfassende Studium gliedert sich in Präsenzzeiten und E-Learning-Phasen. Ungefähr alle zwei Monate wird eine Woche Präsenzlehre eingeplant, in der eine Einführung in die unterschiedlichen Lehreinheiten gegeben wird. Die weiteren Inhalte werden in E-Learning-Einheiten vertieft. Dadurch ist es möglich, das Studium auch berufsbegleitend zu absolvieren. Die Präsenzlehre findet in den Räumen der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg (HFJS) statt. Die Studierenden haben auch Gelegenheit, Seminare aus dem Studienangebot der HfJS zu belegen. Während des Studiums werden zwei Praktika absolviert. Die Wissenschaftliche Leitung des Studiengangs haben Doron Kiesel und Esther Weitzel-Polzer inne. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester endet am 15. September. Weitere Informationen unter www.juedische-sozialarbeit.de. ja

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Texten der Jüdischen Allgemeinen

 10.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Berlin

733 Tage, 2 Stunden und 35 Minuten

Eine Ausstellung im Paul-Löbe-Haus erzählt von Verlust, Hoffnung und bleibenden Folgen in der Zeit zwischen dem 7. Oktober und dem Abkommen zur Freilassung der Geiseln

von Pascal Beck  09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

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»Symphonischer Hoagascht« oder »Singen mit Sir Simon« hießen Projekte, die Sir Simon Rattle eingeführt hat. Die Arbeit mit dem Symphonieorchester des BR und seinem Chor sagt dem Chefdirigenten zu. Er hat nun verlängert

von Barbara Just  08.10.2026

Adania Shibli

Plattitüden in Romanform

Auch das zweite auf Deutsch erschienene Buch der palästinensischen Autorin weist einen holzschnittartigen Charakter auf

von Enno Stahl  08.10.2026

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»Es gibt zwei Seiten«

Zur Frankfurter Buchmesse ruft die israelische Autorin Orna Landau gegen den Boykott von Büchern auf: »Entscheidet euch für Wissen«

von Ayala Goldmann  08.10.2026