Programm

Termine und TV-Tipps

Berlin
Rivalisierende Rabbis, kreative Wahlordnungen und die Kosten eines Doppelgrabs auf dem Friedhof in Berlin-Weißensee: Ayala Goldmann kennt fast alle Konfliktherde der jüdischen Gemeinde – und konnte einem Schofar-Flashmob im Reuemonat Elul nur knapp entrinnen. Dazu kommt die Erfahrung einer gemischtreligiösen Beziehung. Der beste Ehemann von allen, der keine Mazze mag, oder der Sohn, der kurz nach seiner Barmizwa in der »Matthäuspassion« das Kreuz trägt – in ihren Glossen in der Jüdischen Allgemeinen schreibt die Kulturjournalistin über alles, was ihr auf der Seele brennt.»Der Schofar-Flashmob und andere schräge Töne« – Lesung auserwählter Glossen vom Rand der jüdischen Welt
Do 10. April, 20 Uhr | Dorotheenstädtische Buchhandlung, Turmstraße 5

Berlin
Roxane von Iperens Roman »Ein Versteck unter Feinden. Die Geschichte zweier jüdischer Schwestern im Widerstand« erzählt die wahre Geschichte der jüdischen Schwestern Lin und Janny, die unter den Augen der niederländischen Kollaborateure ein Sommerhaus mieteten, in dem Juden Zuflucht und neue saubere Papiere fanden und wo illegale Haus­konzerte stattfanden. Lin Jaldati wurde eine berühmte Interpretin jiddischer Lieder in der DDR. Ihre Tochter Jalda Rebling erzählt ihre Geschichte und singt ihre Lieder.
Fr 11. April, 19.30 Uhr | MS Goldberg, Havelufer, Dischinger Brücke/Ruhlebener Straße

Berlin
»Porträts in Motion: Der Israel Abend« – Daumenkinografisches Programm mit Volker Gerling
Fr 11. April, 20 Uhr | Theater o.N., Kollwitzstraße 53

Essen
Los geht’s mit einer interaktiven Führung durch die Synagoge. Der Fokus liegt auf einer erlebnisorientierten Art des Lernens: »Ferienspatz: Spaß mit Hebräisch«
Do 17. April, 10 Uhr | Alte Synagoge, Edmund-Körner-Platz 1

Trier
Seit der Römerzeit gibt es Spuren jüdischen Lebens in Trier. Nach einer wechselhaften Geschichte existiert heute eine aktive jüdische Gemeinde, die die Jüdischen Kulturwochen ins Leben gerufen hat: »Der klassische Charakter der Menschheit – Reformrabbiner Samuel Hirsch« – Vortrag mit Elmar Ittenbach
Do 10. April, 18 Uhr | Wissenschaftliche Bibliothek, Weberbach 25

Wangerooge
»Christliche Botschaft mit altjüdischen Anklängen?« – Vortrag zu Antisemitismus vom Neuen Testament bis in die Gegenwart
Mi 16. April, 10 Uhr | Katholische Kirchengemeinde, Damenpfad 20

Einschalten - TV und Radio

»Alles Vergangenheit? – Leider nein. Antisemitismus und Erinnerung«: Um den modernen jüdischen Alltag kennenzulernen, besucht Christina Wolf die IKG in München. Und sie taucht ein in das Leben eines jungen Juden in Berlin.
Donnerstag, 10. April, 18.15 Uhr ARDalpha TV

»Zu Tisch: Galiläa, Israel«: Versteckt in den Hügeln liegt das ökologische Dorf Klil, das seit den 70er-Jahren Lebenskünstler, Musiker und naturverbundene Menschen anzieht.
Samstag, 12. April, 10.50 Uhr Arte TV

»Ich kann keinen Menschen hassen. Die Tagebücher der Etty Hillesum«: Sie dokumentieren den Umgang mit existenziellen Gefühlen wie Hass und Liebe, Verzweiflung und Hoffnung.
Sonntag, 13. April, 11.30 Uhr hr 2 Radio

»JUSTICE. Antisemitismus«: Trilogie über Opfer von Antisemitismus, Rassismus und Homophobie und über die Ermittlungen gegen die Täter. JUSTICE spricht in der ersten Folge mit Jüdinnen und Juden über antisemitische Straftaten in Deutschland.
Dienstag, 15. April, 0.35 Uhr RTL TV

»Zeugnisse – Holocaust-Überlebende berichten«
: Sie haben Hass und Verfolgung noch selbst erlebt, erlitten, überlebt. Ihre Erinnerungen sind auch eine Botschaft an die Gegenwart.
Dienstag, 15. April, 22.25 Uhr 3sat TV

»Kitty Neustätter – verfolgt, deportiert, ermordet«: Kitty Neustätter führt ein unbeschwertes Leben in München. Sie ist Jüdin, verheiratet mit einem Geschäftsmann, erfolgreiche Turnierreiterin. 1941 gerät sie auf eine Deportationsliste. Sie ist eine von 1000 Münchner Jüdinnen und Juden, die nach Kaunas deportiert und wenig später ermordet werden.
Mittwoch, 16. April, 21.15 Uhr BR TV

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Heute wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  02.11.2026 Aktualisiert

Konferenz in Berlin

Wie die Schlagzeile das Israelbild formt

Bei einem Workshop an der Technischen Universität Berlin gingen Wissenschaftler und Journalisten der Frage nach, wie deutsche Medien über Israel berichten, welche Narrative dabei wirken und wo sich Fehler einschleichen

 01.11.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Der ungelesene Bücherstapel oder Die Bibliografie des idealen Menschen

von Nicole Dreyfus  01.11.2026

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 30.10.2026

Literatur

»Empfänger unbekannt«: Wenn ein Freund zum Feind wird

Die judenfeindlichen Novemberpogrome von 1938 jähren sich zum 88. Mal. Anlass, die Geschichte »Empfänger unbekannt« aus demselben Jahr zur Hand zu nehmen. Darin schlägt ein Jude zurück, mit überraschenden Mitteln

von Leticia Witte  30.10.2026

München

Julia Klöckner: Verteidigung jüdischen Lebens Aufgabe für alle

Jüdische Kultur ist in Deutschland tief verwurzelt. Zum 40. Mal wollen die Kulturtage diesen Reichtum würdigen. Für die Bundestagspräsidentin ein Anlass zu Mahnung und Hoffnung

 30.10.2026