Covid

Rückkehr des Virus?

3D-Darstellung eines Coronavirus Foto: Getty Images/iStockphoto

Mit den griffigen Bezeichnungen klappt es jedenfalls ganz schnell. Kaum taucht eine neue Covid-Variante auf, erhält sie auch schon sofort einen Spitznamen – so wie jetzt die jüngst entdeckte Corona-Mutation BA.2.86. Pirola heißt sie. Wissenschaftler gaben ihr in den sozialen Medien diesen Namen, wobei nicht näher erklärt wurde, ob sich dieser auf den gleichnamigen Asteroiden bezieht oder einen der drei prominenten Fußballspieler aus Italien, die ebenfalls so heißen.

Nicht ganz so schnell aber sind die Wissenschaftler mit der Einschätzung von Pirola. Niemand kann zurzeit mit Gewissheit sagen, ob die neue Corona-Mutation eher Anlass zur Sorge geben sollte oder ob man entspannt bleiben kann. Fakt aber ist, dass sie bereits an mehreren Orten auf der Welt entdeckt wurde.

medienberichte So auch am Sonntag in Israel im Sourasky-Labor in Tel Aviv. Medienberichten zufolge wurde dort genau diese neue Corona-Mutation registriert. In mindestens drei weiteren Staaten, und zwar den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Dänemark, wurde Pirola ebenfalls dieser Tage nachgewiesen.

Weil die am vergangenen Freitag in Großbritannien erstmals bei einer Person festgestellte Pirola-Infektion nicht im Zusammenhang mit einer Reisetätigkeit zu stehen scheint, gehen die britischen Gesundheitsbehörden mittlerweile davon aus, dass es bereits eine »signifikante Übertragung in der Bevölkerung« geben könnte.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat BA.2.86 jedenfalls schon auf dem Radar. Die neue Covid-Variante hat Wissenschaftlern zufolge 36 Untervarianten. Zuvor war die Omikron-Variante entsprechend mutiert.

impfungen Israelische Regierungsbeamte kündigten zur Sicherheit schon einmal neue, angepasste Corona-Impfungen an, die im September für ältere Bürger sowie für Menschen mit beeinträchtigten Immunsystemen zur Verfügung stehen sollen. Forderungen nach einer Rückkehr zur Maskenpflicht wurden ebenfalls bereits laut.

Zurzeit ist noch unklar, wie schnell Pirola wirklich um sich greift. Sollte es sich um eine langsamere Corona-Mutation handeln, so könnte der angepasste Impfstoff eine Verbreitung rechtzeitig ausbremsen. Unklar ist auch, wie schwer die von BA.2.86 verursachten Krankheitsverläufe ausfallen. Israelischen Krankenhäusern zufolge steigt die Anzahl der behandelten Corona-Patienten derzeit jedoch erneut an. Ähnliche Nachrichten kamen aus Großbritannien.

Die Nachrichtenplattform »Ynet« zitierte Cyrille Cohen, die Chefin des Labors für Immuntherapie an der Bar-Ilan-Universität: »Die Variante weist viele Mutationen auf und erinnert uns an die Veränderung des Covid-Virus, als es von der Delta-Variante zum Omikron-Stamm überging. Klar ist, dass wir wieder einmal mit einer Variante konfrontiert sind, über die wir wenig wissen.«

veränderungen Mandy Cohen, Direktorin der US-Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention, erklärte am Freitag jedenfalls, dass die neue Variante kein Grund zur Sorge sein sollte. »Ich denke, was wir sehen, ist, dass unsere Erkennungsmechanismen, die wir eingeführt haben, funktionieren«, sagte sie gegenüber CNN. »Wir sind besser denn je darauf vorbereitet, Veränderungen im Covid-19-Virus zu erkennen und darauf zu reagieren.«

Seit Anfang 2020 wurden in Israel offiziell mehr als 4,8 Millionen Covid-19-Infektionen bestätigt. Es gab dort über 12.000 Todesfälle. Weltweit starben seither fast sieben Millionen Menschen an Corona. Aber auch in Deutschland geht laut Robert Koch-Institut die Zahl der Corona-Infektionen wieder in die Höhe – dies allerdings weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Derzeit wird die Variante EG.5 dafür verantwortlich gemacht. Sie trägt übrigens den Spitznamen Eris.

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