Berlin

Roth: Ausladung von AfD-Parlamentariern reicht nicht

Claudia Roth (Grüne) Foto: picture alliance/dpa

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) sieht die Ausladung von AfD-Politikern von der Eröffnungsgala der 74. Berlinale weiterhin kritisch. Sie respektiere aber das Vorgehen der Berlinale-Leitung, auch wenn dieses nicht der bisher üblichen Einladungspraxis entspreche, sagte Roth am Dienstag in Berlin. Üblich sei, Parlamentarier aus den Kulturausschüssen von Bundestag und Abgeordnetenhaus einzuladen. Am Donnerstagabend werden die Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet.

Eine antidemokratische Partei in den Parlamenten werde nicht allein dadurch bekämpft, dass deren Abgeordnete nicht mehr eingeladen werden, sagte Roth: »Wir müssen mehr tun, damit Demokratiefeinde nicht mehr in die Parlamente kommen.«

Die Berlinale-Leitung hatte Mitte vergangener Woche nach tagelanger Diskussion beschlossen, insgesamt fünf AfD-Politiker wieder von der Eröffnungsgala auszuladen. Das Leitungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian begründete den Schritt auf der Berlinale-Internetseite damit, dass unmissverständlich Stellung bezogen werden solle für eine offene Demokratie.

Roth hatte vor der Entscheidung der Berlinale-Leitung die Einladung von fachlich zuständigen AfD-Abgeordneten verteidigt. Dies entspreche »der demokratischen Praxis und dem Respekt der Bundesregierung vor dem Parlament und seinen gewählten Abgeordneten«. epd

Musik

Jay Beckenstein wird 75

Der jüdische Saxofonist aus Buffalo, der seine Jugend in Westdeutschland verbrachte, gründete eine der wichtigsten Fusion-Bands und bietet sanfte Klänge

von Imanuel Marcus  14.05.2026

Berlin

TU eröffnet neues Kompetenzzentrum für Antisemitismusforschung

Nach umfassendem Umbau stünden künftig rund 55.000 Bücher und Zeitschriften sowie etwa 11.000 visuelle Antisemitika für Forschung und Lehre zur Verfügung

 14.05.2026

Zahl der Woche

13 Gruppen

Fun Facts und Wissenswertes

 14.05.2026

Eurovision Song Contest

Die Leichtigkeit der anderen

Der Schoa-Überlebende Walter Andreas Schwarz vertrat Deutschland 1956 beim ersten Grand Prix Eurovision in Lugano. Seine Biografie prallte auf ein Publikum, das die Vergangenheit hinter sich lassen wollte

von Claudio Minardi  14.05.2026

ESC

In der Höhle des Löwen

Noam Bettan steht für Diversität und Offenheit – und wird genau dafür von »Pro-Palästinensern« attackiert. Doch der junge Israeli will sich nicht unterkriegen lassen

von Martin Krauß  14.05.2026

Interview

»Vertrauen und Austausch«

Kim Wünschmann über den Auftrag des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg

von Pascal Beck  14.05.2026

Kino

»Palästina 36«

In ihrer Doku geht die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir fahrlässig mit einem historischen Thema um

von Ralf Balke  14.05.2026

Berlin

Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei »Welt« auf

Die Hintergründe

von Steffen Trumpf  13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026