Berlin

Restitution im Bundeskanzleramt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters Foto: dpa

Aus der Sammlung des NS-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt (1895–1956) werden vier als NS-Raubkunst identifizierte Zeichnungen am Freitag im Bundeskanzleramt an die Nachfahren der einstigen jüdischen Besitzer zurückgegeben.

Es handelt sich um Werke der Künstler Charles Dominique Joseph Eisen, Augustin de Saint-Aubin und Anne Vallayer-Coster, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Zeichnungen stammen aus dem Besitz der jüdischen Familie Deutsch de la Meurthe in Paris, die von den Nationalsozialisten verfolgt und enteignet wurde.

förderer Der französische Industrielle Henry Deutsch de la Meurthe (1846–1919) ist den Angaben zufolge vor allem als Förderer der frühen Luftfahrt in die Geschichte eingegangen. Das Haus der Familie am Pariser Place des États-Unis wurde von der nationalsozialistischen »Dienststelle Westen« als Lager für beschlagnahmte Kunstwerke benutzt.

Da die nun zur Restitution stehenden vier Werke später Teil des Kunstbestands Hildebrand Gurlitts waren, wurden sie in die »Provenienzrecherche Gurlitt« des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg aufgenommen. Im September 2018 waren die Zeichnungen eindeutig als NS-Raubkunst identifiziert worden.  epd

Forum

Leserbriefe zur documenta

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 01.07.2022

Auszeichnung

Anthony Hyman erhält Körber-Wissenschaftspreis

Der mit einer Million Euro dotierte Preis geht 2022 an den in Haifa geborenen, in Dresden forschenden Zellbiologen

 30.06.2022

Jahrestag

Der Streit um die jüdischen Bücher

Heute vor 500 Jahren starb der Humanist Johannes Reuchlin

von Christiane Laudage  30.06.2022

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  30.06.2022

Debatte

Präzedenzloses Verbrechen

Ein Sammelband analysiert die jüngsten Versuche, die Schoa unter postkolonialen Vorzeichen zu relativieren

von Marko Martin  30.06.2022

documenta

»Unglaublich, dass so etwas passieren konnte«

Wie israelische Künstler und Galeristen auf den Antisemitismus-Skandal bei der Kasseler Weltkunstausstellung reagieren

von Tal Leder  30.06.2022

Finissage

Auf die nächsten 1700 Jahre

Das Festjahr ist ausgeklungen – eine Fortsetzung auf europäischer Ebene wird bereits diskutiert

von Ayala Goldmann  30.06.2022

»Nicht ganz koscher«

Zwei in der Wüste

Premiere beim Fritz-Gerlich-Preis: Zum ersten Mal gewinnt eine Komödie. Die Regisseure haben ein schwieriges Thema leicht verpackt. Das wurde von der Jury honoriert

 29.06.2022

Debatte

Claudia Roth und die Flucht nach vorn

Die Kulturstaatsministerin war massiv in die Kritik geraten. Jetzt regt sie Reformen bei der documenta an

 29.06.2022