Jüdisches Museum München

Prost und le Chaim

Brauherren, Hopfenhändler, Krug-Designer und Marketing-Experten: Dass die Geschichte des Biers in Bayern und aller Welt auch eng mit jüdischen Akteuren verknüpft ist, zeigt ab Mittwoch eine neue Ausstellung in München.

Ägypten Die Schau im Jüdischen Museum präsentiert frühgeschichtliche Funde wie Biergefäße aus dem alten Ägypten. Ihr Schwerpunkt liegt aber auf der jüngeren Historie. Wichtiger Bestandteil der Schau ist etwa die Geschichte jüdischer »Bierkrugveredler« und der Hopfenhändler in München und Bayern.

Gerade der Hopfenhandel sei ein »fast ausschließlich jüdisches Geschäft« gewesen, sagte Kurator Bernhard Purin.

Ausführlich aufbereitet ist auch das Leben des Unternehmers Hermann Schülein. Er machte ab den 1920er-Jahren das Münchner Löwenbräu zu einer der erfolgreichsten Exportbrauereien der Stadt.

Rheingold Nach seiner Emigration verhalf Schülein mit innovativer Werbung der US-Biermarke Rheingold zum Durchbruch. Zu sehen sind unter anderem Originalwerbeclips mit Stars wie Marlene Dietrich und John Wayne.

Die Ausstellung mit dem Titel »Bier ist der Wein dieses Landes« läuft bis zum 8. Januar 2017. Sie findet parallel zur Ausstellung »Bier.Macht.München« im Münchner Stadtmuseum statt. Man habe sich bewusst für eine getrennte Ausstellung entschieden, um auch überregionale Aspekte berücksichtigen zu können, sagte Purin.

Im Internet sei auch bereits vor der Eröffnung der Schau reges Interesse spürbar: »Katzenfotos und Bier funktionieren immer«, zitierte der Kurator der Schau einen User der Facebookseite des Museums. epd

www.juedisches-museum-muenchen.de

Länger leben

Forscher drehen die biologische Uhr zurück

Israelischen Wissenschaftlern gelingt es, Alterungsprozesse in Lebern alter Mäuse umzukehren. Der Traum von der Verjüngung erscheint damit zumindest auf molekularer Ebene denkbar

von Sabine Brandes  23.06.2026

Social Media

Von Saftpäckchen und Zahlencodes

Auf der Online-Plattform TikTok versteckt sich Judenhass häufig hinter Zahlencodes, Emojis und Hashtags. Eine neue Studie untersucht die Besonderheiten des digitalen Antisemitismus

von Leon Stork  23.06.2026

Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Nur wenige haben einen Oscar, Emmy, Tony und Grammy gewonnen. Das jüdische Multitalent Mel Brooks zählt dazu. Jetzt wird der Komiker und Regisseur 100 - und zeigt, dass er noch immer Menschen zum Lachen bringt

von Barbara Munker  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  22.06.2026

Hören

»Amalie’s Cosmos«

Die in Paris geborene Harfenistin Anne-Sophie Bertrand stellt eine deutsch-jüdische Salonnière ins Zentrum ihres neuen Albums

von Claudia Irle-Utsch  22.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  22.06.2026

Jubiläum

Mit diesen prominenten Weggefährten feiert Wolf Biermann seinen 90. Geburtstag

Der legendäre Liedermacher wird am 15. November 90 Jahre alt

 22.06.2026 Aktualisiert

Kulturkolumne

Warum ich bei Fußball im Fernsehen besonders gut einschlafe

Hinter dem Phänomen steckt eine lange Familiengeschichte – unsere Autorin nimmt Sie mit auf eine Zeitreise

von Maria Ossowski  22.06.2026