Geheimnisse und Geständnisse

Plotkes

Malcolm McLaren war, was wenige wussten, jüdischer Herkunft. Der vergangene Woche an Krebs verstorbene Punk-Impresario wurde 1946 als Sohn eines Schotten und einer sefardischen Jüdin geboren. Nach der Scheidung der Eltern wuchs McLaren bei seiner Großmutter Rose Isaacs auf, deren Erziehung ihn erst zum Punk machte, so der spätere Manager der Sex Pistols. Gerne zitierte McLaren einen Spruch seiner Oma: »Brav sein ist langweilig, böse sein ist besser!«

Sarah Silverman hat die Trennung von ihrem Ex-Freund Jimmy Kimmel offenbar verwunden. Die Komödiantin wurde im Restaurant The Grove in Hollywood beim heftigen Knutschen mit Alex Sulkin, einem Drehbuchautor der Animationsserie Family Guy, gesehen. Heiraten will Sarah ihren Neuen aber nicht. Die Institution der Ehe findet sie »eklig und bescheuert«, sagte die 39-Jährige dem Playboy.

Hugo Egon Balder ist unter die Tierfreunde gegangen. In einer Anzeige der radikalen Tierschutzorganisation PETA fordert der Moderator der SAT 1-Show Genial Daneben ein Verbot der Massenzüchtung von Haustieren. Wenn überhaupt, so Balder, solle man sich sich seine Hausgenossen lieber aus dem Tierheim holen.

Nigella Lawson hat einen britischen Mythos dekonstruiert. Die Nationalspeise Fish and Chips sei mitnichten englischen Ursprungs, erklärte die Fernsehköchin. Die Tradition, Fisch in Panade zu backen, hätten vielmehr sefardische Juden eingeführt, die sich nach der Vertreibung aus Spanien auf der Insel niedergelassen hatten. Echt goijisch seien nur die Fritten zum Fisch.

Shalom Auslander sieht schwarz für Amerika. Nachdem kürzlich Attentatspläne einer militanten christlich-fundamentalistischen Terroristengruppe aufgedeckt wurden, glaubt der Schriftsteller (»Eine Vorhaut klagt an«) die USA auf dem Weg in den Faschismus. Im jüdischen Onlinemagazin Tablet macht Auslander sich schon Gedanken, welcher seiner Nachbarn ihn wohl verstecken würde, wenn die neue Gestapo käme, um die Juden abzuholen. ja

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

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Zwei Mädchen im Winter 1947

Die amerikanische Schriftstellerin Holly-Jane Rahlens schreibt über Freundschaft in der Berliner Nachkriegszeit

von Katrin Diehl  12.10.2026

Slata Roschal

Der Autor ist tot

Sie las beim Bachmannpreis und verließ den Saal – in ihrem neuen Roman rechnet sie mit dem Literaturbetrieb ab

von Frank Keil  12.10.2026

Boris Schumatsky

Geografie der Entwurzelung

Der Berliner Schriftsteller erzählt von seiner Mutter, dem russischen Krieg gegen die Ukraine und vom Verlust jeglichen Halts bei Paul Celan

von Alexander Kluy  12.10.2026

Sachbuch

Treffpunkt der Egomanen

Christian Buckard erzählt die Geschichte des legendären »Romanischen Cafés« und seiner jüdischen Bohème

von Leon Stork  12.10.2026

Tomer Gardi

Auf der Spur der Fahrradkuriere

Der israelische Autor verfolgt in seinem neuen Roman Lieferketten – und widmet sich den Menschen, die per App gerufen werden

von Sophie Albers Ben Chamo  12.10.2026

Sachbuch

Jerusalem für Anfänger

Geht es um die Gegenwart, verliert sich Dietmar Pieper in Tagespolitik

von Ralf Balke  12.10.2026

Frankfurt am Main

Auszeichnung für Journalisten und Buchautoren

Der Georg-Stefan-Troller-Preis für die Berichterstattung über jüdisches Leben wurde erstmals verliehen. Mit Mascha Malburg und Joshua Schultheis sind auch zwei JA-Journalisten unter den Ausgezeichneten

 11.10.2026

Frankfurt am Main

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Philippe Sands überreicht

Der Völkerrechtsanwalt forderte in seiner Rede ein Ende angeblicher »Debattenbeschränkungen« in Deutschland

 11.10.2026