Bayreuth

Planungen für NS-Dokumentationszentrum schreiten voran

Eine Richard Wagner-Büste des Bildhauers Arno Breker steht am Grünen Hügel beim Festspielhaus von Bayreuth. Foto: picture alliance/dpa

Die Planungen für ein NS-Dokumentationszentrum in Bayreuth machen Fortschritte. Eng einbezogen wird dabei die Richard-Wagner-Stiftung. Sie wird das geplante Zentrum wissenschaftlich unterstützen und organisatorisch und inhaltlich betreuen.

Die Stadt will das Dokuzentrum in direkter Nachbarschaft zum Richard-Wagner-Museum installieren, unter anderem im früheren Wohnhaus von Houston Stewart Chamberlain (1855-1927), Schwiegersohn Richard Wagners und Vordenker von Rassismus und Antisemitismus im Dunstkreis der Festspiele.

Wann das Zentrum öffnen kann, steht noch nicht fest. »Alle Prognosen dazu sind mit großer Vorsicht zu genießen«, teilte ein Sprecher der Stadt mit. »Mit viel Optimismus hofft unser Kulturreferat, dass 2029 oder 2030 die Eröffnung des Dokumentationszentrums der NS-Ideologiegeschichte erfolgen könnte.«

Freund der Wagners

Rund um die Festspiele entwickelte sich ein Gerüst aus Rassismus, Antisemitismus und völkischer Ideologie, das sich die Nationalsozialisten zunutze machten. Adolf Hitler war glühender Verehrer der Werke Richard Wagners und oft in Bayreuth zu Gast - als Freund der Wagner-Familie.

Eine Berechnung aus dem Jahr 2022 ergab Kosten von 23,1 Millionen Euro für das Projekt. Darunter fällt die Sanierung des Chamberlain-Hauses und die Einrichtung des Zentrums dort sowie die Einbeziehung des früheren Wohnhauses des NSDAP-Gauleiters Hans Schemm. Es stehe eine umfängliche staatliche Förderung in Aussicht, unter anderem seitens des Bundes, teilte der Sprecher weiter mit.

Die Richard-Wagner-Stiftung betreibt in Bayreuth das Richard-Wagner-Nationalarchiv und das Richard-Wagner-Museum. Seit der Erweiterung des Museums sei die kritische Auseinandersetzung mit der ideologischen Rezeptions- und Wirkungsgeschichte Wagners ein Schwerpunkt der Forschungs- und Vermittlungsarbeit, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. dpa

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