EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Berlin

NS-Raubkunst im Bundeskanzleramt zurückgegeben

Monika Grütters Foto: Christof Rieken

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat vier Zeichnungen, die für Experten eindeutig NS-Raubkunst sind, an die Erben einer französischen Industriellenfamilie zurückgegeben. Die Werke kamen aus Privatbesitz. Der Besitzer, der anonym bleibe wolle, habe sie für die Forschung im Kunstfund Gurlitt zur Verfügung gestellt, teilte die Kulturstaatsministerin am Freitag in Berlin mit. Denn die Zeichnungen gehörten einst zum Bestand des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, dem Vater von Cornelius Gurlitt.

Es handelt sich um Werke von Charles Dominique Joseph Eisen, Augustin de Saint-Aubin und Anne Vallayer-Coster. Eigentümerin der Werke war früher die Familie Deutsch de la Meurthe. Zur offiziellen Übergabe ins Kanzleramt kam Diego Gradis, der Enkel von Georgette Deutsch de la Meurthes. In deren Pariser Haus hingen damals die Zeichnungen. Es wurde während der Besatzung durch die Nationalsozialisten geplündert.

Kulturstaatsministerin Grütters würdigte, dass sich der private Besitzer für die Rückgabe entschieden habe. »Das ist vorbildlich.« Die Restitution der vier Kunstwerke könne das erlittene Unrecht der Familie zwar nicht ungeschehen machen, so Grütters. Doch es sei »hoffentlich beispielgebend, dass sich Privatpersonen zu den Washingtoner Prinzipien bekennen und zur Rückgabe der NS-Raubkunst an die Erben bereit sind«.

Im Besitz von Gurlitts Sohn Cornelius waren 2012 rund 1500 Werke entdeckt worden. Der Kunstfund in München galt als Sensation. Große Teile der Sammlung standen im Verdacht, jüdischen Besitzern während der Nazi-Zeit geraubt worden zu sein. Bisher wurden aber nur wenige Kunstwerke als NS-Raubkunst identifiziert.  dpa

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 4. November

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Philologie

Mehr als Dolmetscher

Jüdische Übersetzer haben nicht nur zwischen den Sprachen vermittelt, sondern dabei auch eigene Denkformen geprägt

von Katharina Hillmann  27.10.2026

Bucerius Kunst Forum

Verstreute Meisterwerke

Eine Ausstellung in Hamburg vereint rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus 15 jüdischen Sammlungen und erinnert an den Kunstraub der Nationalsozialisten

von Edgar S. Hasse  27.10.2026

Kino

Wiener Blut

Ulrike Ottinger lädt in der Horrorkomödie »Die Blutgräfin« zum morbiden Vampirvergnügen und schwelgt in opulenten Bildern. Isabelle Huppert geht perfekt gestylt auf Beutezug

von Anna Maria Pahlke und Sophie Albers Ben Chamo  27.10.2026

Jerusalem

Cohen interpretiert Cohen

Der israelische Jazz-Musiker Avishai Cohen hat sich für sein neues Album ein Buch des legendären Singer-Songwriters Leonard Cohen vorgenommen

von Imanuel Marcus  27.10.2026

Nachruf

»Star Trek«-Star Walter Koenig ist tot

Seine Rolle als Pavel Chekov hatte eine humoristische Funktion. Der Charakter sollte jüngere Zuschauer ansprechen

 27.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Rote Bänke, erschöpfte Katzen – ein Nachmittag in Amsterdam

von Margalit Edelstein  26.10.2026

Düsseldorf

50 Jahre Kiss in Deutschland: Doro Pesch feiert ihre Helden

Wegen Kiss fing Doro Pesch mit der Musik an. Später wurde der jüdische Bassist, Sänger und Bandleader Gene Simmons ihr Mentor. Seither ist ein halbes Jahrhundert vergangen

von Philip Dethlefs  26.10.2026