Goslar

NS-Bezug? Prüfung des Musikpreises Paul-Lincke-Ring

Der Komponist Paul Lincke (1866 - 1946) Foto: picture alliance / akg-images

Goslar

NS-Bezug? Prüfung des Musikpreises Paul-Lincke-Ring

Untersucht werden soll, ob und wie der Komponist Paul Lincke mit Nazis in Verbindung stand

 16.01.2024 14:22 Uhr

Der Musikpreis der Stadt Goslar, der Paul-Lincke-Ring, wird in diesem Jahr doch nicht übergeben. Vor einer erneuten Vergabe soll die mögliche NS-Vergangenheit des Namensgebers untersucht werden, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. In diesem Jahr wäre die Auszeichnung zum 70. Mal verliehen worden. Anfang Januar hatte die Stadt den Autor und Sänger Sven Regener als Preisträger benannt.

Es gebe bereits Erkenntnisse, die den Komponisten Paul Lincke unter anderem mit Personen aus dem Nationalsozialismus in Verbindung bringen, teilte die Stadt mit. Stadt und Jury wollen nun eine Untersuchung von Experten in Auftrag geben, die Linckes Haltung zur NS-Zeit erforschen soll.

Ehrung ausgesetzt

Die Jury betonte, dass der Fokus der Auszeichnung stets auf der Leistung der gewürdigten Künstler gelegen habe. Bis zu einer Klärung soll die Ehrung von Regener ausgesetzt werden. Das sei auch im Interesse des Künstlers.

Im Jahr 1955 wurde der Paul-Lincke-Ring zum ersten Mal vergeben. Zunächst im Zweijahresrhythmus, seit 2016 jährlich. Die Auszeichnung wird an Musiker vergeben, die sich um deutschsprachige Musik verdient gemacht haben.

Der Preis ist nach dem deutschen Operettenkomponisten Paul Lincke (1866-1946) benannt und wird an dessen Sterbeort, dem Goslarer Stadtteil Hahnenklee, vergeben. Vorherige Preisträger waren unter anderem Udo Lindenberg, Max Raabe und Helge Schneider sowie zuletzt Annett Louisan. dpa

Hollywood

Zwei große Favoriten für die Oscars - und jede Menge Außenseiter

Zwei Filme, die originell zwischen allen Genres hin- und herspringen, führen das Oscar-Rennen an - und das mit einer neuen Rekordzahl von Nominierungen. Doch in der Nacht zum Montag könnte es auch Überraschungen geben

von Marius Nobach  12.03.2026

Berlin

Wirbel um Weimer: Regierung weist Rücktrittsforderung zurück

Erst gab es Debatten über Antisemitismus auf der Berlinale, jetzt über den Buchhandlungspreis: Die Bundesregierung stellt sich hinter ihren Kulturstaatsminister Wolfram Weimer

von Julia Kilian, Verena Schmitt-Roschmann, Sabrina Szameitat, Silke Sullivan  12.03.2026

Aufgegabelt

Kräuter-Hühnersuppe mit Hawaij

Rezepte und Leckeres

von Katrin Richter  12.03.2026

Der Rest der Welt

Der Rest der Welt

Eine Überdosis an Chatgruppen oder Was das Jüdische daran ist

von Nicole Dreyfus  12.03.2026

Tischtennis

Wer waren Marty Reisman und Alojzy Ehrlich?

Der Oscar-nominierte Film »Marty Supreme« knüpft an wahre Biografien an

von Martin Krauss  12.03.2026

Hollywood

Curtis zu Chalamets Opernspruch: Vermächtnis beschädigt

Oper und Ballett interessierten niemanden mehr: Mit solchen Äußerungen sorgt der Oscar-nominierte Timothée Chalamet weiter für Wirbel. Nun meldete sich auch Oscarpreisträgerin Jamie Lee Curtis zu Wort

 12.03.2026

Kolumne

Die Schließung des HIAS Wien ist das Ende einer Ära

Aus für einen Leuchtturm: Die Hebrew Immigrant Aid Society war die erste Anlaufstelle für sowjetische Juden, die in den Westen oder nach Israel auswandern wollten

von Eugen El  12.03.2026

Kinderfilm

Mit dem Aufzug ins Jahr 1938

»Das geheime Stockwerk« zeigt die Zeitreise eines Jungen als Detektivgeschichte. Ein gelungener und mehrfach ausgezeichneter Kinderfilm

von Gabriele Hermani  12.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026