Hören!

New York-Nordafrika

Omer Avital gilt als einer der einflussreichsten israelischen Jazzer. Seit er 1994 im New Yorker Club Smalls debütierte, hat der 1971 in Givatajim geborene Bassist ein Dutzend CDs herausgebracht, in denen er den Jazz seiner Wahlheimat New York mit musikalischen Einflüssen seines Geburtslandes mischt. So auch in besonderem Maß auf seinem neuen Album New Song.

Avital hat dafür einmal mehr seinen Dauerbegleiter Avishai Cohen an der Trompete, den Pianisten Yonathan Avishai und den Schlagzeuger Daniel Freedman um sich geschart. Ein seit Jahren bestehendes Quartett, das durch den Saxofonisten Joel Frahm zum Quintett erweitert wurde.

Wurzeln In den Titeln der elf Songs des Albums spiegelt sich Avitals Herkunft: »Maroc« zum Beispiel oder »Yemen Suite«: »Die Familie meines Vaters kommt aus Marokko«, erklärt der Musiker. »Mütterlicherseits kommt die Familie aus dem Jemen. Ich wuchs in Israel in einer multinationalen und multikulturellen Gesellschaft auf. Diese Wurzeln und diese Kulturen bilden nicht nur meinen biografischen Hintergrund. Sie sind Teil meines Lebens.«

Die arabischen Titel der CD sind für Avital, der das nahöstliche Instrument par excellence, den Oud, spielt, nicht nur musikalisches Programm, sondern auch ein politisches Statement. »Jeder in New York weiß, woher er kommt, und jeder hat seine urpersönliche Form der Identität. Deshalb habe ich intensiv damit begonnen, über mich als Israeli nachzudenken und was das eigentlich bedeutet, aus dem Jemen und Marokko zu kommen. Und je mehr ich anfing, mich in arabische Musik und die Musik Nordafrikas zu vertiefen, desto mehr habe ich die Verbindungen zum Jazz und zu anderer Musik realisiert.«

New Song zeigt, warum Jazz made in Israel derzeit so erfolgreich ist und warum Omer Avital zu den kreativsten Köpfen dieser variationsreichen Musik zählt.

Omer Avital: »New Song«. Plus Loin 2014/Abeille Music

7. Oktober

Maxim Biller und die Barbaren

In »Schwarze Samstage« kämpft der Schriftsteller mit den Folgen des Massakers in Israel – und zieht eine harte Linie zwischen Juden und »Gojim«

von Tobias Kühn  07.10.2026

TV-Tipp

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  07.10.2026

Programm

Musikalische Crossovers, Kontroverse, Krimi und Krav Maga: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Oktober bis zum 14. Oktober

 07.10.2026

Deutscher Buchpreis

Hermeskeil ist stolz auf Shida Bazyar

Die Auszeichnung würdigt den Roman einer Autorin aus dem Hunsrück. Das gibt der Stadt neuen Anlass, sich mit den verdrängten Kapiteln seiner Geschichte auseinanderzusetzen.

von Ira Schaible, Sandra Trauner  07.10.2026

TV-Tipp

Zwischen Terror und Trauma

Eine Reportage von Jan Philipp Burgard auf WELT TV zeigt Israel und seine Menschen drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023

von Detlef David Kauschke  07.10.2026

Im Kino

Mutiges Biopic über Österreichs Ex-Kanzler: »Bruno – Der junge Kreisky«

Harald Sicheritz hat ein Biopic gedreht, das die politischen Kämpfe zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, zwischen der Linken an sich und den Nationalsozialisten in den 1930er Jahren differenziert darstellt

von Sascha Westphal  06.10.2026

Literatur

Neues Jugendbuch von Holly-Jane Rahlens: Ein eher unbekanntes Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte

Displaced Persons Camps der Nachkriegszeit: Sie stehen im Zentrum eines neuen Buches von Holly-Jane Rahlens. »Frostblüten« heißt und erzählt von der Freundschaft der jüdisch-polnischen Estera und der Berlinerin Lotte

von Nina Schmedding  06.10.2026

Aufruf

Buchpreis-Trägerin Shida Bazyar warnt vor AfD

Shida Bazyar ist mit dem diesjährigen Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In einem Vorab-Interview äußerte sie sich auch politisch

von Anita Hirschbeck  06.10.2026

Literatur

Shida Bazyar für ihren Roman »Die Lücken« mit Deutschen Buchpreis ausgezeichnet

Der Preis wurde am Montagabend im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse vergeben

 05.10.2026 Aktualisiert