Kulturpolitik

Neue Leitlinie betont politische Aspekte bei Umgang mit NS-Raubgut

NS-Raubgut kann sich auch in Bibliotheken finden. Foto: imago images / Jakob Hoff

Für den Umgang mit NS-Raubgut haben Bund, Länder und Kommunen ihren Leitfaden aktualisiert. Die Neufassung konzentriert sich nach Angaben vom Mittwoch »stärker als bisher auf eine grundlegende Darstellung der politischen Aspekte der Aufarbeitung des NS-Kulturgutraubes«.

Thema Die Handreichung solle an das Thema heranführen, die hohe Bedeutung der Aufarbeitung unterstreichen und diejenigen ansprechen, die mit dem Thema neu befasst sind. Die Neufassung basiert auf den Leitlinien von 2001, die vor zwölf Jahren zuletzt überarbeitet wurden.

»Die aktualisierte Handreichung ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Aufarbeitung des NS-Kulturgutraubes, den wir gemeinsam mit Ländern und kommunalen Spitzenverbänden gehen«, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in einer Mitteilung.

Engagement »Damit bekräftigen wir unser Bekenntnis zur weiteren Aufarbeitung des NS-Kulturgutraubes. Dieses Engagement sind und bleiben wir gerade den jüdischen Opfern und ihren Familien schuldig, die von den Nationalsozialisten ihres Eigentums, ihrer Rechte und vielfach ihres Lebens beraubt wurden.«

Aus Sicht des Vorsitzende der Kulturminister-Konferenz, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD), ist die Handreichung »politisches Grundsatzdokument und praktische Arbeitshilfe«. Damit werde die gesellschaftliche Bedeutung der Aufklärung des nationalsozialistischen Kulturgutraubs betont.

Aufklärung Der Präsident des Deutschen Städtetages, für die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), sagte, Aufklärung,

Rückgabe oder Entschädigung von NS-Raubgut aus öffentlichen Sammlungen sei den Kommunen ein sehr wichtiges Anliegen. »Die aktualisierte Handreichung soll mit praktischen Hilfestellungen die Aufklärungsarbeit in kommunalen Museen, Bibliotheken und Archiven weiter stärken und unterstützen.« dpa

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 30.10.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  30.10.2026

Literatur

»Empfänger unbekannt«: Wenn ein Freund zum Feind wird

Die judenfeindlichen Novemberpogrome von 1938 jähren sich zum 88. Mal. Anlass, die Geschichte »Empfänger unbekannt« aus demselben Jahr zur Hand zu nehmen. Darin schlägt ein Jude zurück, mit überraschenden Mitteln

von Leticia Witte  30.10.2026

München

Julia Klöckner: Verteidigung jüdischen Lebens Aufgabe für alle

Jüdische Kultur ist in Deutschland tief verwurzelt. Zum 40. Mal wollen die Kulturtage diesen Reichtum würdigen. Für die Bundestagspräsidentin ein Anlass zu Mahnung und Hoffnung

 30.10.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Am Montag wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  30.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  29.10.2026

Auszeichnung

Shimon-Peres-Preis für deutsch-israelische Projekte

Für einen Dialog in Krisenzeiten werden jetzt zwei deutsch-israelische Projekte ausgezeichnet. Der Preis erinnert an den Friedensnobelpreisträger und israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres

 29.10.2026

Kulturkolumne

Tikkun Olam am Abend

Das Geheimnis der Waldschnepfe

von Sophie Albers Ben Chamo  29.10.2026

Tel Aviv

Gal Gadot will mit ihrer Familie nach Israel zurückkehren

Die Hintergründe

 29.10.2026