Stipendium

Neue Facetten der Begegnung

ELES-Stipendiaten präsentieren ihre Werke im Ernst-Ludwig-Ehrlich-Haus (2018) Foto: Chris Hartung

Die akademischen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel weiter vertiefen: Das ist das Ziel eines neuen gemeinsamen Stipendienprogramms des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) und der Beck’schen Stiftung. Das Stipendium »Beck Berlin« soll erstmalig zum 1. Oktober an junge Israelis vergeben werden, die in der Bundeshauptstadt studieren oder an ihrer Promotion arbeiten wollen.

Europa ELES-Geschäftsführer Jo Frank ist begeistert. Bisher konnte ELES nach den Richtlinien des Bundesbildungsministeriums nur Israelis unterstützen, die neben ihrer israelischen Staatsbürgerschaft auch die mindestens eines europäischen Staates besitzen.

»Dank der Beck’schen Stiftung konnten wir diese Förderungslücke nun schließen und interessierten jungen Israelis unabhängig von etwaigen Zweitstaatsangehörigkeiten eine finanzielle und ideelle Unterstützung anbieten«, so Frank.

Er ist überzeugt, dass der akademische, kulturelle und religiöse Austausch innerhalb der ELES-Stipendiatenschaft für die israelischen Studenten intensiv und fruchtbar sein wird. Nicht zuletzt, weil ELES auf ein breites Netzwerk an renommierten jüdischen Wissenschaftlern und Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens zurückreifen kann, in das die Stipendiaten eingebunden werden.

STRAHLKRAFT »Israel und die jüdische Community in Berlin sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden«, sagt der ELES-Chef. »Mit dem neuen Stipendienprogramm können wir unseren Beitrag dazu leisten, dass diese Verbindung noch nachhaltiger und fester wird.« Für das Beck-Stipendium können sich Israelis bewerben, die entweder ein Auslandsjahr an einer Berliner Hochschule absolvieren oder ihren Bachelor oder Master komplett in der Bundeshauptstadt machen wollen.

Auch Menschen mit israelischem Pass, die seit Kurzem im Bundesgebiet wohnen und in Berlin studieren oder promovieren wollen, sind bei »Beck Berlin« willkommen. »Berlin ist ein Zentrum jüdischen Lebens mit großer internationaler Strahlkraft«, sagt Clemens Beck, Vorstand der Beck’schen Stiftung. Die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland würden durch den akademischen Austausch weiter gestärkt. »Wir freuen uns, den bilateralen Beziehungen der Länder diese Facette hinzufügen zu können«, so Beck.

Für die erste Förderungsrunde ab Oktober sind insgesamt sechs Stipendien zu vergeben. Bewerben können sich alle jüdischen Staatsbürger Israels unabhängig von ihrer akademischen Fachrichtung. Voraussetzung sind eine feste Studienplatzzusage in Berlin sowie Grundkenntnisse in Deutsch auf dem Niveau B1. Die Zuwendungssumme des neuen Programms entspricht den allgemeinen ELES-Sätzen, die an die BAföG-Zahlungen angelehnt sind.

Pauschale So können die Stipendiaten der Beck-Studentenförderung abhängig vom Einkommenshintergrund ein Stipendium in Höhe von maximal 744 Euro im Monat sowie eine zusätzliche Studienkostenpauschale von monatlich 300 Euro erhalten. Auch ein Zuschuss zur Krankenversicherung von rund 100 Euro ist drin.

Die Promovierenden erhalten ein monatliches Stipendium in Höhe von 1350 Euro und eine Forschungskostenpauschale von 100 Euro. Ein studienbegleitender Deutschkurs ist inklusive. Bewerbungen für »Beck Berlin« sind ab sofort über die Website des ELES-Studienwerks möglich.

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