Jubiläum

Neue Bauten, neue Schauen

Das erste in Deutschland nach 1945 errichtete jüdische Museum ist das in Frankfurt/Main. Foto: Eva Kröcher (GFDL, cc)

Jubiläum

Neue Bauten, neue Schauen

Das Jüdische Museum Frankfurt/Main präsentiert sein Programm zum 25-jährigen Bestehen

 20.02.2013 15:40 Uhr

Als erstes in Deutschland nach 1945 errichtetes jüdisches Museum begeht das Jüdische Museum Frankfurt am Main dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Das Museum wurde am 9. November 1988 symbolträchtig eröffnet – genau 50 Jahre nach der Pogromnacht und der Zerstörung des Vorläuferbaus, des Frankfurter Museums Jüdischer Altertümer.

Am Sonntag, den 24. Februar, werde bei einem Nachmittag der offenen Tür die Dauerausstellung in neuer Form präsentiert, sagte Direktor Raphael Gross am Mittwoch. Die Schau beginnt mit dem Comic »Let my people go«, dessen Zeichnungen die Wände des ersten Raums bedecken und die Exodus-Geschichte des Volkes Israel aus Ägypten grafisch erzählen.

exponate Zu den neuen Exponaten gehören Gemälde des zu seiner Zeit angesehenen jüdischen Frankfurter Künstlers Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882), ein prächtig geschmückter Tora-Vorhang von 1866 und ein silberner »Familienbaum« von 1863, der mit Porträtfotos auf Blättern den Stammbaum einer jüdischen Familie abbildet. Der Raum über den Antisemitismus wurde überarbeitet, Exponate wie ein Bierkrug von 1910 mit aufgeprägten antisemitischen Bildszenen werden nun begleitet von Porträts von Menschen, die sich dem Antisemitismus widersetzten.

Das Museum sei kein Holocaustmuseum, betonte Gross. Die Ausstellungen und Veranstaltungen machten deutlich, dass Juden nicht nur ein Objekt der Verfolgung in Deutschland gewesen seien, sondern Träger von Geschichte und Kultur bis in die Gegenwart. Jährlich kämen rund 50.000 Besucher, davon ein Viertel aus dem Ausland, die ihr Bild vom Judentum erweitern könnten. Das Museum trage dazu bei, das »neurotische Verhältnis der Deutschen zum Judentum in der Nachkriegszeit zu verändern«.

erweiterung 25 Jahre nach der Eröffnung plant das Museum den Sprung in eine größere Liga: Ein moderner Erweiterungsbau soll von Sommer 2014 bis Ende 2015 errichtet und gleichzeitig das historische Rothschild-Palais saniert werden. Der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs werde im Mai vorgestellt, sagte Gross. Mit dem Erweiterungsbau werde Platz für Veranstaltungen und große Wechselausstellungen geschaffen, die bisher mit engen Verhältnissen zurechtkommen mussten. Das Rothschild-Palais werde dann allein für die Dauerausstellung zur Verfügung stehen, die grundlegend neu gestaltet werde.

Der Museumsdirektor kündigte für dieses Jahr drei Wechselausstellungen an: »Juden. Geld. Eine Vorstellung« (25. April bis 6. Oktober), »Treten Sie ein! Treten Sie aus! – Warum Menschen ihre Religion wechseln« (14. Mai bis 1. September im Museum Judengasse) und »Das Jahr 1938. Kunstleben im Nationalsozialismus« (November bis Februar 2014). epd

Ausstellung

Landesmuseum Mainz zeigt jüdisches Erbe von Rheinland-Pfalz

Die erhaltenen Spuren der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden von Speyer, Worms und Mainz sind schon seit 2021 offiziell Weltkulturerbe. Nun rückt auch das Landesmuseum Mainz das Judentum in Rheinland-Pfalz stärker in den Blickpunkt

 14.01.2026

Fernsehen

Dschungelcamp 2026: Gil Ofarim soll Rekord-Gage kassieren

Der 43-jährige Sänger bekommt laut »Schlager.de« für seine Teilnahme an der in Australien gedrehten Show mehr Geld als je ein Teilnehmer zuvor

 14.01.2026

Potsdam

Zentrum für Jüdischen Film geplant

Die Gründungsveranstaltung soll am 4. März dieses Jahres stattfinden

 14.01.2026

Programm

Lesung, Führung, Erinnerung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 15. Januar bis zum 22. Januar

 14.01.2026

Berlin

»Wie es wirklich war«: Schoa-Überlebende als Hologramme  

Wie es mit dem Erinnern an die NS-Verbrechen weitergeht, wenn diejenigen, die aus erster Hand berichten können, nicht mehr da sind, wird bei einer Konferenz in Berlin erörtert

von Leticia Witte  14.01.2026

Wissenschaft

Studie: Gedanken an andere Partner sind kein Treuebruch

Eine neue Studie der Universität Tel Aviv stellt gängige Vorstellungen von Monogamie und Treue grundsätzlich infrage

 14.01.2026

Comedy-Legende

Don Rickles: Meister der Beleidigungen

In diesem Jahr wäre der große Stand-Up-Comedian 100 Jahre alt geworden. Seine Spezialität: Er zog sein Publikum durch den Kakao

von Imanuel Marcus  14.01.2026

Zahl der Woche

Platz 28

Fun Facts und Wissenswertes

 13.01.2026

Erinnerungskultur

Bund fördert Projekte zu NS-Zeit und deutscher Teilung

Der Bund fördert in den kommenden Jahren neue Projekte in Gedenkstätten

 13.01.2026