Ehrung

Münchner Literaturpreis für Mirjam Pressler

Baut Brücken zwischen den Generationen und Kulturen: Mirjam Pressler Foto: dpa

Ehrung

Münchner Literaturpreis für Mirjam Pressler

Die 77-jährige Schriftstellerin und Übersetzerin wird für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet

 19.06.2017 15:47 Uhr

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler erhält den Münchner Literaturpreis 2017. »Mirjam Pressler schreibt seit 37 Jahren – und baut Brücken zwischen den Generationen und Kulturen, zwischen uns und unserer Geschichte«, begründete die Jury der Auszeichnung ihre Entscheidung. »Die meisten von uns haben sie und ihre Denkanstöße im Laufe der eigenen Lesebiografie schon früh kennengelernt«, so die Jury weiter. Die Verleihung des Preises findet am 20. Juni in Anwesenheit von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter statt.

Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren. Nach ihrer Schulzeit studierte sie an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt und Sprachen in München und lebte ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. Zurück in Deutschland arbeitete sie unter anderem als Taxifahrerin und führte einen Jeansladen. Um sich etwas Geld dazuzuverdienen, fing sie mit dem Schreiben an, wie sie 2015 im Interview mit der Jüdischen Allgemeinen verriet.

werk Seitdem hat sie mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher verfasst, darunter Bitterschokolade, die Romane Golem stiller Bruder und Shylocks Tochter sowie die Lebensgeschichte der Anne Frank Ich sehne mich so. Außerdem hat Pressler viele Bücher aus dem Niederländischen, Englischen und Hebräischen übersetzt, darunter auch die Romane von Uri Orlev.

Pressler ist bereits mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet worden. 2001 erhielt sie die Carl-Zuckmayer-Medaille für ihre Verdienste um die deutsche Sprache, 2004 den Deutschen Bücherpreis, 2010 verlieh ihr die Jury des Deutschen Jugendliteraturpreises den Sonderpreis für ihr Gesamtwerk. 2013 hat sie die Buber-Rosenzweig-Medaille erhalten, der diesjährige Preis der Leipziger Buchmesse 2015 ging an sie als Übersetzerin.

Der Literaturpreis der Landeshauptstadt München wurde 1928 auf Anregung von Thomas Mann zum ersten Mal vergeben. Er wird alle drei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger sind unter anderem Lion Feuchtwanger, Erich Kästner und Carl Amery. ppe

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