Ehrung

Moses-Mendelssohn-Medaille 2024 geht an Rachel Salamander

Rachel Salamander Foto: picture alliance / SZ Photo

Die Moses-Mendelssohn-Medaille geht in diesem Jahr an die jüdische Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander. Der Preis soll ihr am Dienstag, ihrem 75. Geburtstag, dem 30. Januar, in München vom Vorstandsvorsitzenden der Moses-Mendelssohn-Stiftung, Julius H. Schoeps, überreicht werden, wie die Stadt München am Donnerstagabend mitteilte.

Die jährlich verliehene Medaille gehe an Persönlichkeiten, die »sich im Sinne und in der Tradition des Denkens des bedeutenden jüdischen Aufklärers für Toleranz und Völkerverständigung sowie gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren«. Sie ist benannt nach dem Philosophen und Aufklärer Moses Mendelssohn (1729-1786), zu dessen Nachfahren Schoeps gehört.

Der Historiker erklärte, Rachel Salamander sei »prädestiniert für diese Auszeichnung«, da sie sich »seit Jahrzehnten in ganz besonderer Weise um die Verbesserung des deutsch-jüdischen Verhältnisses verdient gemacht« habe.

Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens

Es werde somit eine Frau geehrt, die sich nicht nur als Literaturwissenschaftlerin, sondern auch als Literaturförderin einen Namen weit über München und Berlin hinaus gemacht habe. Außerdem habe sie »maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens in Deutschland beigetragen«.

Rachel Salamander wurde 1949 in einem Lager für Überlebende des Holocaust, sogenannte Displaced Persons, geboren. Ab 1956 lebte die Familie in München. Dort studierte sie Germanistik, Philosophie und Romanistik. Sie promovierte und eröffnete 1982 in der bayerischen Landeshauptstadt eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum.

»Literarische Welt« und »Literaturforum«

Heute gibt es weitere Filialen. Von 2001 bis 2013 gab die Journalistin die Literaturbeilage der »Welt«, die »Literarische Welt«, heraus. Anschließend leitete sie kurzzeitig das »Literaturforum« der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Salamander schrieb zudem mehrere Bücher.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte sie bei der Verleihung des Heine-Preises in Düsseldorf 2021 »eine der bedeutendsten Ermöglicherinnen des deutschen Geisteslebens der letzten Jahrzehnte«. Über ihre Buchhandlungen habe sie außerdem die Werke jüdischer Autoren, die von den Nationalsozialisten verbrannt wurden, wieder in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt. kna

Giora Feidman

Ton der Seele

Der Klarinettist feierte seinen 90. Geburtstag in der Berliner Philharmonie – eine Doku auf ARTE würdigt sein Lebenswerk

von Maria Ossowski  27.03.2026

TV-Tipp

Arte-Doku über die Komponistin Meredith Monk

Arte zeigt einen Dokumentarfilm über die 1942 geborene New Yorker Komponistin, Choreografin und Regisseurin Meredith Monk. Mit ihren stilisiert naiven Bühnen- und Klangwelten hat sie ein besonderes Werk geschaffen

von Michael Kienzl  27.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

»Sowohlalsauch« oder Wenn das Lieblingscafé schließt

von Katrin Richter  27.03.2026

Schloßbergmuseum

Chemnitz zeigt Fotoausstellung über Mikwen

Ein Fotograf hat die Atmosphäre dieser meist unterirdisch gelegenen jüdischen Orte eingefangen

 26.03.2026

Charles Lewinsky

Melnitz, eine männliche Scheherazade

Der Schweizer Autor legt seinen Protagonisten auf die Couch und lässt ihn das 20. Jahrhundert erzählen

von Ellen Presser  26.03.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  26.03.2026

Shelly Kupferberg

Die Geschichte von Martha E. aus Schöneberg

In ihrem ersten Roman erzählt die Berliner Autorin von einer Nichtjüdin, die in der NS-Zeit zur stillen Heldin wurde

von Tobias Kühn  26.03.2026

Interview

»Man muss uns nicht gernhaben, aber man soll uns leben lassen«

Die Schoa-Überlebende Eva Erben und der TV-Moderator Günther Jauch sind seit Langem befreundet. Unser Reporter Michael Thaidigsmann hat Erben in Israel besucht und mit beiden gesprochen

von Michael Thaidigsmann  26.03.2026

Programm

Ferienprogramm, Retrospektive und ein Rache-Musical: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 26. März bis zum 2. April

 25.03.2026