Haifa

»Miss Holocaust Survivor« gekürt

Tova Ringer (93) bei der Preisverleihung am Sonntag in Haifa Foto: Flash 90

Die Auschwitz-Überlebende Tova Ringer (93) hat einen besonderen Schönheitswettbewerb in Israel gewonnen: In Haifa wurde sie am Wochenende zur »Miss Holocaust Survivor« gekürt. Wie israelische Medien berichteten, liefen bei dem Wettbewerb am Sonntag insgesamt zwölf Überlebende, teilweise gestützt von Helfern, über den roten Teppich – geschminkt, gestylt und mit schärpengeschmückten Kleidern.

Urgroßmutter »Ich hätte nie gedacht, dass ich in meinem Alter eine Schönheit sein würde«, sagte die Siegerin Tova Ringer, die aus Polen stammt und mittlerweile Urgroßmutter ist. In Auschwitz verlor sie ihre Eltern, ihre Großmutter und vier Schwestern. Zu den Bewerberinnen gehörten laut »Haaretz« auch eine Gynäkologin und eine Technikerin im Ruhestand (beide 81 Jahre alt). Die jüngste Teilnehmerin war 74 Jahre alt und arbeitet immer noch als Lehrerin.

Mehrere Generationen von Angehörigen und Unterstützern waren gekommen, um ihre Solidarität für die Überlebenden zum Ausdruck zu bringen. Zu den etwa 1000 Zuschauern gehörten laut »Times of Israel« auch Abgeordnete der Knesset.

Der Schönheitswettbewerb wird seit 2012 von der Organisation Yad Ezer L’Haver organisiert, der verarmte Schoa-Überlebende in Israel unterstützt. Nach Angaben der Organisation leben heute weniger als 200.000 Überlebende des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden in Israel. ag

Journalismus

Neuer Georg Stefan Troller Preis ehrt Beiträge über jüdisches Leben

Er hat einst das Interview-Format revolutioniert. Ein neuer Journalisten-Preis wird im Namen des im September 2025 gestorbenen Schoa-Überlebenden Georg Stefan Troller ausgeschrieben

 20.03.2026

Genuss

Koschere Frühlingsblumen

Warum der Sederabend für Weinliebhaber kein Albtraum mehr sein muss

von Jacques Abramowicz  20.03.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  20.03.2026

Literatur

Eine schrecklich nette Familie

Aus Schweden kommt ein jüdischer Berlin-Roman von Anna Brynhildsen

von Frank Keil  20.03.2026

Iryna Fingerova

»Man darf Kulturen nicht vergleichen«

Die Schriftstellerin und Ärztin über die Folgen einer Emigration, ihr Verhältnis zur Ukraine und das Leben als Jüdin in Deutschland – allesamt auch Themen ihres Romans »Zugwind«

von Maria Ossowski  20.03.2026

Jugendbuch

Zwei Jungen und die Liebe

Julya Rabinowich erzählt in »Mo & Moritz« eindringlich, aber auch plakativ von einer Beziehung zwischen einem Juden und einem Muslim

von Katrin Diehl  20.03.2026

Johannes Becke

Nachdenken über Israel

Ist der jüdische Staat als ein Teil Europas oder des Nahen Ostens zu verstehen? Der Autor gibt in seinem Buch profunde und überraschende Antworten

von Ralf Balke  20.03.2026

Dana von Suffrin

Wutgeburt

»Toxibaby« erzählt von einer toxischen deutsch-jüdischen Beziehung

von Katrin Diehl  20.03.2026

Siri Hustvedt

Ihr Lebensmensch

In einem tieftraurigen und wunderschönen Erinnerungsbuch nimmt die Schriftstellerin Abschied von ihrem Mann Paul Auster, der 2024 an Krebs starb

von Katrin Richter  20.03.2026