Hollywood

Michael Mann dreht Prequel zu legendärem Thriller »Heat«

»Heat« (1995) besticht durch seine atmosphärische Dichte und die schauspielerische Leistung. Foto: picture alliance / Everett Collection

Hollywood

Michael Mann dreht Prequel zu legendärem Thriller »Heat«

»Heat 2« soll den Beginn der Geschichte des Gangsters Neil McCauley erzählen

von Imanuel Marcus  05.04.2024 10:34 Uhr

Es gibt wenige Regisseure, die mit über 80 Jahren noch aktiv sind. Bei Michael Mann werden wir fündig. Für sein bisher letztes großes Projekt »Ferrari« zog er eine Weile lang nach Modena, wo 2022 sein biografischer Streifen über den Rennfahrer und Automobilunternehmer Enzo Ferrari gedreht wurde. Es regnete Nominierungen und Ehrungen.

Mann, der 1943 in Chicago in eine jüdische Familie russischer Herkunft hineingeboren wurde, will für sein nächstes Werk in gewisser Weise in die Vergangenheit eintauchen und zugleich die Zukunft auf die Leinwand projizieren – in »Heat 2«.

Problemlos kann Michael Mann als Meister der atmosphärischen Einstellungen beschrieben werden. In »Heat« brachte er Robert de Niro, Val Kilmer, Al Pacino, Ashley Judd und andere Darstellergrößen zusammen, um die Geschichte des Gangsters Neil McCauley nachzuzeichnen.

Erschreckend realitätsnah

Ein Bankraub läuft schief, da das Los Angeles Police Department (LAPD) früh Wind davon bekommt. Eine minutenlange Schießerei-Szene auf den Straßen der kalifornischen Metropole folgt. Im legendären ersten Teil von »Heat« erschuf er sympathische Gangster, vermied jedoch Verbrechensverherrlichung. Der Regisseur stellte den Zuschauer mitten ins Geschehen – indem er seine Szenen erschreckend realitätsnah kreierte.

Der 81-jährige Autor und Regisseur Michael MannFoto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Dave Bedrosian/Geisler-Fotopress

Den schwierigsten Teil der Coronakrise verbrachte das Multitalent Michael Mann damit, den Thriller »Heat 2« zu Papier zu bringen. Es handelt sich sowohl um ein Prequel als auch ein Sequel. Beschrieben werden die Ereignisse vor und nach denen, die die Zuschauer in »Heat« verfolgten.

Fans des Thriller-Genres und Cineasten, die sowohl die atmosphärische Dichte, als auch die bis ins Detail ausgearbeiteten Charaktere in Manns Filmen schätzen, freuen sich nun über die jüngsten Nachrichten aus Hollywood: Der Regisseur, der mit eher 81 wirkt, als wäre er 65, arbeitet jetzt an der Verfilmung von »Heat 2«.

Nicht übermittelt

Das Projekt befindet sich in der Vorproduktionsphase. Adam Driver soll die Rolle des jungen Neil McCauley übernehmen. Auch Penelope Cruz ist offenbar dabei. »Heat 2« hat das Potential, ein Thriller zu werden, den die Zuschauer nicht so schnell vergessen werden.

Lesen Sie auch

In »Heat« kamen die meisten Haupt-Charaktere um - auch der von Robert de Niro gespielte McCauley, der vom LAPD-Detective Vincent Henna - gespielt von Al Pacino - auf dem Rollfeld des LAX-Flughafens erschossen wurde. Im Prequel können und werden sie natürlich wieder auftauchen - im Sequel-Teil aber nicht. Ob Pacino als alternder Detective Henna über die Leinwand huschen wird, ist nicht übermittelt.

Michael Mann war bereits in den 80er Jahren als Thriller-Regisseur aktiv. Einige seiner Werke hätten damals mehr Beachtung verdient, als sie bekamen. Dazu gehört »Manhunter« von 1986, seine Filmadaption des Buches »Red Dragon« von Thomas Harris - einem Teil der Hannibal Lecter-Triologie, der knapp zwei Jahrzehnte später von Brett Ratner erneut verfilmt wurde. Beide Versionen sind überzeugend. Anthony Hopkins und Edward Norton trugen bei Ratner ihren Teil zum Erfolg bei.

Unersichtliche Gründe

In Manns Version waren mit Brian Cox und William Petersen eher Darsteller aus der zweiten Reihe am Start, die allerdings ebenfalls hervorragende Arbeit leisteten. Wie die Buchvorlage wurde »Manhunter« eine spannende psychologische Studie. Manns Talent wurde schon damals deutlich sicht- und erlebbar.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch den Kinofilm »Miami Vice« schuf Michael Mann. Als Produzent war er an der gleichnamigen TV-Serie maßgeblich beteiligt.

Manns Filme wurden bislang zwölfmal mit Oscar-Nominierungen bedacht. »Der letzte Mohikaner« bekam tatsächlich eine der Trophäen, während »The Insider«, »Ali« und »Collateral« am Ende leer ausgingen. Dass »Heat« nicht einmal nominiert war, ist ein Armutszeugnis - oder zumindest ein Anzeichen dafür, dass in jeder Hinsicht smarte Thriller manchmal aus unersichtlichen Gründen von Jurys ignoriert werden.

Wer auf »Heat 2« wartet, wird sich in Geduld üben müssen. Erst im Sommer sollen die Dreharbeiten beginnen.

Philadelphia

Erstes Konzert nach Macklemore-Aus: Sheeran äußert sich

Wegen israelfeindlichen Äußerungen und einer antisemitischen Vorgeschichte wurde US-Rapper Macklemore aus dem Vorprogramm von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt ist Sheeran erstmals wieder aufgetreten

 20.09.2026

Musik

Biermann mit neuen Liedern: »Mensch, misch’ dich ein«

Der Liedermacher Wolf Biermann präsentiert auf einem neuen Album Unveröffentlichtes - manches neu, manches auch noch aus DDR-Zeiten. Die Themen hätten sich kaum verändert, sagt der Künstler

 20.09.2026

Fernsehen

»Zu Asche, zu Staub«

»Babylon Berlin« endet düster: Die fünfte Staffel spielt in der Zeit um Hitlers Machtergreifung 1933

von Julia Kilian  19.09.2026

Kommentar

Die Schatten der Vergangenheit sind lang

Wie der Hessische Rundfunk über jüdische Grundstücke stolpert

von Daniel Neumann  18.09.2026

Zahl der Woche

5 Dinge

Fun Facts und Wissenswertes

 18.09.2026

Social Media

Nach weltweiten viralen Song: Hasswelle gegen israelische Band Temper City

Der Song der israelischen Band wird zum Welthit – bis die Herkunft der Musiker bekannt wird. Dann beginnt im Netz der Boykott

von Sabine Brandes  18.09.2026

Noah Bendix-Balgley

»Musikalisches Risiko ist wichtiger als absolute Perfektion«

Der Erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker über seine Philosophie beim Spiel, Kritik an Boykotten gegen Künstler und sein erstes Klezmer-Album

von Christine Schmitt  18.09.2026

Bewusstsein

Pause!

Warum wir unser Leben und unseren Alltag immer wieder gezielt entschleunigen sollten. Eine Hymne auf die Langsamkeit

von Sophie Albers Ben Chamo  18.09.2026

New York

Künstlerin macht New Yorker Guggenheim Museum zur Murmelbahn

Taryn Simon ist für ihre Foto-Reportagen berühmt. Für eine große Ausstellung im Guggenheim Museum hat sie sich dazu noch etwas ganz anderes einfallen lassen

 18.09.2026