Mel Gibson

»Make Hollywood Great Again«

Mel Gibson (69) »folgt dem Ruf«. Foto: picture alliance / Chris Pizzello/Invision/AP

Auch Hollywood muss dringend »größer, besser und stärker werden als je zuvor«, meint der neu-alte US-Präsident Donald Trump und hat drei »Sonderbotschafter« berufen, die ihm als »Augen und Ohren« in der Unterhaltungsindustrie dienen sollen: die Filmstars und »MAGA«-Unterstützer Mel Gibson (69), Jon Voight (86) und Sylvester Stallone (78).

Hollywood sei ein »großartiger, aber sehr problematischer Ort«, so Trump auf seiner Plattform Truth Social. Und weil die US-Filmindustrie in den vergangenen vier Jahren »viele Geschäfte ans Ausland verloren« habe, meint der Präsident, dass alte weiße Männer wie er selbst den Glanz der alten Zeiten zurückbringen werden.

Neben der Tatsache, dass die Zeiten sich seit Braveheart und Rocky ein klitzekleines bisschen geändert haben, ist bemerkenswert, dass ausgerechnet der für antisemitische Ausfälle bekannte Gibson das zum größten Teil von Juden aufgebaute Hollywood retten soll. Als der Schauspieler und Regisseur 2006 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen wurde, pöbelte er auf ordinärste Art gegen Juden, denen er die Schuld an allen Kriegen der Welt gab.

Auf Film gebanntes Schlachtfest: »Die Passion Christi«

Sein auf Film gebanntes Schlachtfest Die Passion Christi (2004) wurde wegen der stereotypen Darstellung von Juden als Christus-Mörder scharf kritisiert. Und Gibson, der mit ultrakonservativem Katholizismus und antisemitischen Überzeugungen aufgewachsen ist, soll auch schon jüdische Kollegen verunglimpft haben. Der 69-Jährige gab bereits bekannt, dass er »dem Ruf folgen« werde.

Auch Kollege Jon Voight, der Vater von Angelina Jolie, zetert über Hollywoods Verfall. Deshalb sei es ein Glück, dass Amerika nun einen neuen Präsidenten habe, »der Hollywood wieder zu seinem alten Glanz verhelfen will, und ich glaube, mit seiner Hilfe können wir das schaffen«. Die Antwort auf die Frage, wie genau das gehen soll, bleibt vage. Er wolle umsetzen, was Gibson, Voight und Stallone vorschlagen, sagt Trump über die Männer, von denen zwei sich gerade noch mit der Kampfrentner-Action The Expendables (Die Verzichtbaren) angemessen verabschiedet hatten.

»Great« wird Hollywood wohl eher nicht, aber vielleicht ist es ja der Beginn eines Protestkinos wie in den 70er-Jahren. Kunst gedeiht bekanntlich im Widerstand besonders gut.

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Aufgegabelt

Schawuot: Käse-Bourekas

Rezepte und Leckeres

 21.05.2026

Berlin

Daniel-Ryan Spaulding: Pro-israelischer Comedian aus Kanada in Deutschland

»Wenn wir Freiheit, Demokratie und säkulare Werte verteidigen wollen, dann sollten wir alle an der Seite Israels stehen«, sagt der Künstler, der auch zum Aktivisten wurde

von Imanuel Marcus  21.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Bettina Piper, Imanuel Marcus  21.05.2026

Würdigung

»Wo andere laut schweigen, lässt sie sich nicht unterkriegen«

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt in seiner Laudatio auf die Jüdische Allgemeine die Verdienste der Redaktion - und ihren Mut

von Abraham Lehrer  21.05.2026

Leipzig

Ausstellung zu jüdischem Leben und Bach

Johann Sebastian Bach hat sehr wahrscheinlich keine persönlichen Kontakte zu Jüdinnen und Juden gepflegt. Doch seine Werke wurden schon im 18. Jahrhundert von der jüdischen Community aufgeführt und verbreitet

von Katharina Rögner  20.05.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 21. Mai bis zum 3. Juni

 20.05.2026