Musik

Madame Butterfly im Grunewald

»Wenn in Deutschland zwei Männer zusammenkommen, gründen sie einen Verein«, sagt Reinhart Rath (70) lachend. Der Berliner Rechtsanwalt hat vor wenigen Monaten mit seinem Kollegen und Jugendfreund Karl Wilhelm Pohl (65) die »German Friends of the Israeli Opera« ins Leben gerufen. Jetzt suchen die beiden Männer Spender und Sponsoren, die gemeinsam mit ihnen die Tel Aviver Oper unterstützen.

Solisten Um das Projekt voranzubringen, hatte Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman am Mittwochabend zu einem Empfang in seine Residenz geladen. Gut 50 Gäste kamen, um »Kostproben« führender Solisten der israelischen Oper zu hören. Hila Fahima (Sopran), Naama Goldman (Mezzosopran), Ira Bertman (Sopran) und Guy Mannheim (Tenor) zogen das Publikum in ihren Bann und zeigten, dass sie nicht nur Sänger, sondern auch Schauspieler sind. Mit Arien von Giacomo Puccini, Jacques Offenbach, Emmerich Kálmán und anderen begeisterten sie die Zuhörer.

In einer kurzen Ansprache stellte die Generaldirektorin der israelischen Oper, Hanna Munitz, den Gästen ihr Haus vor und erzählte von ihrem Projekt, im Sommer unter freiem Himmel auf der ehemaligen Festung Masada am Toten Meer Opern aufzuführen. Munitz sagte, sie freue sich, dass es neben Freundeskreisen in den USA, Großbritannien und Italien nun auch Unterstützer in Deutschland gebe. Die Oper in Tel Aviv sei darauf angewiesen, denn die staatlichen Subventionen deckten nur 28 Prozent der Kosten. »Aber in einem Land wie Israel ist es sehr wichtig, ein normales kulturelles Leben zu führen.«

Dies zu ermöglichen, ist das Ziel des neuen Vereins. Mitbegründer Karl Wilhelm Pohl fasste es mit knappen Worten zusammen: »Dafür möchten wir gern ein paar Millionen sammeln.«

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026

Sachsen-Anhalt

Der 7. Oktober und die Folgen: Podiumsdiskussion in Halle

Vor drei Jahren überfielen islamistische Terroristen Israel und rissen damit Gaza in einen bis heute andauernden Krieg. Zeitgleich nahmen weltweit antisemitische Ausschreitungen zu. Diskutanten erörtern die Ursachen

 28.09.2026

Hard-Rock-Legenden

Kiss feiern 50 Jahre »Rock and Roll Over«

Eine umfangreiche Neuauflage des Albums kommt. Was ist enthalten?

 28.09.2026

Babyn Jar

Sie alle hatten einen Namen

In der Schlucht bei Kyjiw ermordeten deutsche Täter am 29. und 30. September 1941 innerhalb von zwei Tagen rund 34.000 Jüdinnen und Juden

von Andreas Albrecht  28.09.2026

Berlin

Verschollene Golem-Filmmusik feiert Berliner Erstaufführung

Der Komponist Hans Landsberger, ein späteres Holocaust-Opfer, hatte die sinfonische Begleitmusik für den Film geschrieben. Seine Komposition gilt als Meilenstein in der Entwicklung der Filmmusik

 28.09.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Wöchentliche Papierflut oder Die kleinen verkannten Kunstwerke

von Nicole Dreyfus  27.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  27.09.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  27.09.2026

Meinung

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026