Berlinale

Lena Dunham beklagt »schockierende Menge an antisemitischer Rhetorik«

Die amerikanische Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham hat sich über eine »schockierende Menge an antisemitischer Rhetorik« in Teilen der Gesellschaft beklagt. Die 37-jährige, jüdische Schauspielerin hat eine der beiden Hauptrollen in Julia von Heinz‘ neuem Film Treasure, der am Samstagabend Premiere auf der Berlinale hatte. 

Es sei wichtig anzuerkennen, »dass es in der extremen Rechten, sei es hier oder in den USA, eine unglaubliche und schockierende Menge an antisemitischer Rhetorik gibt«, sagte Dunham, die mit der Serie Girls bekannt geworden ist. »Und es gibt auch eine schockierende Menge an islamophober Rhetorik, anti-schwarzer Rhetorik, transphober Rhetorik. Das Ziel ist es, Menschen aufgrund ihrer Identität zu isolieren und ihnen das Gefühl zu geben, unmenschlich zu sein. Und das ist eine universelle Geschichte, leider.«

Der Film basiert auf einem Roman von Lily Brett.

Dunham spielt in Treasure eine Musikjournalistin, die mit ihrem Vater (Stephen Fry), einem Holocaust-Überlebenden, eine Rundreise durch dessen Heimatland Polen macht. Der Film basiert auf einem Bestseller-Roman von Lily Brett. Die beiden Protagonisten werden darin mit Antisemitismus konfrontiert.

Der Brite Fry (66) - bekannt auch als Moderator, Autor und Komiker - ist ebenfalls Jude. Vorfahren von ihm wurden während der NS-Zeit ermordet. Darauf kam er am Samstag in Berlin zu sprechen. »Die Wahrheit über den Holocaust ist immer noch da, und das Vermächtnis und die Auswirkungen auf die Menschen. Und natürlich war es für mich ein ganz spezielles Gefühl, nach Auschwitz zu fahren, um dort zu filmen, während ich das erste Mal dort war und wusste, dass meine Familie an diesem Ort umgekommen war.«

Die Regisseurin Julia von Heinz hat den Film ganz aktuell noch fertiggestellt.

Von Heinz (47, Und morgen die ganze Welt) sagte, durch das Hamas-Massaker in Israel vom 7. Oktober habe der Film noch an Aktualität gewonnen. »Als es passierte, tauschten wir alle Nachrichten aus und spürten, dass dies etwas mit dem Film zu tun hat, den wir gerade gemacht haben«, sagte sie. »Und wir beschlossen, ihn früher fertigzustellen und ihn auf der Berlinale zu zeigen. Also, ja, ich habe versucht, ihn sehr schnell fertigzustellen, und ich habe ihn erst vorgestern fertig gemacht, um ihn hier zu präsentieren, weil wir das Gefühl haben, dass das genau der richtige Moment für diesen Film ist.« dpa

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