Musik

Kristallklarer Ton

Alexis Weissenberg (1929 – 2012) Foto: cc

Seinen ersten Auftritt als Pianist hatte er 1939 in Sofia. Da war Alexis Weissenberg gerade zehn Jahre alt. Auf dem Programm standen Werke von Bach, Schumann sowie eine von dem Jungen selbst komponierte Etüde in E-Dur. Zwei Jahre später rückte die deutsche Wehrmacht in Bulgarien ein. Alexis und sein Mutter kamen in ein Lager, von dem aus sie Richtung Polen in die Gaskammern transportiert werden sollten. Alexis Weissenbergs musikalisches Talent rettete sein Leben. Ein musikbegeisterter Wachsoldat verhalf ihm und seiner Mutter zur Flucht.

KArriere Über die Türkei gelangten sie nach Jerusalem. Dort konnte der junge Alexis seine Ausbildung an der Musikakademie fortsetzen und gab Konzerte im In- und Ausland, unter anderem mit Leonard Bernstein. Der Beginn einer Karriere, die Weissenberg in den 50er- und 60er- Jahren zu einem der Stars der internationalen Klassikszene werden ließ.

Er spielte mit Lorin Mazel, Herbert von Karajan und Carlo Maria Guilini. Kritiker rühmten seine perfekte Technik und den einzigartig kristallklaren Ton. Wladimir Horowitz erklärte: »Wenn mir je einer folgen kann, dann ist es Alexis Weissenberg.« Eine Krankheit zwang ihn später, sich vom Konzertbetrieb zurückzuziehen. Am Sonntag, den 8. Januar ist Alexis Weissenberg 83-jährig im schweizerischen Lugano gestorben. ja

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Berlin

Ein Engelskuss

Der Künstler Charles Abecassis präsentiert seine Arbeiten in einer Verkaufsausstellung, deren Reinerlös an das Projekt »The Way Shalom« geht

 07.06.2026

»documenta«

Kulturrat: Antisemitismus letztlich nicht zu verhindern

Olaf Zimmermann will mit einem »Code of Conduct« Antisemitismus, Rassismus »und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiventgegentreten«

von Susanne Rochholz  07.06.2026 Aktualisiert

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 07.06.2026

Berlin

»Tänzerinnen Brunnen« gehört nun zu US-Privatsammlung

Das Kunstwerk wurde als Highlight der Sommerauktion bei Auktionshaus Grisebach versteigert – für vier Millionen Euro

 07.06.2026

Zeitgeschichte

Wie ein grausames Märchen

In ihrem aktuellen Buch schreibt die Historikerin Irina Scherbakowa über die verlorene Freiheit in Russland. Nun ist »Der Schlüssel würde noch passen« für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert

von Ralf Balke  07.06.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Zeitraffer und Geschichte oder Warum alte Fotos mehr erzählen

von Nicole Dreyfus  07.06.2026

Zahl der Woche

86 Jahre

Fun Facts und Wissenswertes

 07.06.2026

Aufgegabelt

Fattoush-Salat

Rezepte und Leckeres

 07.06.2026