Popkultur

Israelfeindliche Band Kneecap von zwei Festivals ausgeladen

Kneecap im Februar in Dublin Foto: picture alliance / empics

Die irische Band Kneecap wird nicht wie bisher geplant auf den beiden deutschen Festivals Hurricane und Southside auftreten. Das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) gab bekannt, die Produktionsfirma FKP Scorpio habe entschieden, diese Konzerte zu streichen, und befürwortete diesen Schritt. Das Rap-Trio steht wegen seiner israelfeindlichen Einstellung in der Kritik.

»Wer Terrororganisationen wie die Hisbollah oder die Hamas unterstützt oder verherrlicht, darf auf Konzertbühnen keinen Platz haben«, erklärte Lasse Schauder, der Bundesvorsitzende des Jungen Forums. »Wir begrüßen die Entscheidung der Veranstalter, sich unseren Forderungen anzuschließen und hoffen auf eine konsequente Prüfung aller künftigen Bookings, um antisemitischer Hetze keinen Raum zu geben.«

Kritik von Sharon Osbourne

Der Erklärung zufolge bestätigte FKP Scorpio schriftlich, dass Kneecap doch nicht Teil der genannten Festivals sein werde. Zuvor hatte das Junge Forum eine entsprechende Forderung übermittelt.

Der Fall Kneecap erinnert an die Kontroverse um Konzerte des Rockbarden Roger Waters in der Bundesrepublik im Jahr 2023. Allerdings scheiterten alle Versuche, seine Auftritte zu stoppen. Waters wird ebenfalls Israelhass und Antisemitismus vorgeworfen.

Bereits vor dem Jungen Forum hatte die Rock-Veteranin Sharon Osbourne Kneecap vorgeworfen, antiisraelische Botschaften und Hassreden zu projizieren. »Diese Band unterstützt offen terroristische Organisationen«, schrieb sie.

Lesen Sie auch

Vor wenigen Tagen war Kneecap beim Coachella Valley Music Festival im kalifornischen Indio aufgetreten. Die Mitglieder der Band hatten Israel dort Völkermord vorgeworfen und Parolen wie »Fuck Israel« verbreitet. Wie Waters nutzten sie während des Konzertes auf Bildschirmen angezeigte Texte. »Die US-Regierung bewaffnet und finanziert Israel trotz seiner Kriegsverbrechen«, behaupteten die Rapper.

In Gaza geht Israel gegen die Hamas und andere Terrororganisationen vor, die weiterhin 59 Geiseln in ihrer Gewalt haben. Auch in den aktuellen Krieg wurde der jüdische Staat hineingezogen, als die Hamas am 7. Oktober 2023 ihre Massaker in Israel verübte und den jüdischen Staat mit Raketen angriff.

Interview

»Musik ist meine Heimat«

Die Sängerin Anna Margolina über Jazz, jiddische Lyrik und ihr Judentum

von Alicia Rust  14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

David Baddiel

»Inzwischen kann man Messi in den Griff bekommen«

Der britische Autor über das Halbfinale England vs Argentinien, seinen legendären Fußball-Song »Three Lions« und warum er immer noch glaubt, dass England gegen Argentinien gewinnen wird

von Katrin Richter  14.07.2026

London

Sacha Baron Cohen als »Ali G« in Wimbledon

Der britische Komiker und Schauspieler hat viele Gesichter. Eine Kunstfigur erscheint plötzlich beim Tennis

 14.07.2026

Sehen!

»In the Hand of Dante«

Die Handlung springt zwischen den Jahrhunderten hin und her. Trotzdem ist der Film mit Gal Gadot und Oscar Isaac ein gelungenes Werk

von Katrin Richter  13.07.2026 Aktualisiert

Paris

»Die Isolation Israels ist ein historisches moralisches Versagen«

»Es ist ein dunkler Moment für Juden auf der ganzen Welt«, sagt der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy. »Wir müssen stolz, stark und weise sein.«

 13.07.2026

Frauenfußball

Der Ball war nicht nur rund, sondern auch weiblich

Wie die österreichische Jüdin Ella Zirner-Zwieback zur Pionierin in einer von Männern dominierten Sportdisziplin wurde

von Martin Krauß  13.07.2026