Reykjavik

Island fordert Ausschluss Israels vom ESC

In der St. Jakobshalle in Basel wird der ESC bereits vorbereitet. Die Regierungen drei teilnehmender Nationen wollen den einzigen jüdischen Staat der Welt nicht dabei haben. Foto: picture alliance/KEYSTONE

Island will einen Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest. In Reykjavik sagte Außenministerin Thorgardur Kathrin Gonnarsdottir, sie schließe sich entsprechenden Forderungen Sloweniens und Spaniens an. Diese hatten die Organisatoren der Europäischen Rundfunkunion zuvor zu ähnlichen Maßnahmen aufgefordert.

»Als normale Bürgerin kommt es mir seltsam und unnatürlich vor, dass Israel an der Eurovision teilnehmen darf angesichts der Kriegsverbrechen und der ethnischen Säuberungen, die in den letzten Wochen und Monaten in Gaza stattgefunden haben«, sagte die Ministerin der isländischen Zeitung »Visir«.

In Gaza kämpft Israel gegen die Hamas an. Die Terrororganisation, die den jüdischen Staat erklärtermaßen vernichten will, begann den aktuellen Krieg am 7. Oktober 2023 und hat weiterhin 59 Geiseln in ihrer Gewalt, von denen 35 tot sein sollen.

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Derweil informierte Islands öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RÚV Angaben aus Reykjavik zufolge die für die Übertragung des ESC zuständige Europäische Rundfunkunion (EBU) über die Auffassung von Gonnarsdottir.

Terror, Klagen und Boykott

Die Ministerin verlangte eine »offene Debatte« zwischen den nationalen Rundfunkanstalten Europas über die Teilnahme Israels. Sie machte jedoch deutlich, dass Island auch dann dabei sein sollte, wenn der Wettbewerb wie geplant mit Israel weitergeführt wird: »Ich denke, Island sollte teilnehmen, wenn der Wettbewerb stattfindet, aber wir müssen die Frage prüfen und innerhalb der EBU bezüglich der Teilnahme Israels handeln.«

Israel muss sich nicht nur gegen den von Teheran mitfinanzierten palästinensischen Terrorismus wehren, sondern auch gegen Boykottaufrufe, Forderungen nach seinem Ausschluss von internationalen Wettbewerben verschiedener Art und Klagen wegen angeblichen Völkermords.

Die EBU hat Forderungen nach einem Ausschluss Israels in der Vergangenheit stets zurückgewiesen und darauf bestanden, dass die Eurovision ein Wettbewerb der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und nicht der Regierungen sei und daher politisch neutral bleiben müsse. ja

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