Berlin

Iris Berben vermisst einen Aufschrei gegen Antisemitismus

Foto: picture alliance/dpa

Angesichts der jüngsten Zunahme von antisemitischen Vorfällen in Deutschland findet Schauspielerin Iris Berben es »unfassbar«, dass der Aufschrei im Land nicht sehr viel größer ist.

Berben spielt in der neuen Disney+-Serie »Deutsches Haus« (Start: 15. November) eine Holocaust-Überlebende, die in den 1960er Jahren in einem Prozess gegen NS-Täter aussagt. »Deutsches Haus« thematisiert die westdeutsche Aufarbeitung des Massenmordes an den Juden.

»Wir sind auf eine ganz schmerzhafte Weise überrascht worden, wie aktuell diese Serie jetzt ist«, sagte die 73-Jährige in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. »Das Schweigen, das in unserem Land besonders laut ist, besonders spürbar ist, kann uns alle eigentlich nur motivieren zu sagen: Es kann nicht genug geben, dass wir reden, dass wir laut werden.«

Abseits aller Diskussionen, die politisch gerade geführt würden: »Es geht um die Menschlichkeit, es geht um unsere Menschlichkeit, unsere Empathie. Und wenn wir darüber nachdenken, dass heute Menschen in unserem Land Angst haben müssen, dass sie durch Davidsterne und Hakenkreuze in ihrem engsten Umfeld quasi zur Schau gestellt werden. Ich finde es so unfassbar, dass dieser Aufschrei in diesem Land nicht sehr viel größer ist.« dpa

Essay

Ich habe Xavier Naidoos öffentlicher Abbitte geglaubt ...

Da steht er also wieder vor dem Kanzleramt. Nicht als Sänger, nicht als geläuterter Rückkehrer, nicht als jemand, der seine eigenen Irrwege wirklich aufgearbeitet hätte, sondern als Lautsprecher für den nächsten verschwörungsideologischen Ausnahmezustand

von Serdar Somuncu  28.02.2026

»Brüllender Löwe«

Präventivschlag gegen Iran: Die Lage im Überblick

Nach dem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran reagieren die Behörden auf die erhöhte Sicherheitslage. Die Lage im Überblick

 28.02.2026 Aktualisiert

Standpunkt

Braucht es ein Verbot?

Warum gerade Juden einen Social-Media-Stopp für Jugendliche unter 16 Jahren unterstützen sollten

von Daniel Neumann  27.02.2026

Musik

Der große Romantiker: Bruno Mars ist der König des Soul

Das Warten hat sich gelohnt. Mit »The Romantic« zeigt der 40-jährige Künstler mit jüdischem Familienhintergrund, dass er weiter in einer eigenen Liga spielt

von Philip Dethlefs  27.02.2026

Berlin

Wegner: Berlinale darf nicht für Propaganda genutzt werden

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nimmt zum jüngsten Skandal bei den Filmfestspielen Stellung

 27.02.2026

Online-Hass

Hugh Laurie und die Anti-Zionisten

Der britische Filmstar Hugh Laurie wurde zum Ziel von Anti-Zionisten, nachdem er öffentlich um die verstorbene israelische Produzentin Dana Eden getrauert hatte

 27.02.2026

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Interview

»Lachen statt verzweifeln«

Ein Gespräch mit der Meme-Künstlerin ruth__lol über jüdischen Humor, die komische Seite des Antisemitismus und eine Leerstelle in den sozialen Medien

von Joshua Schultheis  26.02.2026

Reaktionen

»Plattform für antisemitische Hetze«: Das sagen Künstler und Politiker zur geplanten Tuttle-Absetzung

Wolfram Weimer will die Berlinale-Chefin nach dem jüngsten Antisemitismus-Skandal absetzen. Das sorgt – so wie die Rede von Abdallah Alkhatib – für kontroverse Diskussionen. Ein Überblick

 26.02.2026