Medien

Indendant der Deutschen Welle: Grundsätze zu Antisemitismus und Israelhass unverhandelbar

Foto: imago/sepp spiegl

Der Intendant der Deutschen Welle (DW), Peter Limbourg, hat sein Verhalten in der Antisemitismus-Affäre verteidigt. Er habe bei antisemitischen Äußerungen nicht weggeschaut, sagte Limbourg der »Welt«. »Unsere Grundsätze beim Thema Antisemitismus und Israelhass sind unverhandelbar.«

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Zuvor waren mehreren Mitarbeitenden der Arabisch-Redaktion sowie freien Mitarbeitenden im Ausland in einem Zeitungsartikel entsprechende Äußerungen vorgeworfen worden. Der Sender hat dazu eine externe Untersuchung beauftragt.

Es gehe um Äußerungen von Mitarbeitenden in ihrem privaten Umfeld, erklärte Limbourg. »Ich persönlich kannte sie nicht.« Die Aussagen lägen Jahre zurück und seien teils nicht von den Nutzerkonten der Betreffenden gekommen. Der Intendant fügte hinzu: »Es kann sein, dass wir als Organisation in diesem Fall nicht ausreichend gehandelt haben.«

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Das Programm des Senders sei nicht betroffen gewesen, sagte Limbourg. »In einem einzigen Fall hat es einen Aktivisten gegeben, der als Studiogast live zugeschaltet war und Israelhass verbreitet hat. Den hätten wir nicht senden sollen.« Dieser Vorfall sei für ihn Anlass gewesen, im Mai in einem Brief an alle Mitarbeitenden klarzustellen, dass Antisemitismus und Israelhass bei der DW keinen Platz hätten.

Am Freitag war bekannt geworden, dass Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und der Psychologe Ahmad Mansour die Kommission leiten sollen. Es brauche jemanden, »der Arabisch spricht und Experte bei dem Thema ist, die kulturellen Zusammenhänge in der Region kennt«, so Limbourg. »Zum anderen brauchen wir auch jemanden mit großer politischer Erfahrung und einem exzellenten juristischen Hintergrund.«

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Die betreffenden DW-Mitarbeiter seien derzeit freigestellt, fügte Limbourg hinzu. Die aktuellen Fälle hätten mit internen Problemen nichts zu tun: »Hier geht es einfach um private, widerliche Äußerungen Einzelner.«

Am Sonntag hatte die DW mitgeteilt, dass sie die Zusammenarbeit mit ihrem jordanischen Medienpartner Roya TV aussetzt. Anlass sei das Bekanntwerden von israelfeindlichen und antisemitischen Kommentaren und Karikaturen in Sozialen Medien, die von dem Sender verbreitet worden seien.

Nachdem die Deutsche Welle die Partnerschaft aussetzte, stritt der Vorstandsvorsitzende von Roya TV alle Anschuldigungen ab. Er gab in einer Pressemitteilung zu Protokoll: »Kritik an illegalen, unmenschlichen oder rassistischen Handlungen Israels als Staat ist kein Antisemitismus.« kna/ja

Julia Franck

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