Medien

Indendant der Deutschen Welle: Grundsätze zu Antisemitismus und Israelhass unverhandelbar

Foto: imago/sepp spiegl

Der Intendant der Deutschen Welle (DW), Peter Limbourg, hat sein Verhalten in der Antisemitismus-Affäre verteidigt. Er habe bei antisemitischen Äußerungen nicht weggeschaut, sagte Limbourg der »Welt«. »Unsere Grundsätze beim Thema Antisemitismus und Israelhass sind unverhandelbar.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zuvor waren mehreren Mitarbeitenden der Arabisch-Redaktion sowie freien Mitarbeitenden im Ausland in einem Zeitungsartikel entsprechende Äußerungen vorgeworfen worden. Der Sender hat dazu eine externe Untersuchung beauftragt.

Es gehe um Äußerungen von Mitarbeitenden in ihrem privaten Umfeld, erklärte Limbourg. »Ich persönlich kannte sie nicht.« Die Aussagen lägen Jahre zurück und seien teils nicht von den Nutzerkonten der Betreffenden gekommen. Der Intendant fügte hinzu: »Es kann sein, dass wir als Organisation in diesem Fall nicht ausreichend gehandelt haben.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das Programm des Senders sei nicht betroffen gewesen, sagte Limbourg. »In einem einzigen Fall hat es einen Aktivisten gegeben, der als Studiogast live zugeschaltet war und Israelhass verbreitet hat. Den hätten wir nicht senden sollen.« Dieser Vorfall sei für ihn Anlass gewesen, im Mai in einem Brief an alle Mitarbeitenden klarzustellen, dass Antisemitismus und Israelhass bei der DW keinen Platz hätten.

Am Freitag war bekannt geworden, dass Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und der Psychologe Ahmad Mansour die Kommission leiten sollen. Es brauche jemanden, »der Arabisch spricht und Experte bei dem Thema ist, die kulturellen Zusammenhänge in der Region kennt«, so Limbourg. »Zum anderen brauchen wir auch jemanden mit großer politischer Erfahrung und einem exzellenten juristischen Hintergrund.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die betreffenden DW-Mitarbeiter seien derzeit freigestellt, fügte Limbourg hinzu. Die aktuellen Fälle hätten mit internen Problemen nichts zu tun: »Hier geht es einfach um private, widerliche Äußerungen Einzelner.«

Am Sonntag hatte die DW mitgeteilt, dass sie die Zusammenarbeit mit ihrem jordanischen Medienpartner Roya TV aussetzt. Anlass sei das Bekanntwerden von israelfeindlichen und antisemitischen Kommentaren und Karikaturen in Sozialen Medien, die von dem Sender verbreitet worden seien.

Nachdem die Deutsche Welle die Partnerschaft aussetzte, stritt der Vorstandsvorsitzende von Roya TV alle Anschuldigungen ab. Er gab in einer Pressemitteilung zu Protokoll: »Kritik an illegalen, unmenschlichen oder rassistischen Handlungen Israels als Staat ist kein Antisemitismus.« kna/ja

Kulturkolumne

Der Koffer meines Vaters

Wie ich versuchte, Geheimnisse zu lüften, die auch meine eigenen waren

von Sophie Albers Ben Chamo  11.09.2026

Vancouver

Boy George für Unterstützung Israels und der jüdischen Gemeinschaft geehrt

In der Synagoge Temple Sholom singt er seinen Song »We Will Dance Again« und wird vor Hunderen Gemeindemitgliedern und Gästen befragt

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Fernsehen

»Babylon Berlin«: Was bisher geschah (Staffel 1–4)

Wer jetzt noch einsteigen will bei der fünften Staffel der ARD-Serie, lernt hier die wichtigsten Figuren und ihre Verstrickungen kennen

von Wilfried Urbe  10.09.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Das süße Jahr oder Ein neues Kleid für Rosch Haschana

von Nicole Dreyfus  10.09.2026

Fernsehen

»Zu Asche, zu Staub«

»Babylon Berlin« endet düster: Die fünfte Staffel spielt in der Zeit um Hitlers Machtergreifung 1933

von Julia Kilian  10.09.2026

Argentinien

»Portrait of a Lady« wird restituiert

Ein niederländischer Journalist entdeckte die Raubkunst in einer Immobilienanzeige. Ein Jahr, nachdem der Fall für Furore gesorgt hat, wird das Gemälde endlich an die rechtmäßige Erbin übergeben

 10.09.2026

Filmfestspiele

Politik trifft auf Leinwand

In Venedig gibt es auch dieses Jahr zahlreiche Premieren, die für Kontroversen sorgen

von Patrick Heidmann  10.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  10.09.2026