Sehen

Im Auto mit Jerry Seinfeld

Auf dem Highway: Jerry Seinfeld Foto: dpa

Mit Seinfeld war er jahrelang der bestbezahlte US-Comedian. Noch heute wird die äußerst erfolgreiche Sitcom mit Jerry Seinfeld, die zwischen 1989 und 1998 neun Staffeln lang lief, von etlichen TV-Sendern auf der ganzen Welt wiederholt. Wer bisher jedoch frische Punchlines vom 1954 in Brooklyn geborenen Comedian vermisst hat, der kommt nun mit Seinfelds neuer Sendung endlich wieder auf seine Kosten.

Comedians In Cars Getting Coffee nennt sich das neueste Spielzeug des Schauspielers. Der Autonarr holt darin zu Beginn jeder Episode seinen Star und Gesprächspartner in einem besonderen Oldtimer ab.

Lamborghini So darf sich Jim Carrey über einen Lamborghini von 1977 und Jimmy Fallon über eine Chevy Corvette aus dem Jahr 1956 freuen. Zunächst braust Seinfeld mit seinem Gast gut gelaunt über den Highway, danach genehmigen sie sich in Diners oder kleinen Restaurants den einen oder anderen Caffé Latte. Dabei wird viel gewitzelt, man kennt sich meist auch noch aus diversen gemeinsamen Auftritten, und der gegenseitige Respekt bleibt – bei allen verbalen Scharmützeln – spürbar.

Gute Laune und schnelle Lacher sind das Prinzip dieser Show, die mit ihren kurzweiligen 16- bis 18-minütigen Episoden mehr oder weniger locker unterhält. Die eingeladenen Stars pflegen ihr jeweiliges Image. Amy Schumer redet gerne offen und völlig unverklemmt über ihre Vagina. Sympathisch und altersmilde wirkt David Letterman, der Jerry Seinfeld seinen eigenen Volvo zur Verfügung stellte, den kein Geringerer als Paul Newman mit dem Motor eines Rennwagens bestückt hatte.

Ab und zu lädt sich Jerry Seinfeld mit Jon Stewart, Gad Elmaleh oder dem Skandal-Moderator Howard Stern auch jüdische Kollegen ein. Dabei werden allerdings politische Themen ebenso wenig angesprochen wie ihr Judentum.

Gerade bei Gad Elmaleh, der sein erstes Kind mit der monegassischen Prinzessin Charlotte Casiraghi taufen ließ und damit in der Kehilla für Kontroversen sorgte, hätten sich auch ernstere Sujets angeboten. Das ist jedoch nicht das Thema des mitunter auch leicht selbstverliebten Entertainers – und mindert den großen Unterhaltungswert dieser von Jerry Seinfeld persönlich produzierten Internet-Show nur unwesentlich.

»Imanuels Interpreten« (24)

Stan Getz: Der Saxofon-Poet

Wenn Getz live spielte, wollten alle da sein und zuhören. Der Vollblutmusiker kämpfte jedoch über Jahrzehnte hinweg mit Dämonen, die ihn zerstörten

von Imanuel Marcus  02.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  02.09.2026

Interview

»Meine Musik soll Herzen öffnen«

Motty Steinmetz ist in der orthodoxen Welt ein Superstar. Sein Großvater überlebte Auschwitz, nun tritt er zum ersten Mal in Deutschland auf. Wir haben mit dem chassidischen Sänger gesprochen

von Jan Feldmann, Mascha Malburg  02.09.2026

Musik

»Wir müssen laut sein. Stark sein. Kämpfen«

Der Rapper Ben Salomo hat in den sozialen Medien eine eindringliche Botschaft an die jüdische Gemeinschaft gerichtet. Was ihn zu dem Appell bewegt hat, erklärt er im Gespräch mit JA-Videoredakteur Jan Feldmann

von Jan Feldmann  02.09.2026

Albrecht Weinberg (1925 - 2026)

Kino

»Es ist immer in meinem Kopf«

Im Mai starb Albrecht Weinberg im Alter von 101 Jahren. Nun erscheint ein bewegendes Porträt über den Holocaust-Überlebenden, der nie den Glauben an die Menschheit verlor und seine letzten Lebensjahre der Erinnerungsarbeit widmete

von Wiebke Hollersen  02.09.2026

Zahl der Woche

6,6 Gramm Zucker

Fun Facts und Wissenswertes

 01.09.2026

Kino

Eine Rückkehr, keine Heimkehr

Hanns Zischler und Sandra Hüller glänzen in »Vaterland«, Pawel Pawlikowskis Drama über Thomas Manns Reise durch das geteilte Deutschland 1949

von Rudolf Worschech  01.09.2026

London

Gal Gadot drehte »The Runner« auf Krücken: »Ich brauchte eine Pause«

»Irgendwann waren meine Füße kaputt und das war’s dann«, sagt die israelische Darstellerin. »Danach musste ich mich erholen und all das.«

 01.09.2026

Literatur

Die perfekte Paranoia

»Howl« ist eine romangewordene Angstattacke, die Hoffnung macht. So etwas kann nur der britische Schriftsteller Howard Jacobson

von Sophie Albers Ben Chamo  01.09.2026