Baden-Württemberg

Hans-Thoma-Preis umbenannt

Hans Thoma im Selbstporträt Foto: Edelmann – Städel Museum – ARTOTHEK

Baden-Württemberg

Hans-Thoma-Preis umbenannt

»Thoma äußerte sich antisemitisch«, so das Kunstministerium

 29.02.2024 16:58 Uhr

Der renommierte Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg wird umbenannt. Der »Hans-Thoma-Preis für Bildende Kunst« heißt künftig »Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg«, wie das Kunstministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Recherchen der vergangenen Jahre hätten ergeben, dass der Maler Hans Thoma (1839-1924) auch Ansichten vertreten habe, die im Widerspruch zur Zielsetzung des Preises stünden. »Er verkörperte ein völkisch, antimodernes Weltbild«, erklärte Kunstministerin Petra Olschowski (Grüne). »Bei öffentlichen Debatten vertrat Hans Thoma zeitweise Positionen zugunsten reaktionärer Kreise, die sich gegen französische Einflüsse in der deutschen Kunst aussprachen, und er äußerte sich auch antisemitisch«, sagte die Ministerin. Der Kunstpreis des Landes solle aber gerade innovative Positionen auszeichnen.

Der mit 25.000 Euro dotierte Hans-Thoma-Preis wurde seit 1949 in der Regel alle zwei Jahre vergeben. Turnusmäßig findet die nächste Verleihung 2025 statt. Im Jahr 2023 ging der Preis an den aus den Niederlanden stammenden Zeichner Marcel van Eeden. Er ist auch Rektor der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und hat sich kritisch mit Thoma auseinandergesetzt. Thoma war von 1899 bis 1919 Direktor der Kunsthalle Karlsruhe.

Unter den bisherigen Trägern des Preises sind beispielsweise auch Anselm Kiefer, Peter Dreher und Thomas Ruff. kna

Berlin

Ruin und Rausch - Schau zeigt Berlin-Leben der 1910er und 20er Jahre

Glamour, Armut, Aufbruch: Die Neue Nationalgalerie Berlin zeigt mit »Ruin und Rausch«, wie Berlin in den 1910er und 20ern zwischen Glanz und Absturz, Chaos und Ekstase lebte. Was das »Babylon Berlin«-Lebensgefühl prägte

von Karin Wollschläger  24.04.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Sabine Brandes, Imanuel Marcus  24.04.2026

Gesundheit

Brauchen Babys Fleisch?

Forscher der Ben-Gurion-Universität werfen ein neues Licht auf weit verbreitete Vorstellungen

von Sabine Brandes  24.04.2026

Kunst

Der Augenmensch

In Frankfurt zeigt das Jüdische Museum in einer Kabinettausstellung mehr als 200 Werke des Malers und Zionisten Armin Stern

von Eugen El  24.04.2026

Aufgegabelt

Schnelle Atayef

Rezept der Woche

von Katrin Richter  24.04.2026

Film

Maggie Gyllenhaal wird Jury-Chefin der Filmfestspiele von Venedig

In dieser Rolle darf die Regisseurin und Darstellerin sie über den Goldenen Löwen entscheiden

 24.04.2026

Venedig

Jury der Biennale schließt Israel und Russland von Preisvergabe aus

Solange Farkas und die anderen vier Jurorinnen erklären, sie wollten Staaten nicht in die Preisentscheidung einbeziehen, deren Regierungschefs vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt seien

 24.04.2026

Augsburg

Neue »Initiative Antisemitismuskritik & Theater« geplant

Theaterleute wollen sich gemeinsam gegen Judenhass im Kontext Bühne stellen. Dazu planen sie die Gründung einer neuen Initiative in Augsburg. Beteiligt sind auch Akteure aus anderen Teilen Deutschlands

von Christopher Beschnitt  23.04.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« kooperiert mit katholischer »Tagespost«

Ein Zeichen gegen Antisemitismus: »Die Tagespost« legt ihren Abonnenten die »Jüdische Allgemeine« kostenlos bei. Hinter der Aktion steckt unter anderem ein rundes Jubiläum

von Hannah Krewer  23.04.2026