Kino

Handlanger, Geheimagent, Nazi-Jäger

Martin Landau (1928–2017) Foto: dpa

Er war bekannt für seine Rolle in Alfred Hitchcocks Der unsichtbare Dritte mit Cary Grant, spielte den Verwandlungskünstler Rollin Hand in Kobra, übernehmen Sie und erhielt für seine Rolle des Bela Lugosi in dem Film Ed Wood 1995 den Oscar. Doch eigentlich wollte Martin Landau nie Schauspieler werden, sondern Karikaturist. Als Zeichner veröffentlichte er in den 50er-Jahren zahlreiche Beiträge in Tageszeitungen wie der »New York Daily News«.

Ein Freund habe ihn damals überredet, an einem Casting am Broadway teilzunehmen, erinnerte sich Landau später in einem Interview über seine unverhoffte Karriere. Bereits das erste Vorspielen für eine größere Rolle in dem Drama Middle of the Night (1957) war von Erfolg gekrönt. Danach machte er bei mehreren Auftritten am Broadway auf sich aufmerksam und wechselte schließlich zum Film.

Österreich Geboren wurde Martin Landau 1928 in New York. Sein Vater war ein österreichischer Jude, der in jungen Jahren in die USA emigrierte und während der Schoa versuchte, Verwandte aus Österreich zu retten. Die Familie seiner – in den USA geborenen – Mutter Selma stammte ebenfalls aus Österreich. Wie ihr späterer Sohn arbeitete sie ebenfalls lange Zeit als Schauspielerin, wenngleich mit weniger Erfolg.

Einer größeren Öffentlichkeit wurde Martin Landau in der Rolle des Handlangers Leonard in Alfred Hitchcocks Der unsichtbare Dritte (1959) bekannt. Den Durchbruch erzielte er sieben Jahre später mit der Fernsehserie Kobra, übernehmen Sie (Mission: Impossible), in der er den Agenten Rollin Hand spielte.

nominierung Nachdem er in den 60er-Jahren aus der Erfolgsserie ausgestiegen war, wurde es längere Zeit ruhig um Landau. Das änderte sich, als Francis Ford Coppola ihm die Rolle eines barschen jüdischen Geschäftsmannes in dem Biopic Tucker (1988) anbot, für die er erstmals für den Oscar nominiert wurde. Im Jahr darauf folgte eine weitere Nominierung für seine Rolle als notorisch untreuer Gatte in Woody Allens Verbrechen und andere Kleinigkeiten. Viel lieber aber, gab Landau einmal zu Protokoll, hätte er für seine Rolle als Nazi-Jäger Simon Wiesenthal eine Nominierung erhalten.

Mit dem Oscar ausgezeichnet wurde Landau schließlich 1995 für seine Verkörperung des Ex-»Dracula«-Darstellers Bela Lugosi in Tim Burtons Spielfilm Ed Wood. Im selben Jahr trat er in der Bibel-Verfilmung Josef an der Seite von Ben Kingsley und Monica Bellucci als Abrahams Enkel Jakob auf. In dem zweiteiligen Fernsehfilm Am Anfang spielte er im Jahr 2000 Abraham.

Holocaust Insgesamt wirkte Landau in mehr als 150 Filmen und Fernsehserien mit. Zuletzt stand er 2015 in Atom Egoyans Film Remember, in dem gebrechliche Holocaust-Überlebende sich auf Nazi-Jagd begeben und auf Rache sinnen, vor der Kamera.

Nun ist Martin Landau im Alter von 89 Jahren in Los Angeles gestorben. Sein Sprecher teilte mit, dass der Schauspieler bereits am Samstag infolge von unerwarteten Komplikationen während eines Krankenhausaufenthaltes starb. ppe

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