Sehen

»Gott bewahre«

Mea Schearim ist das Viertel der Haredim in Jerusalem. Rund eine halbe Million Juden in Israel zählen zu den Ultraorthodoxen. Sie wollen ihr religiöses Erbe und ihre traditionellen Lebensformen gegen die Einflüsse der modernen Welt schützen – das heißt auch und vor allem gegen den Staat Israel. Deshalb verweigern sie jegliche Kooperation, arbeiten nicht und leisten keinen Militärdienst. Ron Ofer, Yohai Hakak und Itai Ken-Tor geben in ihrer 90-minütigen Dokumentation Gott bewahre! Die Welt der ultraorthodoxen Juden in Israel einen seltenen Einblick in den Alltag in Mea Schearim. Arte strahlt den Film am Sonntag, den 17. Juli, um 21.45 Uhr aus.

Haredim Die israelischen Dokumentarfilmer zeigen die Widersprüche im keineswegs monolithischen Haredim-Milieu. Das ist etwa Shmuel-Haim Pappenheim. Er gibt die Wochenzeitung des radikalen ultraorthodoxen Lagers heraus, das Israel nicht anerkennt, und lehnt die Teilnahme an Wahlen ab. Im Gegensatz zu Pappenheim steht Rabbi Avraham Ravitz. Der Anführer einer ultraorthodoxen politischen Partei war Knesset-Abgeordneter und Minister.

Auch um die moderne Technik wird gestritten. Während Rabbi Micha Rothschild aus dem Untergrund gegen die Versuchungen des Internets kämpft, versucht der haredische Werbefachmann Yigal Revach, die führenden Rabbiner davon zu überzeugen, seine »koschere Internetinitiative« zu unterstützen.

Zu Wort kommen in dem Film auch Haredim-Frauen. Adina Bar-Shalom ist die älteste Tochter von Rabbi Ovadiah Yossef, dem geistigen Führer der sefardischen Ultraorthodoxie. Sie will ein College für Haredim gründen, in dem junge Männer – und Frauen – sich auf einen Beruf vorbereiten können. Oder Rachel Chalkowski: Die Krankenschwester und Hebamme ist ständig mit den Nöten haredischer Frauen konfrontiert, die zehn oder mehr Kinder gebären und gleichzeitig auch noch für ihre Familien sorgen müssen. Sie gründete eine Stiftung, die diesen Frauen hilft. ja

»Gott bewahre. Die Welt der ultraorthodoxen Juden in Jerusalem«. arte, Sonntag, 17. Juli, 21.45 Uhr

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Frankfurt

Eine Akademie für Deutschland

Heute wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  02.11.2026 Aktualisiert

Konferenz in Berlin

Wie die Schlagzeile das Israelbild formt

Bei einem Workshop an der Technischen Universität Berlin gingen Wissenschaftler und Journalisten der Frage nach, wie deutsche Medien über Israel berichten, welche Narrative dabei wirken und wo sich Fehler einschleichen

 01.11.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Der ungelesene Bücherstapel oder Die Bibliografie des idealen Menschen

von Nicole Dreyfus  01.11.2026

Eröffnung

Museum Zwangsarbeit zeigt Ausstellung zu »unerwünschten Kindern«

Beziehungen zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern im NS-Regime waren verboten. Trotzdem gab es diese Kontakte ebenso wie Kinder aus diesen Beziehungen. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich den Geschichten der betroffenen Eltern und Kindern

 30.10.2026

Literatur

»Empfänger unbekannt«: Wenn ein Freund zum Feind wird

Die judenfeindlichen Novemberpogrome von 1938 jähren sich zum 88. Mal. Anlass, die Geschichte »Empfänger unbekannt« aus demselben Jahr zur Hand zu nehmen. Darin schlägt ein Jude zurück, mit überraschenden Mitteln

von Leticia Witte  30.10.2026

München

Julia Klöckner: Verteidigung jüdischen Lebens Aufgabe für alle

Jüdische Kultur ist in Deutschland tief verwurzelt. Zum 40. Mal wollen die Kulturtage diesen Reichtum würdigen. Für die Bundestagspräsidentin ein Anlass zu Mahnung und Hoffnung

 30.10.2026