Berlin

Geschichte aus dem Koffer

Mit lang anhaltendem Applaus wurde der fast 95-jährige Schriftsteller Georg Stefan Troller am Dienstagabend nach seiner Lesung vom Publikum in der Berliner Autorenbuchhandlung am Savignyplatz verabschiedet.

Troller las aus bereits bekannten Geschichten seiner Biografie Selbstbeschreibung und stellte Auszüge von bislang noch unveröffentlichten Texten seiner Kriegstagebücher vor. Diese, sagte Troller, hätten über 30 Jahre lang in einem Koffer im Keller gelegen. »Dann dachte ich mir, dass ich daraus gleich ein Buch machen könnte«. Es wird im August erscheinen.

KZ Dachau Ein beinahe ehrfürchtiges Publikum lauschte den Eindrücken des jungen Troller, der als amerikanischer Soldat mit erschrockenen Augen durch das befreite Konzentrationslager Dachau ging und seine Erlebnisse von damals so detailliert aufschrieb, dass das Zuhören auch über 70 Jahre danach noch wehtat.

Doch der Dandy mit dem Einstecktuch wusste sein Publikum nicht nur zu schockieren. Er brachte es mindestens genauso oft zum Lachen. Mit seiner festen, sonoren Stimme erzählte er von verzogenen Pariser Kellnern, einem überraschten Pablo Picasso und einer leidenschaftlichen Brigitte Bardot, die ihm, auf die Frage nach dem schönsten Tag ihres Lebens, antwortete: »Es war eine Nacht«.

Eröffnung

Ausstellung in Osnabrück beleuchtet Antisemitismus

2026 jährt sich das Ende der ersten jüdischen Gemeinde in Osnabrück zum 600. Mal. Mit einer Ausstellung erinnert das Museumsquartier an diese frühe Phase jüdischer Geschichte. Auch die Wurzeln des Antisemitismus werden sichtbar

 19.03.2026

Vladimir Vertlib

Ein Marrane als Leibarzt

Mit seinem Roman »Der Jude der Kaiserin« zeigt sich der österreichische Autor als Meister des historischen Genres

von Alexander Kluy  19.03.2026

Eurovision Song Contest

ORF will ESC-Sicherheitskonzept nicht verschärfen

Auch trotz des Krieges gegen den Iran sei strengere Sicherheitsauflagen nicht nötig, weil das Konzept bereits auf die Weltlage ausgelegt sei

 19.03.2026

Philosophie

Habermas, Israel und die Juden

Eine kritische Würdigung

von Frederek Musall  19.03.2026

Programm

Drei Chöre, 100 Synagogen und ein Unbezähmbarer: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. bis zum 26. März

 18.03.2026

Nachruf

Der die Debattenkultur formte

Jürgen Habermas prägte die Bundesrepublik, positionierte sich im »Historikerstreit«, setzte Begriffe und gab Orientierung. Zum Tod des großen Philosophen

von Johannes Heil  18.03.2026

Literatur

Als die Donau durch Kakanien floss

Zur Leipziger Buchmesse: Eine (jüdische) Vision für ein Europa der Regionen, Religionen und der Vielfalt

von Awi Blumenfeld  18.03.2026

Literatur

Gefühle und Zustände

Lena Gorelik schreibt über »Alle meine Mütter«

von Sharon Adler  18.03.2026

Sachbuch

Unter Gedächtnisbeton

Ines Geipel widmet sich in »Landschaft ohne Zeugen« der Rolle kommunistischer Häftlinge im KZ Buchenwald und der Nicht-Aufarbeitung in der DDR

von Steffen Alisch  18.03.2026