München

Filmemacher Michael Verhoeven ist tot

Michael Verhoeven (1938 - 2024) Foto: picture alliance/dpa

Der deutsche Filmemacher Michael Verhoeven ist tot. Der Ehemann von Schauspielerin Senta Berger starb bereits am vergangenen Montag im Alter von 85 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit, wie die Familie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München mitteilte. »Eine Welt ist verloren gegangen. Es ist unvorstellbar schmerzhaft«, sagte sein Sohn, der Regisseur und Drehbuchautor Simon Verhoeven.

Michael Verhoeven setzte sich in seinem Werk intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinander, etwa mit dem Kinofilm »Die weiße Rose« aus dem Jahr 1982 über den Widerstand von Sophie Scholl und Gleichgesinnten. Deshalb erhielt er auch von jüdischen Organisationen Preise. Die Satire »Das schreckliche Mädchen« (1990) über Versuche, Verbrechen der Nazis zu vertuschen, wurde für den Oscar nominiert.

»Das fliegende Klassenzimmer«

Verhoeven drehte auch Unterhaltungsformate wie die ZDF-Serie »Die schnelle Gerdi« (1989) mit seiner Ehefrau Senta als Münchner Taxifahrerin. 2016 war er Co-Produzent der erfolgreichen Komödie »Willkommen bei den Hartmanns« aus dem Jahr 2016, bei der sein Sohn Simon Regie geführt hatte. Sein jüngerer Sohn Luca ist ebenfalls in der Filmbranche tätig.

Geboren wurde Verhoeven am 13. Juli 1938 in Berlin, als Sohn der Schauspielerin Doris Kiesow und des Regisseurs und Schauspielers Paul Verhoeven. Später zog die Familie nach München. Erste Erfahrungen als Schauspieler sammelte er in kleinen Theaterstücken, in den 1950er Jahren dann in Filmen wie »Das fliegende Klassenzimmer« oder »Der Pauker« mit Heinz Rühmann.

Verhoeven lebte zuletzt mit Senta Berger im Münchner Vorort Grünwald. Am Freitag sollte er im engsten Kreis beigesetzt werden. dpa

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