TV

Fehlen sprachlicher Sensibilität

Der TV-Sender RTL bedauert eine Formulierung in einem umstrittenen Beitrag im Boulevardmagazin Exclusiv. Dieser habe es an sprachlicher Sensibilität gefehlt, teilte der Sender am Donnerstag in Köln auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes mit. In dem am Dienstag ausgestrahlten Exclusiv-Beitrag hatte es mit Blick auf den Modekonzern Chanel geheißen, dieser sei »fest in jüdischer Hand«.

In dem Beitrag ging es um umstrittene Äußerungen von Karl Lagerfeld. Der Modeschöpfer hatte am Samstag im französischen TV-Sender C8 die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Merkel habe zu viele Muslime ins Land gelassen.

rundfunkaufsicht »Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenliegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen«, sagte Lagerfeld unter anderem. Der Fall beschäftigt nach Zuschauerbeschwerden mittlerweile die französische Rundfunkaufsicht.

Exclusiv hatte Lagerfelds Äußerungen aufgegriffen. Autor Marc Sterzenbach suchte in dem zweiminütigen Beitrag nach Gründen für Lagerfelds Äußerungen. »Tatsächlich ist das Unternehmen Chanel, für das er arbeitet, fest in jüdischer Hand. Eigentümer ist die Familie Wertheimer«, heißt es darin.

Die Formulierung sorgte in sozialen Netzwerken für Protest. Nutzer kritisierten, RTL bediene mit »fest in jüdischer Hand« antisemitische Klischees. RTL teilte nun mit, die Wortwahl spiegele »in keiner Weise die Haltung des Autors und selbstverständlich auch nicht die des Senders wider«. epd

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  03.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Kino und Literatur

»Holocaust im Film« - Eine Spurensuche von 1946 bis heute

Im November kommt der Essayfilm »Holofiction« ins Kino: Regisseur Michal Kosakowski untersucht die filmische Ikonografie des Holocaust. Zur Geschichte des Holocaust-Films gibt es auch schon das gleichnamige Sachbuch

von Marcus Stiglegger  03.11.2026

Lesen!

Existenzialistische Suchbewegungen

In Benjamin Steins »Tiferet« geht es um die letzten Dinge, um alles und nichts – und vor allem um Abschied und Verlust

von Tobias Prüwer  02.11.2026

Interview

»Gemeinsam nach der Wahrheit suchen«

Carlos Fraenkel, der neue Leiter des Potsdamer Einstein Forums, will unterschiedliche Denktraditionen miteinander ins Gespräch bringen – und die Philosophie stärker in der Gesellschaft verankern

von Ayala Goldmann  02.11.2026

Aufgegabelt

Frühstückskartoffeln

Rezepte und Leckeres

 02.11.2026

Sprachen

Neues Spanisch-Wörterbuch: »Jüdisch« bleibt ein Synonym für »geizig«

Die Real Academia Española weigert sich, einen argentinischen Richterspruch umzusetzen - auch in der Neuausgabe ihres Kompendiums der spanischen Sprache findet sich ein Beispiel für Alltagsantisemitismus

von Michael Thaidigsmann  02.11.2026