TV

Fehlen sprachlicher Sensibilität

Der TV-Sender RTL bedauert eine Formulierung in einem umstrittenen Beitrag im Boulevardmagazin Exclusiv. Dieser habe es an sprachlicher Sensibilität gefehlt, teilte der Sender am Donnerstag in Köln auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes mit. In dem am Dienstag ausgestrahlten Exclusiv-Beitrag hatte es mit Blick auf den Modekonzern Chanel geheißen, dieser sei »fest in jüdischer Hand«.

In dem Beitrag ging es um umstrittene Äußerungen von Karl Lagerfeld. Der Modeschöpfer hatte am Samstag im französischen TV-Sender C8 die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Merkel habe zu viele Muslime ins Land gelassen.

rundfunkaufsicht »Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenliegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen«, sagte Lagerfeld unter anderem. Der Fall beschäftigt nach Zuschauerbeschwerden mittlerweile die französische Rundfunkaufsicht.

Exclusiv hatte Lagerfelds Äußerungen aufgegriffen. Autor Marc Sterzenbach suchte in dem zweiminütigen Beitrag nach Gründen für Lagerfelds Äußerungen. »Tatsächlich ist das Unternehmen Chanel, für das er arbeitet, fest in jüdischer Hand. Eigentümer ist die Familie Wertheimer«, heißt es darin.

Die Formulierung sorgte in sozialen Netzwerken für Protest. Nutzer kritisierten, RTL bediene mit »fest in jüdischer Hand« antisemitische Klischees. RTL teilte nun mit, die Wortwahl spiegele »in keiner Weise die Haltung des Autors und selbstverständlich auch nicht die des Senders wider«. epd

Kommentar

Der alte Hass trägt heute Palästinaflaggen

Wie der kulturelle Boykott Israels die Ausgrenzung von Juden normalisiert

von Sarah Maria Sander  07.06.2026

Berlin

Ein Engelskuss

Der Künstler Charles Abecassis präsentiert seine Arbeiten in einer Verkaufsausstellung, deren Reinerlös an das Projekt »The Way Shalom« geht

 07.06.2026

»documenta«

Kulturrat: Antisemitismus letztlich nicht zu verhindern

Olaf Zimmermann will mit einem »Code of Conduct« Antisemitismus, Rassismus »und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiventgegentreten«

von Susanne Rochholz  07.06.2026 Aktualisiert

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 07.06.2026

Berlin

»Tänzerinnen Brunnen« gehört nun zu US-Privatsammlung

Das Kunstwerk wurde als Highlight der Sommerauktion bei Auktionshaus Grisebach versteigert – für vier Millionen Euro

 07.06.2026

Zeitgeschichte

Wie ein grausames Märchen

In ihrem aktuellen Buch schreibt die Historikerin Irina Scherbakowa über die verlorene Freiheit in Russland. Nun ist »Der Schlüssel würde noch passen« für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert

von Ralf Balke  07.06.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Zeitraffer und Geschichte oder Warum alte Fotos mehr erzählen

von Nicole Dreyfus  07.06.2026

Zahl der Woche

86 Jahre

Fun Facts und Wissenswertes

 07.06.2026

Aufgegabelt

Fattoush-Salat

Rezepte und Leckeres

 07.06.2026