Literatur

Eva Menasse wird neue Stadtschreiberin in Mainz

Schreibt »mit scharfsinnigem Humor über fragile Beziehungen«: Eva Menasse Foto: dpa

Literatur

Eva Menasse wird neue Stadtschreiberin in Mainz

Die österreichische Autorin wird für ihren Einsatz gegen rechte Hetze und die Empathie in ihrem Werk geehrt

 29.10.2018 14:52 Uhr

Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse wird 2019 neue Mainzer Stadtschreiberin. Die Jury des Literaturpreises begründete ihre Wahl am Montag unter anderem damit, dass sich die Autorin »engagiert gegen Diskriminierung und rechte Hetze« zur Wehr setze und für die Wahrung der Grundrechte im digitalen Zeitalter streite.

Als mittlerweile 35. Preisträgerin darf die gebürtige Wienerin mit dem ZDF eine Fernsehdokumentation nach freier Themenwahl produzieren und für ein Jahr in die Mainzer Stadtschreiber-Wohnung ziehen. Außerdem ist der gemeinsam von der Landeshauptstadt, dem ZDF und 3sat vergebene Stadtschreiber-Preis mit 12.500 Euro dotiert.

Nuancen »Eva Menasse ist eine große Menschenerzählerin, die mit feiner Empathie und scharfsinnigem Humor über fragile Beziehungen schreibt«, heißt es in der Mitteilung der Jury. »Mit großer sprachlicher Präzision gestaltet sie ihre Figuren und findet feinste Nuancen in ihren Erzählsituationen.«

Die 1970 geborene Schriftstellerin hatte nach dem Studium zunächst als Journalistin gearbeitet. Ihr erster Roman Vienna erschien 2005. Darin machte Eva Menasse das Erinnern zum Ausgangspunkt ihres Erzählens und entwarf mit den Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer ganzen Epoche.

Zuletzt erschien im vergangenen Jahr Eva Menasses Buch Tiere für Fortgeschrittene. Darin schrieb die Autorin über Raupen, die sich ihr eigenes Grab schaufeln, Haie, die künstlich beatmet werden, Enten, die noch im Schlaf nach Fressfeinden Ausschau halten, und Schafe, die ihre Wolle von selbst abwerfen. Jede dieser Erzählungen ging von einer kuriosen Tiermeldung aus – und widmete sich doch der Gattung Mensch.

Nachfolgerin Für ihre literarischen Werke wurde die Österreicherin, die mittlerweile in Berlin lebt, schon mehrfach ausgezeichnet. Menasse wird als Mainzer Stadtschreiberin die Nachfolgerin von Anna Katharina Hahn.

Zuvor waren schon Sarah Kirsch, Monika Maron, Peter Härtling und Günter Kunert Stadtschreiber in Mainz. Die offizielle Preisverleihung soll aller Voraussicht nach im März 2019 stattfinden. epd/ja

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 02.01.2026 Aktualisiert

Theater

Zwischen Witz und Wut

Avishai Milstein erinnert in seinem neuen Stück in den Münchner Kammerspielen an Philipp Auerbach – mit Samuel Finzi in der Hauptrolle

von Michael Schleicher  02.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  02.01.2026

W. Michael Blumenthal

»Jetzt wird es sich zeigen«

Der Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Berlin wird 100 Jahre alt. Er floh 1939 nach Shanghai und ging 1947 in die USA. Heute fragt er sich, ob wir aus der Geschichte gelernt haben

von Axel Brüggemann  02.01.2026

Daniel Kahn

»Das Akkordeon war ein Schlüssel«

Der Musiker über seine Liebe zum Instrument des Jahres 2026

von Christine Schmitt  01.01.2026

Sehen!

Fast alles über Johann Strauss

Eine Ausstellung im Jüdischen Museum Wien

von Tobias Kühn  31.12.2025

Kulturkolumne

Der »Seinfeld«-Effekt oder: Curb your Antisemitism!

2026 kann ja heiter werden

von Sophie Albers Ben Chamo  31.12.2025

Sprachgeschichte

Rutsch, Rosch und Rausch

Hat der deutsche Neujahrsglückwunsch wirklich hebräische Wurzeln?

von Christoph Gutknecht  31.12.2025 Aktualisiert

Programm

Götter, Märchen und Le Chaim: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Dezember bis zum 13. Januar

 31.12.2025