Nachruf

Einsatz für den jüdischen Staat

Alfred Neven DuMont (1927–2015) Foto: dpa

Mit Trauer haben Medien und Politik auf den Tod des Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont reagiert. Mehr als 60 Jahre habe Neven DuMont im Familienunternehmen »in unvergleichlicher Manier die doppelte Funktion des Zeitungsverlegers als publizistischer Kopf und als wirtschaftlich verantwortlicher Unternehmer gelebt«, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, am Sonntagabend.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft würdigte den Herausgeber und langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden des Verlags M. DuMont Schauberg für sein leidenschaftliches demokratisches Engagement und seinen Einsatz für den jüdischen Staat. »Die deutsch-israelischen Beziehungen lagen ihm von jeher am Herzen, was sich nicht zuletzt im unternehmerischen Engagement bei der israelischen Tageszeitung Haaretz zeigte«, sagte Kraft.

Überzeugung Ähnlich äußerte sich auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. »Die deutsche Sozialdemokratie wird ihm auch sein Engagement für die deutsch-israelischen Beziehungen nicht vergessen«, hob Gabriel hervor. »Es war, wie bei der israelischen Zeitung Haaretz, nicht nur unternehmerischer Natur, sondern inneres Anliegen aus Überzeugung und mit ganzem Herzen.« 2006 erwarb Neven DuMont 20 Prozent Anteile an der links-liberalen israelischen Tageszeitung Haaretz.

Alfred Neven DuMont war am Samstag im Alter von 88 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Der Kölner galt als einer der letzten großen Verleger der deutschen Nachkriegszeit. Zum Verlag M. DuMont Schauberg gehören unter anderem die Zeitungen Kölner Stadt-Anzeiger, die Berliner Zeitung, die Hamburger Morgenpost und die Mitteldeutsche Zeitung.

Geboren wurde DuMont am 29. März 1927 als Spross einer Kölner Verlegerdynastie. Er studierte in den USA Medienwesen, bevor er 1953 in den Verlag seines Vaters eintrat und die publizistische Leitung beim Kölner Stadt-Anzeiger übernahm. Mitte der 1960er Jahre gründete er die Boulevardzeitung Express. Heute erscheinen fünf weitere Titel in der Medien-Gruppe, darunter die Kölnische Rundschau und der Berliner Kurier. Die Zeitungen haben eine tägliche Gesamtauflage von mehr als einer Million.

Beteiligungen Zur Gruppe gehören auch der Buchverlag DuMont und Beteiligungen an Radio- und Fernsehsendern und Anzeigenblättern. Im Jahr 2013 kam die Mediengruppe DuMont Schauberg auf ein Konzernergebnis von 1,6 Millionen Euro – nach einem Verlust von 112 Millionen Euro im Jahr zuvor. Das Haus beschäftigt an mehreren Standorten insgesamt mehr als
3000 Mitarbeiter.

DuMont war seit 1966 mit Hedwig von Auersperg verheiratet, die mit ihm drei Kinder hat. Von 1980 bis 1984 war er Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, dessen Ehrenpräsident er 1984 wurde. Der Kölner Verleger wurde außerdem mit den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. epd/ppe

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Lebende Legende

Barry Manilow kündigt erstes Studioalbum seit fast 15 Jahren an

Stilistisch soll das Werk verschiedene Richtungen verbinden – von klassischen Balladen bis hin zu Elementen aus R&B, Rock und Gospel

 24.03.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« reagiert auf Rüge des Deutschen Presserats

19 Rügen verteilt der Presserat an die deutsche Medienlandschaft. Eine davon geht an die »Jüdische Allgemeine« - wegen angeblicher gravierender Ehrverletzung eines in Gaza getöteten Journalisten

 23.03.2026

Hollywood

»Enigma Variations«: Aaron Taylor-Johnson übernimmt Hauptrolle in neuer Serie

Im Zentrum der Handlung steht eine Figur namens Paul, deren Leben durch verschiedene Beziehungen geprägt wird. Die Geschichte beleuchtet Fragen von Identität, Begehren und Liebe

 23.03.2026

Filmklassiker auf der Bühne

Premiere in Hamburg: »Zurück in die Zukunft« als Musical

In den 1980er-Jahren war der Film ein Riesenerfolg. Als Musical feierte die Komödie am Wochenende in Hamburg Premiere. Bob Gale, der jüdische Co-Autor der Filmtriologie, schrieb das Musical

 23.03.2026

Jubilar

»Mikrofon für die Seele«: Klezmer-Musiker Giora Feidman wird 90

Giora Feidman hat die jüdische Klezmer-Tradition in den Konzertsaal gebracht. In einfachen Liedern findet er große spirituelle Tiefe. Mit seiner Musik will der Klarinettist Menschen verbinden – und pflegt bei seinen Konzerten ein bestimmtes Ritual

von Katharina Rögner  23.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Mit Fran Lebowitz und Larry David in der Ringbahn – ein Traum

von Katrin Richter  22.03.2026

Geburtstag

Für immer Captain Kirk: William Shatner wird 95

Mit der »Enterprise« brach er in den 60er Jahren in die »unendlichen Weiten« des Weltalls auf. »Star Trek« machte den jüdischen Schauspieler weltberühmt

von Holger Spierig  22.03.2026

Aufgegabelt

Tahini-Gugelhupf mit Kardamom und Orange

Rezept der Woche

von Katrin Richter  21.03.2026