Auszeichnung

»Echo« wird abgeschafft

Foto: dpa

Den Musikpreis »Echo« wird es nicht mehr geben. Die Marke Echo sei durch den Eklat um die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, teilte der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch in Berlin mit. Der Vorstand des Bundesverbandes habe deswegen in einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag das Ende des Preises beschlossen.

Antisemitismus Der Echo sei viele Jahre ein »großartiger Preis« und zugleich zentrales Branchenevent gewesen. Der Vorstand wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werde. »Für eine Konkretisierung der Änderungen wird sich der Vorstand die erforderliche Zeit nehmen«, hieß es.

Der Pianist Igor Levit, der seinen Echo in der vergangenen Woche aus Protest zurückgegeben hatte, twitterte am Mittwochnachmittag: »Die Feigheit einer Institution, sich selbst lieber abzuschaffen, als sich den wahren Problemen und Ursachen dieser Probleme zu stellen, empfinde ich als ohrenbetäubend.«

Bei der Echo-Gala vor zwei Wochen waren Farid Bang und Kollegah trotz massiver Kritik bereits an ihrer Nominierung ausgezeichnet worden. Die Rapper werden unter anderem wegen judenfeindlicher Liedzeilen scharf kritisiert. In ihrem mit dem Echo ausgezeichneten Album Jung, brutal, gut aussehend 3 finden sich unter anderem die Textzeilen »Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen« und »Mache wieder mal nen Holocaust, komm an mit dem Molotow«. ag (mit epd)

www.echopop.de/neuanfang

Sachbuch

Tee mit Groys

In einem neuen Gesprächsband erzählt der Philosoph Boris Groys aus seinem Leben und verliert kein Wort über den Krieg. Warum unser Rezensent das Buch trotzdem zufrieden zuklappte: eine sehr persönliche Lektüre

von Dmitrij Belkin  25.10.2026

Aufgegabelt

Fenchel-Tarte-Tatin mit Trauben und Oliven

Rezept der Woche

von Yotam Ottolenghi  25.10.2026

Kino

Ali G ist zurück – und stößt auf Ablehnung

Nach 24 Jahren schlüpft Sacha Baron Cohen wieder in die Rolle seiner Kultfigur. Doch die Branche will ihn boykottieren

von Nicole Dreyfus  25.10.2026

Shkoyach!

Alles auf Pro oder Die Sehnsucht nach neuer Übersichtlichkeit

Die Einteilung in Pro-Dieses und Pro-Jenes halte ich für profan. Aber für Prokrastination bin ich immer zu haben

von Eugen El  25.10.2026

Zahl der Woche

90,8 Prozent

Funfacts & Wissenswertes

 25.10.2026

Film

Serienhit geht weiter: Warum will jeder »Nobody Wants This«?

Eine freizügige Sex-Podcasterin und ein charmanter Rabbiner verlieben sich. Ihre Geschichte ist ein gelungener Gegenentwurf zu klischeehaften Rom-Coms. So geht die Erfolgsserie weiter

von Simone Andrea Mayer  23.10.2026

Berlin

Wenn Wolf Biermann den roten Bademantel trägt

Die Stasi wollte den Liedermacher zum Alkoholmissbrauch verleiten und seine Beziehungen zerstören. Ein Film zeigt, wie er das überstand - und was er mit fast 90 macht: Kraulen in der Ostsee zum Beispiel

von Lisa Forster, Sven Gösmann  23.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus  22.10.2026