Auszeichnung

»Echo« wird abgeschafft

Foto: dpa

Den Musikpreis »Echo« wird es nicht mehr geben. Die Marke Echo sei durch den Eklat um die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, teilte der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch in Berlin mit. Der Vorstand des Bundesverbandes habe deswegen in einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag das Ende des Preises beschlossen.

Antisemitismus Der Echo sei viele Jahre ein »großartiger Preis« und zugleich zentrales Branchenevent gewesen. Der Vorstand wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werde. »Für eine Konkretisierung der Änderungen wird sich der Vorstand die erforderliche Zeit nehmen«, hieß es.

Der Pianist Igor Levit, der seinen Echo in der vergangenen Woche aus Protest zurückgegeben hatte, twitterte am Mittwochnachmittag: »Die Feigheit einer Institution, sich selbst lieber abzuschaffen, als sich den wahren Problemen und Ursachen dieser Probleme zu stellen, empfinde ich als ohrenbetäubend.«

Bei der Echo-Gala vor zwei Wochen waren Farid Bang und Kollegah trotz massiver Kritik bereits an ihrer Nominierung ausgezeichnet worden. Die Rapper werden unter anderem wegen judenfeindlicher Liedzeilen scharf kritisiert. In ihrem mit dem Echo ausgezeichneten Album Jung, brutal, gut aussehend 3 finden sich unter anderem die Textzeilen »Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen« und »Mache wieder mal nen Holocaust, komm an mit dem Molotow«. ag (mit epd)

www.echopop.de/neuanfang

Stuttgart

Startschuss für die Jewrovision

Der jüdische Jugend-Musikwettbewerb hat begonnen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt treten heute 13 Teams aus ganz Deutschland auf

von Joshua Schultheis  15.05.2026 Aktualisiert

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Kino

»Palästina 36«

In ihrer Doku geht die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir fahrlässig mit einem historischen Thema um

von Ralf Balke  15.05.2026

Gesangswettbewerb

ESC: Ein bisschen Aufregung in Wien

In Wien sollen Kaffeehäuser Patenschaften für die Teilnehmerländer übernehmen, doch ausgerechnet für Israel fand sich keines bereit

von Martin Krauss  15.05.2026

Wien

ESC-Finale: Noam Bettan tritt als Dritter auf

Unter ESC-Beobachtern gilt ein früher Startplatz traditionell als möglicher Nachteil im Rennen um den Sieg

 15.05.2026

Musik

Jay Beckenstein wird 75

Der jüdische Saxofonist aus Buffalo, der seine Jugend in Westdeutschland verbrachte, gründete eine der wichtigsten Fusion-Bands und bietet sanfte Klänge

von Imanuel Marcus  14.05.2026

Berlin

TU eröffnet neues Kompetenzzentrum für Antisemitismusforschung

Nach umfassendem Umbau stünden künftig rund 55.000 Bücher und Zeitschriften sowie etwa 11.000 visuelle Antisemitika für Forschung und Lehre zur Verfügung

 14.05.2026

Zahl der Woche

13 Gruppen

Fun Facts und Wissenswertes

 14.05.2026

Eurovision Song Contest

Die Leichtigkeit der anderen

Der Schoa-Überlebende Walter Andreas Schwarz vertrat Deutschland 1956 beim ersten Grand Prix Eurovision in Lugano. Seine Biografie prallte auf ein Publikum, das die Vergangenheit hinter sich lassen wollte

von Claudio Minardi  14.05.2026