Kassel

Documenta-Gesellschaft veröffentlicht Verhaltenskodex

Naomi Beckwith, die künstlerische Leiterin der »Documenta Sixteen« Foto: picture alliance/dpa

Die Weltkunstschau Documenta in Kassel hat ihren angekündigten Verhaltenskodex veröffentlicht. »Sie tritt jeder Form von Antisemitismus, Rassismus und jedweder anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiv entgegen«, heißt es unter anderem in dem »Code of Conduct«. Dieser Kodex gilt für die Mitarbeiter der Documenta-Gesellschaft, also unter anderem die Geschäftsführung.

Anders als von einer Managementberatung empfohlen wird sich die Künstlerische Leitung der »Documenta Sixteen« nicht auf einen Verhaltenskodex verpflichten müssen.

Sie soll hingegen frühzeitig in einer öffentlichen Veranstaltung ihr künstlerisches Konzept vorstellen und dabei auch darlegen, »wie sie die Achtung der Menschenwürde unter Wahrung der grundgesetzlich geschützten Kunstfreiheit auf der von ihr kuratierten Ausstellung gewährleisten will«, wie es in dem nun veröffentlichten Papier steht.

Lesen Sie auch

Die Frage nach Verhaltenskodexen ist ein Resultat des Eklats bei der »Documenta Fifteen«. Eine Managementberatung hatte die Vorfälle aufgearbeitet und Empfehlungen vorgelegt, darunter waren auch solche Kodexe für Geschäftsführung und Künstlerische Leitung.

Die Schau war im Jahr 2022 von Antisemitismus-Skandalen überschattet worden. Kurz nach ihrer Eröffnung wurde eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt und abgehängt. Später lösten weitere Werke scharfe Kritik und Forderungen nach einem Abbruch der Ausstellung aus.

Die Künstlerische Leiterin der »Documenta Sixteen«, die US-Amerikanerin Naomi Beckwith, hatte bei ihrer Vorstellung bekräftigt, sie habe keine Toleranz gegenüber jeglicher Form von Rassismus und Antisemitismus. Die nächste Ausstellung ist im Jahr 2027 geplant. dpa/ja

Aufgegabelt

Israel »Dot Cake«

Rezepte und Leckeres

 21.06.2026

Zahl der Woche

170 Delegierte

Fun Facts und Wissenswertes

 21.06.2026

Glosse

Der Rest der Welt

YouTube-Clips mit Tefillin oder »Mehr Licht in der Welt«

von Margalit Edelstein  21.06.2026

Essay

Fallstricke des Wokeismus

Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte bilden ein berechtigtes Korrektiv, aber was über Israel verbreitet wird, bedarf grundlegender Korrekturen

von Richard Blättel  20.06.2026

Glosse

Deutschland sucht den Nazi

Der »Spiegel« und die »Zeit« helfen den Deutschen, die Nazis unter den Vorfahren aufzuspüren - und verdienen damit ganz nebenbei gutes Geld. Richtig so, findet unser Autor

von Michael Thaidigsmann  19.06.2026

Fußball

»Ich weiß, wer Weltmeister wird«

Uri Geller über die Weltmeisterschaft, den Gewinner des Turniers und seinen fatalen Einfluss auf einen verschossenen Elfmeter bei der EM 1996

von Detlef David Kauschke  19.06.2026

»Imanuels Interpreten« (22)

Herbie Mann: Der Klangsetzer

Sein Motto: »Wenn du die Musik von jemandem spielen willst, gehe zu ihm nach Hause.« Er setzte dies um, hatte dann aber die Jazz-Polizei am Hals

von Imanuel Marcus  19.06.2026

Kommentar

Nimm die Wahrheit an, von wem auch immer sie gesagt wurde

Bisweilen wirkt die Debatte um KI-generierte Texte absurd. Denn die Qualität eines Arguments sollte entscheidender sein als sein Urheber

von Leeor Engländer  18.06.2026

Literatur

Prophet im eigenen Land

Ein neuer Band mit bisher unveröffentlichten Texten von Amos Oz zeigt den israelischen Schriftsteller als reflektierten Staatsbürger und überzeugten Zionisten

von Marko Martin  18.06.2026