Fashion Week

Diplomatische Mode

Die Brandenburgische Landeshauptstadt ist am Dienstagabend zu einem Nabel der Modewelt geworden – zumindest der israelischen. Denn im Rahmen der Berliner Fashion Week wurde die Modeveranstaltung »Potsdam Now« in der Schinkelhalle eröffnet.

Bis Donnerstag werden Models nun mit Haute Couture über den blütenweißen Laufsteg wandeln. Der Fashion-Week-Ableger »Potsdam Now« bildet den offiziellen Auftakt zu den Feierlichkeiten des 50. Jubiläums diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Am Eröffnungsabend wurden daher ausschließlich israelische Modedesigner mit ihren Kreationen gezeigt.

Neben Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der gleichzeitig Schirmherr von »Potsdam Now« ist, war auch der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman zu Gast.

Kulturen Israel zeichne sich durch viele verschiedene Kulturen aus, sagte Hadas-Handelsman zur Begrüßung. Es sei eine bunte Mischung, und diese Mischung zeige sich auch in der Mode. Denn die sei authentisch und kontrastreich. Außerdem habe sich gerade Tel Aviv als Modestadt hervorgetan. Hadas-Handelsman machte seinen Wunsch deutlich, dass die Modeveranstaltung dazu beitrage, viele neue Beziehungen zu knüpfen.

Den Auftakt für solche neuen Beziehungen machte die Designerin Shani Zimmerman. Im Gegensatz zu den eher ausgefallenen Frisuren der Models präsentierte Zimmerman Mode, die sich durchaus im Alltag tragen lässt: weite Hosen, kombiniert mit schulterfreien Oberteilen, Pastellfarben und schwarze Spitzenstoffe oder edle, weit fallende Kleider: Zimmerman beeindruckte das Publikum mit ihren schlichten, manchmal fast sportlichen, aber raffinierten Kreationen.

Haute Couture Zion Anavas Mode ist durchweg elegant: Von aufwendigen Kleidern bis zum kleinen Weißen war alles dabei, was zu einem großen Auftritt gehört. Frau Blau und Efrat Kalig brachten Mode jenseits der Haute Couture: Blumenmuster, kombiniert mit Leggings, eng geschnittene, hellblaue oder mondäne sommerliche Kleider für eine stylische Strandparty.

Für Potsdam war der Abend ein Erfolg, für die deutsch-israelischen Beziehungen auch. Laut Veranstalter soll es bereits im Sommer eine Fortsetzung der Potsdamer Fashion Week geben. Geplant seien regelmäßige Events als stetige Veranstaltungsreihe parallel zur Berliner Fashion Week.

Sehen!

»Doitscha – Alles geht vorüber«

Die Tragikomödie »Doitscha – Alles geht vorüber« in der ARD beruht auf einem Buch von Adriana Altaras

von Pascal Beck  04.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 04.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über diesen modernen Minnesänger

von Jan Lehr  04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 4. November bis zum 12. November

 04.11.2026

Sachbuch

Der Kampf jüdischer Gemeinden für den Synagogen-Aufbau nach dem Krieg

Durch die Nationalsozialisten zerstört, wollten jüdische Gemeinden viele Synagogen in Deutschland nach dem Krieg wieder aufbauen. Doch sie hatten mit Widerständen zu kämpfen - und mit Parkplätzen und Einkaufszentren

von Thomas Klatt  04.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  04.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026