Barrie Kosky

»Die politischen Probleme an der Garderobe abgeben«

Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin Foto: dpa

Die Bühne ist nach den Worten des scheidenden Intendanten der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, auch ein Ort zum Träumen. »Wenn es auf der Bühne nur noch darum gehen würde, wer wir sind, wo wir politisch stehen, was unsere Identität ist – dann könnten wir die Häuser auch dichtmachen«, sagte der Australier dem »Spiegel« (Samstag).

Musik sei Abstraktion. »Wenn ich mir eine Sinfonie anhöre, können mir die unterschiedlichsten Dinge durch den Kopf gehen: Gefühle, Gedanken, Erotik, Liebe. Es ist wichtig, dass Musik auch einfach nur Freude geben kann«, betonte Kosky (55).

Traumwelt »Wer in die Oper geht, dem ist es erlaubt, die politischen Probleme an der Garderobe abzugeben: den Ukraine-Krieg, die Klimakrise, Corona, die Ausbeutung des globalen Südens, Arbeitslosigkeit. Man betritt für drei Stunden eine Traumwelt. Und wenn sie vorbei ist, bekommt man seine Probleme mit dem Mantel zusammen wieder ausgehändigt«, so Kosky weiter.

Solche Orte seien wichtig. Viele Menschen gingen nicht mehr in die Kirche, die Synagoge oder in die Moschee, sondern ins Theater und die Oper. »Das sind ’safe spaces for dreaming‘. Und ohne diese Möglichkeit zu träumen wären wir verloren«, sagte Kosky, der zehn Jahre lang das Haus geleitet hatte. kna/ja

Ausstellung

Landesmuseum Mainz zeigt jüdisches Erbe von Rheinland-Pfalz

Die erhaltenen Spuren der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden von Speyer, Worms und Mainz sind schon seit 2021 offiziell Weltkulturerbe. Nun rückt auch das Landesmuseum Mainz das Judentum in Rheinland-Pfalz stärker in den Blickpunkt

 14.01.2026

Fernsehen

Dschungelcamp 2026: Gil Ofarim soll Rekord-Gage kassieren

Der 43-jährige Sänger bekommt laut »Schlager.de« für seine Teilnahme an der in Australien gedrehten Show mehr Geld als je ein Teilnehmer zuvor

 14.01.2026

Potsdam

Zentrum für Jüdischen Film geplant

Die Gründungsveranstaltung soll am 4. März dieses Jahres stattfinden

 14.01.2026

Programm

Lesung, Führung, Erinnerung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 15. Januar bis zum 22. Januar

 14.01.2026

Berlin

»Wie es wirklich war«: Schoa-Überlebende als Hologramme  

Wie es mit dem Erinnern an die NS-Verbrechen weitergeht, wenn diejenigen, die aus erster Hand berichten können, nicht mehr da sind, wird bei einer Konferenz in Berlin erörtert

von Leticia Witte  14.01.2026

Wissenschaft

Studie: Gedanken an andere Partner sind kein Treuebruch

Eine neue Studie der Universität Tel Aviv stellt gängige Vorstellungen von Monogamie und Treue grundsätzlich infrage

 14.01.2026

Comedy-Legende

Don Rickles: Meister der Beleidigungen

In diesem Jahr wäre der große Stand-Up-Comedian 100 Jahre alt geworden. Seine Spezialität: Er zog sein Publikum durch den Kakao

von Imanuel Marcus  14.01.2026

Zahl der Woche

Platz 28

Fun Facts und Wissenswertes

 13.01.2026

Erinnerungskultur

Bund fördert Projekte zu NS-Zeit und deutscher Teilung

Der Bund fördert in den kommenden Jahren neue Projekte in Gedenkstätten

 13.01.2026