Barrie Kosky

»Die politischen Probleme an der Garderobe abgeben«

Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin Foto: dpa

Die Bühne ist nach den Worten des scheidenden Intendanten der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, auch ein Ort zum Träumen. »Wenn es auf der Bühne nur noch darum gehen würde, wer wir sind, wo wir politisch stehen, was unsere Identität ist – dann könnten wir die Häuser auch dichtmachen«, sagte der Australier dem »Spiegel« (Samstag).

Musik sei Abstraktion. »Wenn ich mir eine Sinfonie anhöre, können mir die unterschiedlichsten Dinge durch den Kopf gehen: Gefühle, Gedanken, Erotik, Liebe. Es ist wichtig, dass Musik auch einfach nur Freude geben kann«, betonte Kosky (55).

Traumwelt »Wer in die Oper geht, dem ist es erlaubt, die politischen Probleme an der Garderobe abzugeben: den Ukraine-Krieg, die Klimakrise, Corona, die Ausbeutung des globalen Südens, Arbeitslosigkeit. Man betritt für drei Stunden eine Traumwelt. Und wenn sie vorbei ist, bekommt man seine Probleme mit dem Mantel zusammen wieder ausgehändigt«, so Kosky weiter.

Solche Orte seien wichtig. Viele Menschen gingen nicht mehr in die Kirche, die Synagoge oder in die Moschee, sondern ins Theater und die Oper. »Das sind ’safe spaces for dreaming‘. Und ohne diese Möglichkeit zu träumen wären wir verloren«, sagte Kosky, der zehn Jahre lang das Haus geleitet hatte. kna/ja

Argentinien

»Portrait of a Lady« wird restituiert

Ein niederländischer Journalist entdeckte die Raubkunst in einer Immobilienanzeige. Ein Jahr, nachdem der Fall für Furore gesorgt hat, wird das Gemälde endlich an die rechtmäßige Erbin übergeben

 10.09.2026

Filmfestspiele

Politik trifft auf Leinwand

In Venedig gibt es auch dieses Jahr zahlreiche Premieren, die für Kontroversen sorgen

von Patrick Heidmann  10.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  10.09.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 10.09.2026

Teschuwa

Umkehrer und Rückkehrer

Der Berliner Rapper Ben Salomo brauchte lange, um herauszufinden, woher die eigene Stimme kommt

von Nicole Dreyfus  10.09.2026

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

»Von Monet bis Picasso«

Ausstellung in Hamburg würdigt jüdische Kunstsammler

Die Schau versammelt rund 100 Werke unter anderem von Claude Monet, Pablo Picasso, Paul Cézanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker und Vincent van Gogh

 09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026