Barrie Kosky

»Die politischen Probleme an der Garderobe abgeben«

Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin Foto: dpa

Die Bühne ist nach den Worten des scheidenden Intendanten der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, auch ein Ort zum Träumen. »Wenn es auf der Bühne nur noch darum gehen würde, wer wir sind, wo wir politisch stehen, was unsere Identität ist – dann könnten wir die Häuser auch dichtmachen«, sagte der Australier dem »Spiegel« (Samstag).

Musik sei Abstraktion. »Wenn ich mir eine Sinfonie anhöre, können mir die unterschiedlichsten Dinge durch den Kopf gehen: Gefühle, Gedanken, Erotik, Liebe. Es ist wichtig, dass Musik auch einfach nur Freude geben kann«, betonte Kosky (55).

Traumwelt »Wer in die Oper geht, dem ist es erlaubt, die politischen Probleme an der Garderobe abzugeben: den Ukraine-Krieg, die Klimakrise, Corona, die Ausbeutung des globalen Südens, Arbeitslosigkeit. Man betritt für drei Stunden eine Traumwelt. Und wenn sie vorbei ist, bekommt man seine Probleme mit dem Mantel zusammen wieder ausgehändigt«, so Kosky weiter.

Solche Orte seien wichtig. Viele Menschen gingen nicht mehr in die Kirche, die Synagoge oder in die Moschee, sondern ins Theater und die Oper. »Das sind ’safe spaces for dreaming‘. Und ohne diese Möglichkeit zu träumen wären wir verloren«, sagte Kosky, der zehn Jahre lang das Haus geleitet hatte. kna/ja

»Imanuels Interpreten« (24)

Stan Getz: Der Saxofon-Poet

Wenn Getz live spielte, wollten alle da sein und zuhören. Der Vollblutmusiker kämpfte jedoch über Jahrzehnte hinweg mit Dämonen, die ihn zerstörten

von Imanuel Marcus  02.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  02.09.2026

Interview

»Meine Musik soll Herzen öffnen«

Motty Steinmetz ist in der orthodoxen Welt ein Superstar. Sein Großvater überlebte Auschwitz, nun tritt er zum ersten Mal in Deutschland auf. Wir haben mit dem chassidischen Sänger gesprochen

von Jan Feldmann, Mascha Malburg  02.09.2026

Musik

»Wir müssen laut sein. Stark sein. Kämpfen«

Der Rapper Ben Salomo hat in den sozialen Medien eine eindringliche Botschaft an die jüdische Gemeinschaft gerichtet. Was ihn zu dem Appell bewegt hat, erklärt er im Gespräch mit JA-Videoredakteur Jan Feldmann

von Jan Feldmann  02.09.2026

Albrecht Weinberg (1925 - 2026)

Kino

»Es ist immer in meinem Kopf«

Im Mai starb Albrecht Weinberg im Alter von 101 Jahren. Nun erscheint ein bewegendes Porträt über den Holocaust-Überlebenden, der nie den Glauben an die Menschheit verlor und seine letzten Lebensjahre der Erinnerungsarbeit widmete

von Wiebke Hollersen  02.09.2026

Zahl der Woche

6,6 Gramm Zucker

Fun Facts und Wissenswertes

 01.09.2026

Kino

Eine Rückkehr, keine Heimkehr

Hanns Zischler und Sandra Hüller glänzen in »Vaterland«, Pawel Pawlikowskis Drama über Thomas Manns Reise durch das geteilte Deutschland 1949

von Rudolf Worschech  01.09.2026

London

Gal Gadot drehte »The Runner« auf Krücken: »Ich brauchte eine Pause«

»Irgendwann waren meine Füße kaputt und das war’s dann«, sagt die israelische Darstellerin. »Danach musste ich mich erholen und all das.«

 01.09.2026

Literatur

Die perfekte Paranoia

»Howl« ist eine romangewordene Angstattacke, die Hoffnung macht. So etwas kann nur der britische Schriftsteller Howard Jacobson

von Sophie Albers Ben Chamo  01.09.2026