Barrie Kosky

»Die politischen Probleme an der Garderobe abgeben«

Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin Foto: dpa

Die Bühne ist nach den Worten des scheidenden Intendanten der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, auch ein Ort zum Träumen. »Wenn es auf der Bühne nur noch darum gehen würde, wer wir sind, wo wir politisch stehen, was unsere Identität ist – dann könnten wir die Häuser auch dichtmachen«, sagte der Australier dem »Spiegel« (Samstag).

Musik sei Abstraktion. »Wenn ich mir eine Sinfonie anhöre, können mir die unterschiedlichsten Dinge durch den Kopf gehen: Gefühle, Gedanken, Erotik, Liebe. Es ist wichtig, dass Musik auch einfach nur Freude geben kann«, betonte Kosky (55).

Traumwelt »Wer in die Oper geht, dem ist es erlaubt, die politischen Probleme an der Garderobe abzugeben: den Ukraine-Krieg, die Klimakrise, Corona, die Ausbeutung des globalen Südens, Arbeitslosigkeit. Man betritt für drei Stunden eine Traumwelt. Und wenn sie vorbei ist, bekommt man seine Probleme mit dem Mantel zusammen wieder ausgehändigt«, so Kosky weiter.

Solche Orte seien wichtig. Viele Menschen gingen nicht mehr in die Kirche, die Synagoge oder in die Moschee, sondern ins Theater und die Oper. »Das sind ’safe spaces for dreaming‘. Und ohne diese Möglichkeit zu träumen wären wir verloren«, sagte Kosky, der zehn Jahre lang das Haus geleitet hatte. kna/ja

Meinung

Warum ich mich für meine Teilnahme am »Dschungelcamp« niemals schämen würde

Die »Lindenstraßen«-Darstellerin Rebecca Siemoneit-Barum war 2015 bei der berühmt-berüchtigten RTL-Sendung in Australien dabei. Hier erzählt sie, was die Zeit im Dschungel bis heute für sie bedeutet

von Rebecca Siemoneit-Barum  06.02.2026

Erfurt

Einzigartiges Klezmer-Projekt: Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen als »Höhepunkt eines Prozesses«

Im Klezmerorchester Erfurt musizieren Laien und Profis gemeinsam. Nun feiert das Projekt sein zehnjähriges Bestehen - mit einem einzigen Konzert

von Matthias Thüsing  06.02.2026

Fernsehen

Doku über Geisel-Familie zeigt zerrissene israelische Gesellschaft

Ein 3sat-Dokumentarfilm zeigt das Martyrium einer amerikanisch-israelischen Familie, deren Angehörige am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt wurde

von Manfred Riepe  06.02.2026

Australien

»Action, Action, Action« im Dschungel

Regeln sind Regeln. Und Überraschungen sind Überraschungen: Jetzt unterhalten sich sogar Ariel und Gil

von Martin Krauß  06.02.2026

Berlin

Liebermann-Villa zeigt »Alles für die Kunst!«

Seinen Erfolg musste sich der Künstler Max Liebermann hart erkämpfen. Eine Ausstellung in der Liebermann-Villa am Berliner Wannsee zeigt, wie strategisch und konsequent er dabei vorging.

 05.02.2026

Kulturkolumne

Make Judaism cool again!

Wie Tel Aviver Mode für Empowerment und Hoffnung sorgt

von Sophie Albers Ben Chamo  05.02.2026

Theater

Mit Kufiya und Kippa

Noam Brusilovskys Stück »Fake Jews« in Berlin knüpft an die Geschichte von Fabian Wolff an

von Stephen Tree  05.02.2026

Film

Ganz links in der Ecke

»Coexistance, my Ass« porträtiert die israelische Comedian Noam Shuster Eliassi und ein polarisiertes Land. Doch eine wichtige Info fehlt

von Ayala Goldmann  05.02.2026

Los Angeles

Barry Manilow sagt nach Lungenkrebs-OP Konzerte ab

Nach wochenlanger Bronchitis fanden Ärzte einen »krebsartigen Fleck« in seiner Lunge - so erzählte es der jüdische Sänger im Dezember. Nun braucht er Ruhe nach dem Eingriff und zieht Konsequenzen

 05.02.2026