Frankfurt am Main

»Die Lebensrechte des israelischen Volkes«

Israel-Reise von Friede und Axel Springer Foto: juedischesmuseum.de

Im Jüdischen Museum Frankfurt am Main eröffnet am Mittwochabend die Ausstellung »Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden«. Die vom Fritz-Bauer-Institut und dem Jüdischen Museum zusammengestellte Schau widmet sich dem Engagement des Verlegers für Israel und die Juden.

In Dokumenten, Fotos, Videos und anderen Medien beleuchtet die Ausstellung die komplexe Beziehung des 1985 verstorbenen Zeitungsverlegers zur nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands, den überlebenden Juden und dem Staat Israel.

Als Springer, der erfolgreichste Zeitungsverleger der Bundesrepublik Deutschland, 1966 erstmals nach Israel reiste, war er tief beeindruckt. Wenig später sorgte er dafür, dass alle Mitarbeiter seines Verlages, der unter anderem die Bild-Zeitung, Die Welt, das Hamburger Abendblatt und diverse Zeitschriften herausgibt, mit ihrem Arbeitsvertrag eine besondere Verpflichtung eingingen: »Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen; hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes«.

Solidarität Seiner Marktmacht und der konservativen Ausrichtung seiner Blätter wegen war der Verleger ein bevorzugtes Hassobjekt der Neuen Linken. Während diese jedoch in den 60er- und 70er-Jahren neue Bundesgenossen unter palästinensischen Gruppen fand, die Israel vernichten wollten, praktizierte Springer Solidarität mit dem jüdischen Staat.

In der Ausstellung kommen neben heutigen Führungskräften des Verlages wie Mathias Döpfner und Kai Diekmann auch Kritiker wie etwa Günter Wallraff zu Wort, der als »Hans Esser« 1977 Enthüllungsreportagen aus dem Innenleben der Bild-Zeitung veröffentlichte.

Begleitet wird die Schau durch ein Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Gesprächen und Filmen. Im Wallstein Verlag ist ein 224 Seiten starker Ausstellungskatalog mit Originalbeiträgen und Interviews, unter anderem von Avi Primor, Detlev Claussen, Franziska Augstein und Wolfgang Kraushaar erschienen.

Jüdisches Museum Frankfurt/Main, Untermainkai 14/15. Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr, öffentliche Führungen sonntags 14 Uhr. Eintritt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Bis 29. Juli 2012.

Weitere Informationen unter: www.juedischesmuseum.de

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  21.11.2019

Kunst

Dr. Oetker gibt Bild an jüdische Eigentümer zurück

Das Unternehmen gibt ein weiteres Gemälde zurück an die Nachkommen verfolgter jüdischer Besitzer

 20.11.2019

Gedenkstätten

Hunderttausende Dokumente zu NS-Verfolgten online

Das Internationale Zentrum über NS-Verfolgung Arolsen Archives machen Bestand frei zugänglich

 19.11.2019

New York

Preis für Sacha Baron Cohen

Die Anti-Defamation League zeichnet den Schauspieler für sein unorthodoxes Eintreten gegen Vorurteile aus

 19.11.2019

Würdigung

»Die Toten Hosen« mit Julius-Hirsch-Preis geehrt

Die Punkband ist für ihr Engagement gegen Judenhass ausgezeichnet worden

 18.11.2019

Dana von Suffrin

Beobachterin aus Leidenschaft

Der Erfolg ihres Romans »Otto« hat sie überrascht. Im Zentrum steht ein jüdischer Familienpatriarch – der erstaunlich viele Züge ihres eigenen Vaters trägt

von Katrin Diehl  18.11.2019