Hören!

Der Teenieschwarm

Er sieht nicht nur aus wie der nette Junge von nebenan. Er ist es auch. Mike Posner, 1988 in Detroit geborener Sohn eines jüdischen Anwalts, hat als Student an Computer und Keyboards seine ersten Songs zusammengefrickelt, Mischungen aus Hip-Hop und R&B. Die kamen in den Clubs, in denen er nachts neben dem Studium auftrat, so gut an, dass Posner einen Plattenvertrag bekam und 2010 sein Debüt 31 Minutes to Takeoff veröffentlichte. Die Singleauskopplung Cooler Than Me schaffte es auf den sechsten Platz der Charts. Inzwischen ist Posner schon so populär, dass er im Fernsehen Rede und Antwort stehen musste, ob er »nur ein Freund« oder mehr von Selena Gomez sei, die laut Bravo mit Justin Bieber liiert ist.

ballermann-niveau Jetzt ist der 23-Jährige auf »Grand Tour« durch das alte Europa. Auf dem Reiseplan stehen Paris, London und an diesem Freitag, den 4. März, Berlin. Dort wird passieren, was immer geschieht, wenn Posner auftritt: Eine hormon-geschwellte Menge Jugendlicher hüpft und singt, kreischende Teenies schwenken flimmernde Handys hin und her. Und als Höhepunkt, noch bevor Posner seinen durchtrainierten Oberkörper entblößt, stürmt ein weiblicher Fan auf die Bühne, darf kurz mit dem Sänger kuscheln und bekommt als Zugabe einen großen Teddybären mit auf den Nachhauseweg.

Für uns Menschen jenseits der 30 (von der Generation der Posner-Fans »Gammelfleisch« oder »scheintot« genannt), ist diese Hysterie unbegreiflich, zumal, wenn man sich auf YouTube Videos des Musikers anschaut und -hört: Seine Songs haben unteres Ballermann-Niveau. Am ehesten geht noch Cooler Than Me, eine Art Ohrwurm. Meine pubertierende Tochter findet den Titel »voll krass«.

Mike Posner: »31 Minutes to Takeoff«. J Records (Sony Music) 2010

Konzert: Postbahnhof Berlin, Freitag, 4. März, 20 Uhr

Trend

»Spiritually Israeli«: Antisemitismus als Meme

Warum ein Begriffspaar in den sozialen Medien gerade populär ist – und wieso es nichts mit Israel zu tun hat

von Nico Hoppe  15.02.2026

Reaktion

»Medialer Sturm«: Berlinale verteidigt Künstler

Nach Debatten bei den Filmfestspielen veröffentlicht Festivalchefin Tricia Tuttle einen Appell – und nimmt die Jury in Schutz

 15.02.2026

Aufgegabelt

Korkenzieher-Gurken mit Gochujang-Dressing

Rezepte und Leckeres

 14.02.2026

Berlinale

Nachdenken über Siri Hustvedt

Die Regisseurin Sabine Lidl hat eine sehenswerte Dokumentation über die amerikanische Schriftstellerin gedreht – ein Filmtipp

von Katrin Richter  14.02.2026

Berlinale

Arundhati Roy sagt Teilnahme ab

Als Begründung nannte sie die aus ihrer Sicht »unerhörten Aussagen« von Mitgliedern der Jury zum Gaza-Krieg

 14.02.2026

NS-Raubkunst

Wolfram Weimer kündigt Restitutionsgesetz an

»Eine Frage der Moral«: Der Kulturstaatsminister stimmt einem unter anderem vom Zentralrat der Juden geforderten Gesetz zu

 14.02.2026

Berlinale

Eine respektvolle Berlinale scheint möglich

Die 76. Berlinale hat mit Glamour, großen Gefühlen und einem wunderbaren Eröffnungsfilm begonnen. Respekt wurde großgeschrieben am ersten Tag. Nur auf der Pressekonferenz der Jury versuchte der Journalist Tilo Jung vergeblich zu polarisieren

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Potsdam

Barberini-Museum zeigt deutsche Impressionisten

Drei große Sonderausstellungen präsentiert das Potsdamer Barberini-Museum pro Jahr. 2026 werden zum Auftakt Werke von Max Liebermann und weiteren Künstlern des Impressionismus in Deutschland gezeigt

 13.02.2026

Analyse

Historiker: Dirigent von Karajan kein Hitler-Sympathisant

Opportunist oder Gesinnungsnazi? Das historische Bild des Dirigenten Herbert von Karajan leidet seit Längerem unter seiner NSDAP-Mitgliedschaft. Der Historiker Michael Wolffsohn will ihn nun von mehreren Vorwürfen freisprechen

von Johannes Peter Senk  13.02.2026