Hören!

Der Multi-Instrumentalist

Als jüdische Musik im engeren Sinn kann man die Songs von Koby Israelite nicht mehr bezeichnen. Sein aktuelles Album Blues From Elsewhere besiegelt den Wechsel von »jüdisch« zu »gypsy«, von John Zorns New Yorker Tzadik-Label, wo zwischen 2003 und 2009 vier Alben erschienen – Dance of the Idiots (2003), Mood Swings (2005), Orobas: Book of Angels Volume 4 (2006) und Is He Listening? (2009) –, zum in Berlin ansässigen Label Asphalt Tango, Heimstätte der wildromantischsten Roma-Musik dies- und jenseits des Balkans.

In 16 Songs beschreitet der in London lebende israelische Multi-Instrumentalist eine Vielzahl musikalischer Pfade. Nur die ausgelatschten Schtetlgassen lässt der 1966 in Tel Aviv geborene Koby Israelite auf der aktuellen Scheibelinks liegen.

genremix Schon der Auftakt des neuen Albums überzeugt mit den countryartigen Songs »Johnny Has No Cash No More« und »Why don’t you take my brain and sell it to the night?«, hinreißend interpretiert von der Sängerin Annique. Das aber ohne Nashville-Schmalz: Israelites sehnsuchtsschweres Akkordeon wird von rüden Heavy-Metal-Klängen an die Ohrmuschel genagelt. Kollisionen zwischen Gypsy, Blues, Drum and Bass und Metal prägen auch die übrigen Songs, ein Muster, das erst durch das schluchzende »Lemi Evke« (Weshalb soll ich jammern) unterbrochen wird, einem hebräischen Lied, präsentiert von der sefardischen Sängerin Mor Karbasi.

Zu diesem Genremix passt die überbordende Musikalität von Koby Israelite, der neben Akkordeon auch Perkussions, Banjo und Bouzouki, Saxofon und Klarinette spielt. Da fällt die Mitarbeit des Bassisten Yaron Stavi oder des armenischen Duduk-Spielers Tigran Aleksanyan kaum ins Gewicht, wenngleich die beiden die Songs um weitere Aromen bereichern.

Bei Musikern, die ihr Instrument, nicht aber die Musik beherrschen, gerät eine solche Vielfalt schnell zum Kuddelmuddel. Doch bei Koby Israelite, der auch Film- und Fernsehmusik unter anderem für die BBC und das israelische TV komponiert hat, passt selbst Unvereinbares zusammen: ein gnadenlos geiles Album!

Koby Israelite: Blues From Elsewhere. Asphalt Tango Records 2013/Indigo

Fernsehen

Dschungelcamp 2026: Gil Ofarim soll Rekord-Gage kassieren

Der 43-jährige Sänger bekommt laut »Schlager.de« für seine Teilnahme an der in Australien gedrehten Show mehr Geld als je ein Teilnehmer zuvor

 18.01.2026

Aufgegabelt

Schkedei Marak

Rezepte und Leckeres

von Katrin Richter  18.01.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Meine Rache am System oder Wie ich an »weißes Gold« komme

von Ralf Balke  18.01.2026

Wissenschaft

Zellen gegen die Zeit

Israelische Forscher entdecken, wie unser Immunsystem den Alterungsprozess bremsen kann

von Sabine Brandes  18.01.2026

Sachbuch

Ein sehr deutsches Leben

Mit der Biografie über seinen Großvater erzählt Andreas Möller von einem Leben zwischen Mitläufertum und Aufbegehren

von Ralf Balke  18.01.2026

Eurovision Song Contest

Hape Kerkeling für Israels Teilnahme

Der Buchautor sagte in einem Podcast: »Das gehört einfach nicht auf die ESC-Tagesordnung, darüber zu sprechen.«

 17.01.2026

Fußball

Makkabäer-Ehrenpreis für den »Freundeskreis Hersh Goldberg-Polin«

Die Fangruppe wird für ihre Haltung, Zivilcourage und ihr klares Werteverständnis gegen Antisemitismus geehrt

 16.01.2026

ESC 2026

Brugger und Schöneberger moderieren ESC-Vorentscheid mit neun Acts

Die ARD verspricht für den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) eine breite musikalische Palette. Das TV-Publikum kann am Ende der Show am 28. Februar zwischen drei Acts auswählen

 16.01.2026

Dessau-Roßlau

Buch zur jüdischen Geschichte Anhalts vorgestellt

Ein neues Buch informiert über jüdische Orte in Anhalt und soll zum Besuch anregen

 16.01.2026