Cottbus

David Helfgott gibt einziges Deutschland-Konzert

David Helfgott Foto: imago/Xinhua

Der australische Ausnahmepianist David Helfgott gibt in Cottbus sein einziges Deutschland-Konzert. Im Rahmen seiner Abschiedstournee durch Europa werde er am 27. April im historischen Filmtheater »Weltspiegel« der zweitgrößten Stadt Brandenburgs auftreten, wie das Kino am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Konzertbüro Das Konzert findet im Rahmen der Brandenburger Festspiele statt. Entschieden habe sich Helfgott, dessen Lebensgeschichte im oscarprämierten Werk »Shine – Der Weg ins Licht« (1996) verfilmt wurde, für den Auftrittsort, als er von seinem Konzertbüro unter anderem auch Bilder des alten Filmtheaters vorgelegt bekam, wie der Leiter des Kinos, Ralf Zarnoch berichtete. Das Kino ist seinen Angaben zufolge mit 111 Jahren das zweitälteste noch erhaltene Filmtheater in Deutschland und das älteste in Brandenburg. Es wurde als Neubau 1911 in Betrieb genommen und steht unter Denkmalschutz.

Zarnoch zeigte sich über die Entscheidung Helfgotts überglücklich. Der Künstler habe eine bewegende Lebensgeschichte hinter sich, berichtete der Kino-Leiter. Die Kindheit sei geprägt worden durch einen ehrgeizigen Vater, der das Talent des Sohnes früh erkannte und dann - despotisch - förderte. In der Jugend habe Helfgott frühen Ruhm erlangt.

Therapie Hohe Belastungen in früher Kindheit und Jugend hätten dann zum seelischen Zusammenbruch geführt. In der Folge hätte sich Helfgott einer jahrelangen klinischen Therapie aussetzen müssen, so Zarnoch. Der Pianist leidet an einer speziellen autistischen Krankheit.

In »Shine – Der Weg ins Licht«, mit Schauspieler Geoffrey Rush in der Hauptrolle, wird die Lebensgeschichte von Helfgott erzählt.

Die Konzerte mit David Helfgott gelten als so intensiv wie berührend, wie Zarnoch erzählt. Zuweilen komme es sogar vor, dass der Pianist mit kindlicher Freude Gäste aus der ersten Reihe umarme. dpa

Geburtstag

Bob Dylan wird 85: Genie, Grenzgänger und niemals greifbar

Die berühmte Frage in seinem bekanntestem Song lehnt sich direkt an diese Geschichte an: Wie fühlt es sich an, ohne ein Heim zu sein, wie ein völlig Unbekannter, wie ein rollender Stein?

von Paula Konersmann  24.05.2026

New York

Bob Dylan - Der geniale Sonderling

Protestlieder, elektrischer Rock, Country-Alben, religiöse Musik. Die Welt hat ihm einige der einflussreichsten Musikstücke zu verdanken. Eine Ikone wollte er aber nie sein

von Anne Pollmann  24.05.2026

Zahl der Woche

85 Jahre

Fun Facts und Wissenswertes

 24.05.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Wenn das Leben dir Zitronen schenkt oder Kennst du das Land ...

von Katrin Richter  24.05.2026

Konzert

»Man muss richtig aus dem Vollen schöpfen«

Omer Meir Wellber bringt »Mass« von Leonard Bernstein auf die Bühne. Hamburgs Generalmusikdirektor erklärt, welche Faszination von dem Stück ausgeht

von Stephen Tree  24.05.2026

Kulturkolumne

Wenn Israelis anklopfen

Influencer haben das alte Israel für sich entdeckt – und feiern es online

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Medizin

Gemeinsam gegen Krebs

Von den Grundlagen zur Therapie: Seit 50 Jahren arbeiten deutsche und israelische Wissenschaftler bei der Erforschung von Tumoren zusammen

von Gabriele Hermani  24.05.2026

Cannes

Hüller als Erika Mann, Eidinger als Gestapo-Chef

Das Programm der Filmfestspiele ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Ein Beitrag außerhalb des Wettbewerbs sorgte für Überraschungen

von Patrick Heidmann  24.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026