Universität

»Das Interesse ist enorm«

Judith Olszowy-Schlanger Foto: privat

Frau Olszowy-Schlanger, an der Universität Oxford haben Sie kürzlich kostenlose Online-Kurse für zwölf selten gesprochene jüdische Sprachen eingeführt. Was hat es damit auf sich?
Wir haben zum einen festgestellt, dass das Interesse an seltenen jüdischen Sprachen wächst, ebenso wie die Notwendigkeit, diese Sprachen vor dem Verschwinden zu bewahren. Hinzu kamen die neuen, in der Corona-Pandemie erprobten Möglichkeiten des Online-Unterrichts. Da lag es nahe, beides nun zusammenzuführen.

Welche Sprachkurse bieten Sie an?
Dieses Jahr unterrichten wir Jiddisch, das schon immer Teil unseres Curriculums war, sowie Judäo-Arabisch und Ladino. Darüber hinaus haben wir Kurse für seltenere Sprachen wie etwa Judäo-Italienisch, Judäo-Neuaramäisch, Judäo-Persisch, Karaim, Judäo-Türkisch und Judäo-Griechisch.

Wie international sind die Kurse?
Interessierte aus der ganzen Welt haben die Gelegenheit, mit internationalen Dozenten zusammenzukommen. Es unterrichten Professoren aus Großbritannien, Israel, Frankreich, Deutschland, Italien und den USA. Auch die Teilnehmer sind sehr international.

Wie viele Teilnehmer zählt das Programm?
Wir haben innerhalb kurzer Zeit 500 Bewerbungen erhalten, konnten aber nur 200 Plätze anbieten, um die Qualität der Lehre zu sichern. Wir konnten leider nicht alle Interessenten berücksichtigen. Aber wir haben festgestellt, dass es ein enormes Interesse gibt.

Woher kommt dieses Interesse?
Einige Teilnehmer sind Studenten Jüdischer Studien, für die das Erlernen dieser Sprachen zu ihrem Studien- und Forschungsinteresse gehört. Viele unserer Bewerber waren Nachfahren von Menschen, die diese Sprachen gesprochen haben. Sie wollten an die Sprache ihrer Großeltern und an ihr jüdisches Erbe anknüpfen.

Gibt es Teilnehmer aus Deutschland?
Ja, viele. Zudem kommen zwei Dozenten aus Deutschland: Sandra Hajek von der Georg-August-Universität Göttingen unterrichtet Judäo-Französisch, und Friederike Schmidt von der Ludwig-Maximilians-Universität München bietet einen Kurs in klassischem Judäo-Arabisch an.

Kann das Programm zum Erhalt seltener Sprachen beitragen?
Die akademische Welt kann dazu vielleicht sogar mehr beitragen als Familien und kleinere jüdischen Gemeinschaften. Wir können diese Sprachen an künftige Sprecher weitergeben. Es geht darum, jüdisches Erbe zu sichern.

Wie lange läuft das Programm?
Die Finanzierung ist zum Glück durch zwei wohltätige Stiftungen, die anonym bleiben möchten, erst einmal für drei Jahre gesichert.

Mit der Präsidentin des Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies an der Universität Oxford sprach Eugen El.

Philadelphia

Erstes Konzert nach Macklemore-Aus: Sheeran äußert sich

Wegen israelfeindlichen Äußerungen und einer antisemitischen Vorgeschichte wurde US-Rapper Macklemore aus dem Vorprogramm von Popstar Ed Sheeran gestrichen. Jetzt ist Sheeran erstmals wieder aufgetreten

 20.09.2026

Musik

Biermann mit neuen Liedern: »Mensch, misch’ dich ein«

Der Liedermacher Wolf Biermann präsentiert auf einem neuen Album Unveröffentlichtes - manches neu, manches auch noch aus DDR-Zeiten. Die Themen hätten sich kaum verändert, sagt der Künstler

 20.09.2026

Fernsehen

»Zu Asche, zu Staub«

»Babylon Berlin« endet düster: Die fünfte Staffel spielt in der Zeit um Hitlers Machtergreifung 1933

von Julia Kilian  19.09.2026

Kommentar

Die Schatten der Vergangenheit sind lang

Wie der Hessische Rundfunk über jüdische Grundstücke stolpert

von Daniel Neumann  18.09.2026

Zahl der Woche

5 Dinge

Fun Facts und Wissenswertes

 18.09.2026

Social Media

Nach weltweiten viralen Song: Hasswelle gegen israelische Band Temper City

Der Song der israelischen Band wird zum Welthit – bis die Herkunft der Musiker bekannt wird. Dann beginnt im Netz der Boykott

von Sabine Brandes  18.09.2026

Noah Bendix-Balgley

»Musikalisches Risiko ist wichtiger als absolute Perfektion«

Der Erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker über seine Philosophie beim Spiel, Kritik an Boykotten gegen Künstler und sein erstes Klezmer-Album

von Christine Schmitt  18.09.2026

Bewusstsein

Pause!

Warum wir unser Leben und unseren Alltag immer wieder gezielt entschleunigen sollten. Eine Hymne auf die Langsamkeit

von Sophie Albers Ben Chamo  18.09.2026

New York

Künstlerin macht New Yorker Guggenheim Museum zur Murmelbahn

Taryn Simon ist für ihre Foto-Reportagen berühmt. Für eine große Ausstellung im Guggenheim Museum hat sie sich dazu noch etwas ganz anderes einfallen lassen

 18.09.2026