Frankfurt

Das älteste jüdische Museum Deutschlands wird das neueste

Museumschefin Mirjam Wenzel Foto: Rafael Herlich

In vier Wochen wird das neue Jüdische Museum in Frankfurt eröffnet. Bei der Gründung 1988 war es das erste Museum dieser Art in Deutschland - mit der Neueröffnung am 21. Oktober wird es das neueste sein. Leiterin Mirjam Wenzel hat viel vor. Schon der Titel der ersten Ausstellung lässt aufhorchen: »Die weibliche Seite Gottes«.

Die erste Sonderschau in den neuen Räumen ist ab 23. Oktober zu sehen. »Die Ausstellung verbindet die kulturhistorischen Spuren von weiblichen Elementen in den Gottesvorstellungen der drei monotheistischen Religionen mit Darstellungen in der Bildenden Kunst«, kündigt das Museum an. Zu sehen sind zum Beispiel antike Figurinen, Madonnenbilder, aber auch zeitgenössische Kunst.

ERWEITERUNG 2012 hatte die Stadtverordnetenversammlung entschieden, dass das Jüdische Museum saniert und erweitert werden müsse. Ein Architektenwettbewerb wurde ausgelobt, den Zuschlag bekam der Entwurf des Berliner Büros Staab Architekten. 2015 wurde die Realisierung beschlossen, im Dezember der erste Spatenstich gesetzt. Die Kosten wurden auf 50 Millionen Euro gedeckelt.

Im historischen Rothschild-Palais und dem Nachbargebäude ist die neue Dauerausstellung untergebracht.

Seither wurde an zwei Baustellen parallel gearbeitet: Die Altbauten am Mainufer wurden saniert, im Garten dahinter - Richtung Städtische Bühnen - wuchs der Neubau. Mit der Neueröffnung wird der Eingang vom Main in den Neubau verlegt. Im Untergeschoss stehen 600 Quadratmeter für Wechselausstellungen zur Verfügung. Es gibt einen Veranstaltungssaal, ein koscheres Restaurant-Café, einen Museumsshop und eine Bibliothek. Außerdem befinden sich im Neubau Depoträume, Werkstätten und Büros.

ROTHSCHILD Im historischen Rothschild-Palais und dem Nachbargebäude ist die neue Dauerausstellung untergebracht. Auf rund 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche geht es auf drei Etagen um die Geschichte der Juden bis in die Gegenwart. Diese Ausstellung knüpft an die Dauerausstellung im Museum Judengasse ein paar Straßen weiter an. Dort geht es um jüdisches Alltagsleben im Frankfurt in der Frühen Neuzeit. Dieses Museum wurde schon 2016 wiedereröffnet.

Der Termin für die Neueröffnung des Haupthauses wurde mehrfach verschoben, zuletzt von Frühjahr auf Herbst 2020. Als Grund wurden der »marode Zustand« des Rothschild-Palais und volle Auftragsbücher im Handwerk genannt.

Die Monate bis zur Neueröffnung nutzte das Museum für politische Arbeit: »Wir betrachten es als unsere Aufgabe, Hetze und Gewalt gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten im Allgemeinen und insbesondere dem ansteigenden Antisemitismus entschieden entgegenzuwirken«, sagte Museumsdirektorin Wenzel.

7. Oktober 2023

Sie war 25

Eine Erinnerung an Mai Itzhaki aus Hod Hasharon

von Ayala Goldmann  05.10.2026

Hamburg

Wolf Biermann wirft Netanjahu Antisemitismus vor

Der streitbare Liedermacher kritisiert die israelische Regierung scharf. Sie begehe in Gaza Kriegsverbrechen und verwandele Israel in einen »brutalen Unterdrückerstaat«

 05.10.2026

Fußball

Irischer Fitness-Trainer wirft Israel Spuckattacke vor

Irland gegen Israel war eine Nations-League-Paarung, die seit der Auslosung für viel Unruhe gesorgt hat. Beim Rückspiel gibt es nun Vorwürfe zu einem extrem unsportlichen Verhalten

 05.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Kalifornien

Israelischer Schauspieler Guy Kapulnik stirbt bei Flugzeugabsturz

Parallel zur Schauspielerei entwickelte sich das Fliegen zu einem zentralen Bestandteil seines Lebens

 02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  02.10.2026

Auszeichnung

Rafael Seligmann erhält Gerty-Spies-Literaturpreis

Der Schriftsteller Rafael Seligmann setzt sich mit seinem Werk dafür ein, dass die Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland nicht vergessen wird. Dafür wird er in Mainz ausgezeichnet

 02.10.2026

Aufgegabelt

Gitti

Unser Rezept der Woche!

 01.10.2026