Corona-Krise

Daniel Kehlmann sorgt sich um Kinder

Daniel Kehlmann Foto: imago images / Viennareport

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann  blickt mit Sorgen auf die Folgen der Corona-Isolation für die Kinder. »Im Versuch, unser aller Gesundheit zu schützen, riskieren wir auf lange Sicht die seelische Gesundheit vieler Kinder«, sagte Kehlmann der »Süddeutschen Zeitung« (Mittwoch).

Triage »Bei vielen Kindern, davon bin ich überzeugt, wird von diesem Gefühl des Ausgeliefertseins, des Eingesperrtseins etwas bleiben. Gesamtgesellschaftlich haben wir also bereits eine Art Triage durchgeführt: Wir haben entschieden, dass das Leben der Älteren und der Risikogruppen wichtiger ist als das seelische Wohlbefinden der Kinder und die wirtschaftliche Zukunft der jungen Erwachsenen.«

Es gebe gute Argumente dafür. »Diese Entscheidung kann man so treffen. Aber man muss sich bewusst sein, dass man sie getroffen hat.«

Kehlmann (»Tyll«, »Die Vermessung der Welt«) lebt derzeit in den USA. »Meine Frau, mein Sohn und ich, wir haben New York City Mitte März verlassen und ein kleines Haus in der Nähe des Meeres gemietet, in Montauk auf Long Island. Wir gehen viel am Strand spazieren. Und ich komme mehr zum Lesen und auch mehr zum Schreiben. Trotzdem finde ich es sehr problematisch, wenn man die aktuelle Situation verklärt und romantisiert.«

Familie Es sei natürlich sinnvoll, sich in einer erzwungenen Einschränkung produktiv zu verhalten. Es sei auf jeden Fall schön, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber die Weltlage bedrücke ihn insgesamt doch sehr. »Wir befinden uns in einer der traurigsten Krisen der Menschheit. Nicht einer der schlimmsten, aber einer der traurigsten, denn das Heilmittel liegt darin, einander fernzubleiben.«  dpa

Howard Rossbach

Wanderer zwischen Ostküste und Oregon

Er ist Sproß einer Familie bekannter Politiker und Bankiers. Doch seit 50 Jahren reüssiert der gebürtige New Yorker Howard Rossbach am anderen Ende Amerikas als Winzer. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  01.05.2026

Literatur

Herkunft, Schuld und der lange Schatten der Vergangenheit

Krieg, Flucht, Schuld. Diplomat Rüdiger von Fritsch hat ein Buch über seine Familie geschrieben - und über das schwere Erbe deutscher Geschichte

von Christiane Laudage  01.05.2026

Jubilar

Architektur als Zeichen der Hoffnung - Daniel Libeskind wird 80

Das Jüdische Museum Berlin, der Masterplan für Ground Zero in New York: Für den Amerikaner ist Bauen Teil der Erinnerungskultur

von Sigrid Hoff  01.05.2026

Kino

»Nürnberg«: Russell Crowe und Rami Malek locken mit Star-Power

Die Oscar-Gewinner Russell Crowe und Rami Malek glänzen als Nazi-Kriegsverbrecher und Psychiater mit ausgefeiltem Schauspiel. Das ist faszinierend – und problematisch

von Peter Claus  01.05.2026

Zahl der Woche

154.369 Drusen

Fun Facts und Wissenswertes

 01.05.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Marathon oder Volcano Race – von Schnelligkeit und meiner Unsportlichkeit

von Katrin Richter  01.05.2026

Muttertag

Moja Mama!

Die jiddische Mamme ist Motiv in etlichen Witzen. Dabei ist sie ist so viel mehr. Eine Würdigung aus der Perspektive eines Sohnes

von Jan Feldmann  01.05.2026

Tanz

Ballett als Biopic

Kirill Serebrennikovs »Nurejew« begeisterte in Berlin – das Stück wird 2027 wieder aufgenommen

von Stephen Tree  01.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  01.05.2026