Ausstellung

Brot-Wärmer und Schuhwerk

Am Mittwochabend ist in der Berliner Universität der Künste (UdK) die Ausstellung »100 Jahre jung. Bezalel Academy of Arts and Design Jerusalem« eröffnet worden. Die berühmte israelische Hochschule fürKunst und Design stellt dort bis zum 6. Mai rund hundert zeitgenössische Arbeiten aus den Studienbereichen Bildende Kunst, Fotografie, Architektur, Keramik und Glas, Visuelle Kommunikation, Schmuck und Mode sowie Produktdesign vor. Auch Yoram Ben-Zeev, Israels Botschafter in Berlin, nutzte die Gelegenheit, einen Blick auf die junge kreative Szene seines Landes zu werfen. Vom einfachen Pita-Brot-Wärmer oder einem detailliert konstruierten, futuristisch anmutenden Instrument zum Pflücken der heimischen Sabre-Kaktusfrucht, über allerlei kurioses, eher kompliziert zu tragendes Schuhwerk bis hin zur klassischen Porzellanfigurine findet sich in der Schau ein breites Spektrum israelischer Gestaltungskunst.

Bezalel gilt als die bedeutendste Kunstschule Israels, die eine besondere Beziehung zu Deutschland hat. Berliner Künstler waren zentral an ihrer Gründung vor mehr als 100 Jahren beteiligt. Später waren es vertriebene deutsch-jüdische Künstler und Kunsthandwerker aus der Tradition des Werkbundes und des Bauhauses, die den künstlerischen Stil entscheidend mitprägten. Auch heute gibt es einen regen Austausch zwischen Bezalel und verschiedenen Kunsthochschulen hierzulande. Insgesamt nimmt die Universität jährlich rund 100 Studenten aus aller Welt auf.

UdK Berlin, Einsteinufer 43–53, Berlin-Charlottenburg, geöffnet Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr

Mehr Infos unter:
www.designtransfer.udk-berlin.de

Zahl der Woche

7 Wochen

Fun Facts und Wissenswertes

 28.07.2026

Literatur

Von der Liebe in Zeiten der ’Ndrangheta

In seinem Tatsachenroman erzählt der italienisch-jüdische Autor Roberto Saviano die Geschichte einer verschwundenen Frau

von Knut Elstermann  28.07.2026

Aufgegabelt

Marokkanische Bällchen

Rezepte und Leckeres

 28.07.2026

Meinung

Das ibug-Festival 2025 – eine sächsische Documenta?

Antisemitismus in der Kunst: Auf dem internationalen ibug-Festival in Chemnitz wurden im vergangenen Jahr Werke gezeigt, die antisemitische Klischees reproduzierten. Droht dieses Jahr eine Wiederholung?

von Vladimir Shikhman  28.07.2026

London

Boy George veröffentlicht israelsolidarischen Song »We Will Dance Again«

Der britische Sänger stellt in seinem neuen Reggae-Lied klar: »Ich stehe auf der Seite der Juden.«

von Imanuel Marcus  28.07.2026

New York

Carly Simon hat Parkinson

Die Sängerin und Songschreiberin mit jüdischem Familienhintergrund kämpft mit zwei gesundheitlichen Problemen. Trotzdem hat es sie es geschafft, ein neues Album aufzunehmen

 28.07.2026

Filmkritik

»Blutspur Antwerpen« – Ein Lehrstück in Sachen Antisemitismus

Keine einzige Rezension hat den Krimi bislang als das gewertet, was er ist: Ein rassistisches Machwerk in Gestalt einer »antisemitischen Parabel«

von Achim Bühl  27.07.2026

Musik

Und sie erinnern sich doch

Die Bayreuther Festspiele begehen ihr 150. Jubiläum mit Nachdenklichkeit

von Maria Ossowski  27.07.2026

Bayreuther Festspiele

Michel Friedman in Bayreuth: Neue Ära der Aufarbeitung beginnt

Um offen mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit umzugehen, haben die Bayreuther Festspiele Michel Friedman als Redner eingeladen. Der Publizist rief eine neue Ära des Erinnerns aus

 26.07.2026