Solingen

Bilder aus dem Schtetl

Erstmals seit fast 100 Jahren wird in Deutschland eine Einzelausstellung mit Arbeiten des jüdischen Grafikers, Zeichners und Karikaturisten Jesekiel Kirszenbaum (1900–1954) gezeigt. Das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen präsentiert seit Sonntag 70 Gemälde und Zeichnungen sowie 30 Karikaturen.

Die Ausstellung Jesekiel Kirszenbaum, Else Lasker-Schüler und der »Sturm« bildet den Auftakt der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr. Sie endet am 5. Mai.

Kirszenbaum arbeitete als Bergmann unter Tage im Ruhrgebiet. Seine Werke ähneln denen von Marc Chagall.

GALIZIEN Kirszenbaum, der im deutschen Kunstbetrieb nahezu vergessen ist, gilt als einer der wichtigsten Illustratoren jüdischen Lebens des untergegangenen galizischen »Schtetls« (jiddisch für Städtlein). Er wird auch als »zweiter Chagall« bezeichnet, denn beide Künstler entstammten derselben sozialen und religiösen Bildwelt.

1927 stellte der Galerist Herwarth Walden, der frühere Ehemann von Else Lasker-Schüler, Arbeiten von Kirszenbaum zum ersten Mal in seiner Berliner Galerie »Der Sturm« aus. Er wollte damit an die erfolgreichen Ausstellungen mit Marc Chagall aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg anknüpfen.

1933 floh er mit seiner Frau Helma vor den Nationalsozialisten nach Frankreich.

Kirszenbaum, der als Sohn eines Rabbiners geboren wurde, studierte am Bauhaus in Weimar. Als Künstler finanzierte er sich durch seine Arbeit als Bergmann im Ruhrgebiet.

1933 floh er mit seiner Frau Helma vor den Nationalsozialisten nach Frankreich; Helma wurde später im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Schwer traumatisiert, begann Kirszenbaum nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu malen. Jesekiel Kirszenbaum starb 1954 in Paris.  epd/ja

»Paul-Spiegel-Filmfestival«

Sieben gute Filme

In Düsseldorf beginnen das Festival unter dem Motto »Jüdische Welten« mit einem besonderen Gast vor jedem Film

 16.04.2026

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  16.04.2026

Paris

Einen Picasso für 100 Euro gewonnen

Das Auktionshaus Christie’s hat ein Gemälde des berühmten Malers für einen wohltätigen Zweck verlost. Gewonnen hat ein 59-Jähriger aus Paris

von Nicole Dreyfus  16.04.2026

»Scrubs«

Die Rückkehr der Anfänger

Nach 16 Jahren Pause geht es weiter mit der amerikanischen Krankenhaus-Serie. Aber funktioniert das Konzept noch?

von Ralf Balke  16.04.2026

Kulturkolumne

Wenn der Moderator nur sich selbst hört

Armin Laschet und die Absicht, ein Interview zu geben: Über Ambiguitätstoleranz im Deutschlandfunk

von Maria Ossowski  16.04.2026

Thriller

Israelische Serie »Unconditional« startet auf Apple TV

Orna reist mit ihrer 23-jährigen Tochter Gali nach Moskau. Kurz vor einem Flug wird Gali festgenommen. Damit beginnt Ornas Kampf für Gerechtigkeit

 16.04.2026

New York

Mehrere Juden auf neuer »Time«-Liste der einflussreichsten Menschen

Zwei jüdische Regierungschefs, drei Unternehmer und neun Künstler genießen nach Ansicht der Magazin-Autoren einen hohen Einfluss

von Imanuel Marcus  16.04.2026

London/Los Angeles

Unerwarteter Ticket-Boom: Royal Ballet bedankt sich bei Timothée Chalamet

Nach kritischen Bemerkungen des Hollywood-Stars steigen Reichweite und Ticketverkäufe in der Oper- und Ballett-Welt deutlich

 15.04.2026

London

Boy George unterstützt Israel online und erntet dafür Hass-Kommentare

»Es ist gerade sehr trendy, Israel zu hassen. Aber ich habe immer gesagt: ›Mode ist für die Zerbrechlichen, Stil für die Mutigen‹«, schreibt das Multitalent. Die Antworten lassen nicht lange auf sich warten

 14.04.2026